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Montag, 18.08.2008
Der Tag der Wale
Heute war wirklich ein Wal-Tag. Während des gesamten Tages haben wir
über die schönen Wale gesprochen. Am Morgen haben wir viel gelernt, was
im direkten Zusammenhang mit ihnen steht und der Tag endete damit, dass
wir sie in der Bucht von Húsavík beobachten konnten.
Der
Tag fing mit einer Darstellung des Walfangs von Professor Ulrich an. In
dem interessanten Vortrag lernten wir, dass der Walfang seine Anfänge in
der Jungsteinzeit hatte. Es war schon recht erstaunlich zu hören, dass
die ersten professionellen Walfänger die Basken aus Spanien waren
(heutzutage leben die meisten Wale in der Arktis, daher klang das
ziemlich merkwürdig). Ein weiterer interessanter Aspekt des Vortrags war
die Ausführung über die schädlichen Techniken, die der Mensch anwandte:
Sie wählten eine bestimmte Population, um diese auszurotten und wählten
dann die nächste. Es war schon recht traurig zu erfahren, welchen großen
Einfluss der Mensch auf den Bestand der Wale genommen hatte. Der Mensch
tötete die Wale zu Tausenden in einem Jahr. Letztendlich war es aber
erfreulich zu hören, dass die IWC (International Whaling Commission) auf
das Problem reagiert hat und sich für den Schutz der Tiere einsetzt
(obwohl deren Hauptinteresse darin besteht, die Walindustrie zu
schützen).
Leider gibt es noch immer Länder, die diese abscheulichen Jagdmethoden
anwenden. Nach diesem düsteren Vortrag hörten wir uns einen weiteren
Vortrag einer italienischen Mitarbeiterin des Wal-Museums an, der von
der Walforschung handelte. Es war sehr interessant zu erfahren, wie man
in der Forschung die physikalischen Eigenheiten eines Tieres dazu nutzt,
um dieses wieder auffindbar zu machen. So kann man beispielsweise eine
Narbe, eine verschiedene Farbgebung oder eine bestimme Krümmung ihrer
Flossen für die Registrierung eines einzelnen Wales benutzen.
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Zum Ende des Referats lernten wir noch, wie die Forscher das Verhalten
der Wale studierten und wo genau die Wale in der Bucht
von Húsavík zu finden sind. Als Abschluss (dieses Morgens) trug Sigga
noch einen Vortrag über die Fischerei auf Island vor. Die Überfischung
ist heutzutage ein wirklich großes Problem, obwohl es ausreichend
Methoden und Techniken gibt, diese zu vermeiden.
Am
Nachmittag wurde aus der Theorie die Praxis (natürlich bis auf den
Walfang). Wir fuhren mit den Schiffen von North Sailing zur
Walbeobachtung aufs Meer hinaus. Zu Beginn hatte es den Anschein, als
würden wir nach Wellen suchen, denn nichts anderes bekamen wir zu sehen.
Doch plötzlich tauchte ein Zwergwal auf und die Spannung wuchs. Von nun
an sahen wir zahlreiche bunte Quallen, die die Meeresoberfläche
bedeckten und plötzlich bekamen wir auch Weißschnauzendelphine zu sehen.
Später kamen noch weitere Delphine und Wale dazu, und um die
Artenvielfalt zu betonen, gesellten sich noch einige Papageientaucher
hinzu und dekorierten die Landschaft (oder besser Seelandschaft).
Nach einer Weile konnten wir die Details der einzelnen Wale erkennen,
ihre individuellen Merkmale und die Art und Weise, wie man sie finden
kann, verfestigten sich in unseren Köpfen. Zudem lernten wir einige
unübliche Dinge, so konnte man fast den Sushi-ähnlichen Geschmack beim
Ausatmen des Zwergwales spüren - welcher wahrlich ein schöner Wal ist.
Als wir an die Küste zurücksegelten, konnten wir auch noch einige Sachen
aus der Praxis eines Seglers lernen. Man zeigte uns, wie man Segel setzt
und die Schiffstaue handhabt, die an den Taljen festgemacht waren.
Anschließend durften wir das Schiff sogar lenken - sehr interessant, da
schon die kleinste Bewegung des Ruders eine große Veränderung in der
Richtung bewirkte. Schlussendlich holten wir die Segel wieder ein, kamen
zurück in den Hafen und gingen zum Guesthouse, um uns von dem
aufregenden Tag zu erholen.
Nicolas Páez (Kolumbien)
Teresa Blachnitzky (Deutschland)
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