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ARVED FUCHS
Fuchs, Arved - geboren 26.04.1953
in Bad Bramstedt. Nach der Schule Ausbildung bei der Handelsmarine,
Studium der Schiffsbetriebstechnik an der FH Flensburg, anschließend
Wechsel in die Selbständigkeit.
* erste Expedition 1977: Befahrung der Flüsse De Pas
und George River in der kanadischen Provinz Quebec mit traditionellen
indianischen Kanus sowie mit einfachsten Mitteln. Dauer zwei Monate -
über die Expedition entstand ein erster Film beim NDR.
*
Borneo-Expedition 1978: mit Longboats und zu Fuß
durchquert Fuchs den indonesischen Teil der Insel bis zur Grenze nach
Sarawak und zurück, dabei Bestandsaufnahme des Holzeinschlags im
tropischen Regenwald sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt und die
Ureinwohner
* 1979: Reise an die Westküste Grönlands mit
ausgedehnten Solotouren entlang des Inlandeises
* 1980: erster Versuch, den Nordpol zu erreichen -
Fuchs scheitert und unternimmt Solotouren in der kanadischen Arktis und
wird im Arctic Survival durch befreundete Inuit unterrichtet
* 1981: Solo-Expedition in der kanadischen Arktis - der
Versuch, von Resolute Bay nach Grise Fjord zu laufen, wird unterbrochen,
da ein Eisbär das Zelt und den Schlitten zerstört und Teile des
Proviants frisst. Weiterhin zahlreiche Touren mit Inuit und anschließend
Atlantiküberquerung mit dem 14 Meter langen Segelboot "Golden Goose" von
Lake Huron nach Hamburg
*1982: verschiedene Touren an der Nordwestküste
Kanadas, Yukon und den Ragged Range
* 1983: auf den Spuren der Wegener-Expedition von 1931
unternimmt Fuchs eine Hundeschlittenexpedition über das grönländische
Inlandeis - in 70 Tagen gelingt es, das Eis auf einer teilweise bis
dahin unbegangenen Strecke zu queren
*
1984: die erste und bis heute einzige Winterumrundung
Kap Hoorns mit einem Faltboot gelingt. Weiterhin
bereist er mit drei Freunden den Nahanni-Fluss im Norden Kanadas von der
Quelle bis zur Mündung in traditionellen Kanus
* 1985: Kajakexpedition zum magnetischen Nordpol,
darunter eine zweiwöchige Drift auf einer Eisscholle
* 1986: Expedition zur "Wiege der Stürme" - mit
Faltbooten durch die Inselgruppe der Aleuten / Alaska sowie Bergtouren
durch Patagonien und Feuerland
* 1987: zweite Borneo-Expedition - erneute
Bestandsaufnahme und Veröffentlichungen über die Auswirkungen der
Brandrodung und des Holzeinschlags - Versuch der Nordseeüberquerung mit
Faltbooten von England aus - wegen schlechten Wetters wird der Versuch
nach zehn Tagen auf See abgebrochen
*
1988: Feuerland-Expedition - mit Faltbooten von Punta
Arenas bis nach Puerto Williams (Beagle Canal)
* 1989: Expedition "ICEWALK" - unter
extremsten Bedingungen, bei Temperaturen bis zu -52 °C, kämpft sich ein
internationales achtköpfiges Team in 56 Tagen rund 1000 Kilometer über
das Packeis zum geographischen Nordpol. Die Expedition steht unter der
Schirmherrschaft der UNO. Parallel zur Expedition wird in der Arktis ein
internationales Jugendcamp eingerichtet, in dem Jugendliche leben und
unter der Anleitung von Wissenschaftlern Schadstoffuntersuchungen
durchführen.
* 30.12.1989: Arved Fuchs erreicht zusammen mit dem
Südtiroler Reinhold Messner den Südpol und ist damit der erste Mensch,
dem es gelungen ist, innerhalb eines Jahres auf Ski sowohl den Nordpol
als auch den Südpol zu erreichen. Im Verlauf der Expedition gelingt es
erstmals zwei Menschen, den gesamten antarktischen Kontinent zu Fuß zu
durchqueren, in nur 92 Tagen legen beide über 2.500 Kilometer zurück.
*
1991 - 1994: die bislang längste Expedition. Mit dem
Haikutter "Dagmar Aaen" will Fuchs den Nordpol auf der historischen
Route umrunden. Zum ersten Mal darf zu Beginn der Expedition die
russische Arktis von einem westlichen Schiff befahren werden. Zwei Jahre
lang verbringt die Expedition in den von politischen Umsturzversuchungen
erschütterten Land, segelt in das bis dahin streng verbotene
Franz-Josef-Land auf 81° nördlicher Breite und überwintert eingefroren
im Eis des Jennissei. Wegen extremer Eisverhältnisse muss die Crew 1992
auf Höhe des Kap Tscheljuskin nach Norwegen umkehren. Nach der
Überwinterung in Tromsö durchsegelt die Mannschaft im Folgejahr 1993 due
Westküste Grönlands bis nach Thule und anschließend die legendäre
Nordwestpassage, wobei das Schiff schwersten Eispressungen ausgesetzt
wird. 1994 erfolgt ein weiterer Vorstoß nach Sibirien, bevor das Schiff
nach Vancouver segelt und die Expedition abschließt.
