ICE-CLIMATE-EDUCATION  2009  ** HÚSAVÍK **   
Camp-Tagebuch (22.06. - 03.07.2009)
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Sonntag, 28.06.2009

Nach einer kurzen und hellen Nacht in unserem großem Schlafraum mit drei dreistöckigen Etagenbetten nahmen wir unser reichhaltiges Frühstück im Gästehaus Skeið ein. Das Haus steht mitten im Nirgendwo und gehört einer deutsch-isländischen Familie mit einer Tochter, einem Sohn und zwei niedlichen Katzen. Unser Projektleiter schliefen in Zelten (!) in der Nähe des Gästehauses. Nebenan war noch ein großes Trampolin, welches zwangsläufig für viel Spaß sorgte.
Dann machten wir uns für unsere wirklich große Wanderung bereit. Zuerst gingen wir auf einem Traktor-Pfad in Richtung eines schönen Sees. Der steinige Weg führte entlang des Flusses und war Teil eines großartigen Panoramas mit hohen schneebedeckten Bergen. Obwohl wir auf Island sind, wurde uns im Laufe der Zeit ziemlich warm. Während wir am See eine längere Pause einlegten, genossen wir die Natur und die unglaubliche Stille. Der See beinhaltete eiskaltes Wasser, welches vom Gletscher kam und anschließend in einem Zick-Zack-Kurs ins Tal hinabstürzte. Auf dem See entdeckten wir ein Schwanenpärchen  mit seinen drei Nachkommen. Nach der Mittagspause entschlossen wir uns, den See zu umrunden, indem wir durch die Flüsse gehen wollten. daraus wurde jedoch nichts, da die Strömung zu stark war und die Flüsse zudem zu tief waren. Also entschieden wir uns, die Wanderung in Richtung eines Wasserfalls fortzusetzen, der jedoch noch ziemlich weit entfernt war. Einige unserer "wasserdichten" Schuhe wurden vom eiskalten Wasser geflutet, als wir versuchten, die zahlreichen Arme der Flüsse zu überqueren. Auf der Spitze eines Bergkammes teilten wir uns schließlich in zwei Gruppen.

 


Einige nutzten die Gelegenheit für eine längere Pause, andere gingen noch ein Stückchen weiter, um in den kleinen Schneefeldern, die wir gesehen hatten, etwas Spaß zu haben. Die größten Abenteurer unter uns gingen auf eine noch längere Wanderung. Von dem ewigen Auf und Ab entlang des Weges etwas erschöpft, entschlossen wir uns, den Weg wieder auf der gleichen Route zurück zu gehen. Zwei Stunden später trafen wir wieder alle im Gästehaus ein und legten erst einmal eine Erholungspause ein. Während die Mädchen im Laufe der Zeit eine witzige Gesprächsrunde führten, waren unsere zwei Jungs noch immer am wandern.
Das Abendessen war schließlich eine bemerkenswerte Komposition aus einem frischen Salat und einer wahnsinnig leckeren Fischsuppe mit Schellfisch und Krabben, die die Besitzerin unserer Unterkunft gezaubert hatte.
Am späten Abend ergab sich noch eine lebendige und sehr interessante Diskussion über die politische Sichtweise und Beweggründe des Film "The global warming swindle", den wir einige Tage zuvor gesehen hatten. Eines der Hauptthemen am Abend war die Frage, ob man beispielsweise 18 € zur Rettung eines Eisbären (als Symbol für den Klimawandel) spenden sollte oder eher das Geld für die Erziehung von neun Kindern in Malawi verwenden sollte. Eine andere Frage waren die verschiedenen Ansichten der Wissenschaftler, Politiker und Journalisten im Bezug auf den Klimawandel. Die intensive Debatte berührte schließlich jeden von uns und stimmte uns alle sehr nachdenklich.

Marion (Frankreich) & Florence (Schweiz)