*
1995/96: Die Expedition "Zwischen Tropen und ewigem
Eis" ist die Vollendung von Roald Amundsens Idee der Umrundung beider
Amerikas. Die "Dagmar Aaen" durchquert die Nordwestpassage, segelt durch
den Pazifik und erreicht Patagonien. Erstmals wurde in 42 Tagen das
patagonische Inlandeis von einer Expeditionsmannschaft durchquert. Mit
dem Passieren des Kap Hoorn und der Rückkehr nach Hamburg hat der Kutter
und die Mannschaft den amerikanischen Doppelkontinent erfolgreich
umrundet.
* 1997/98: Expedition "Arctic Passages"
- Fuchs will Routen historischer Expeditionen auf Spitzbergen
und in Ostgrönland nachvollziehen und dokumentieren. Der erste Abschnitt
"ICEFLY" befasst sich mit der 100-jährigen Wiederkehr der
Gasballon-Fahrt des schwedischen Forschers Andrée. Es folgt "Greenland
Challenge" - von Spitzbergen aus segelt "Dagmar Aaen" über Island nach
Ostgrönland und befindet sich auf den Spuren der "2. Deutschen
Nordpolexpedition" aus dem Jahr 1869/70, nach einer schwierigen Eisfahrt
verbringt das Schiff den Winter an der unwirtlichen Ostküste Grönlands.
Eine 60-tägige Skitour führt ein vierköpfiges Team bis zum 77.
Breitengrad, wo Überreste der historischen Expedition gefunden werden.
* 2000: Mit der "James Caird II"
bezwingt Arved Fuchs das härteste Meer der Welt und empfindet die
Shackleton-Expedition nach, durchquert dabei die Eishölle Südgeorgiens.
*
2002: Im vierten Versuch bezwingt Fuchs die
Nordostpassage entlang der sibirischen Küste
* 2003: Vom Winterlager der "Dagmar Aaen" in Dutch
Harbor aus segelt Fuchs zur Inselgruppe der Aleuten, erforscht die
Inseln, die wegen der Vielzahl an noch aktiven Vulkanen auch
"Ring of Fire" genannt werden - noch im Sommer 2003 geht es
durch die Beringstraße in die Nordwestpassage, das Schiff muss den
arktischen Winter in Cambridge Bay verbringen.
* 2004: die Durchquerung der Nordwestpassage
gelingt buchstäblich in letzter Sekunde - damit vollendet Fuchs die
komplette Nordpolumrundung nach fast zweieinhalb Jahren
* 2006: Arved Fuchs bereist die zehntgrößte Insel der Welt,
die Ellesmere Island, mit einem Hundeschlittengespann
und auf Skiern. Bei Temperaturen von unter -40 °C begegnet das Team
einem seltenen Rudel Polarwölfe und findet historische Monumente der
Peary-Expedition von 1906.
Im Sommer folgt eine ausgedehnte Expedition mit dem Haikutter an die
Ostküste Grönlands, um den stetig fortschreitenden Klimawandel zu
dokumentieren.
* 2007: Vom Flensburger Museumshafen aus segelt Fuchs
nach Spitzbergen, um dort ein einwöchiges
internationales Jugendcamp abzuhalten. Die Schüler aus fünf Nationen
erhalten vor Ort einen Einblick in den Klimawandel, Fuchs führt
anschließend Untersuchungen an der Eiskante durch und umrundet Svalbard,
reist dabei auf den Spuren der Schröder-Stranz-Expedition von 1912/13
und findet Relikte der einst tragisch geendeten Expedition.
* 2008: Nach dem erfolgreichen Auftakt des Jugendcamps
auf Spitzbergen folgt im Sommer die zweite Auflage - insgesamt zwölf
Teilnehmer reisen ins isländische Húsavík und kehren
als Klimabotschafter in ihre Schulen zurück.
*
2009: Auf Island führt Fuchs das dritte ICE-Camp durch, zehn
Jugendliche nehmen am dritten Camp teil. Anschließend segelt Fuchs mit
der "Dagmar Aaen" um die Südspitze Grönlands, um entlang der Westküste
bis zur Pim Island zu fahren. Dort reist er auf den Spuren der
historischen Greely-Expedition, der Haikutter überwintert schließlich im
Zuge der "Nordpoldämmerung"-Expedition im
grönländischen Upernavik.
* 2010: Im Sommer findet die vierte Auflage des
ICE-Jugendcamps im isländischen Húsavík statt. Nach der Überwinterung
der "Dagmar Aaen" erkundet Arved Fuchs die kanadischen Atlantik-Inseln
Neufundland, Nova Scotia sowie Sable Island, um nach der
Atlantiküberquerung entlegene Inseln entlang der schottischen Küste zu
erforschen. Im September erfolgt die Rückkehr in den Hamburger Hafen.
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