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NORDPOLDÄMMERUNG
Forschungsprogramm
im Rahmen der Expedition
Die Expedition von Arved Fuchs
bietet einmalige Möglichkeiten zur näheren Erforschung von Meereis. Im
Rahmen der Expedition ist daher während der Überwinterung ein
umfangreiches Forschungsprogramm geplant.
Hintergrund
Das
Meereis in der Arktis ist in den vergangenen Jahren deutlich schneller
zurückgegangen, als dies von Klimamodellen vorausgesagt worden war
(siehe Abbildung). Der Eisrückgang könnte dazu führen, dass schon in
wenigen Jahrzehnten das Nordpolarmeer im Sommer komplett eisfrei ist.
Dann würde im Winter zwar noch Meereis wachsen, dieses würde aber
regelmäßig im Sommer weitestgehend verschwinden. Während in den
letzten Jahren das Meereis häufig mehrere Jahre in der Arktis wachsen
konnte, wird in Zukunft also vermutlich in erster Linie so genanntes
"einjähriges" Meereis vorherrschen. Dieses Eis werden wir im Rahmen der
geplanten Expedition mit einzigartiger Genauigkeit über längere
Zeiträume untersuchen und erforschen können. Das geplante Messprogramm
wäre normalerweise nur mit sehr hohem logistischen Aufwand und
Kosten von mehreren Millionen Euro zu verwirklichen. Die geplante
Überwinterung stellt für uns Wissenschaftler daher eine einmalige Chance
dar.
Geplantes Messprogramm
Während der Überwinterung wird eine Vielzahl von wissenschaftlichen
Messinstrumenten in der Nähe des eingefrorenen Schiffes installiert
werden. Diese dienen dazu, das Wachsen und Schmelzen von Meereis besser
zu untersuchen. Insbesondere sind dabei folgende Messungen geplant:
- Temperaturmessungen im Meereis, im Ozean, in der Luft
- Salzgehaltsmessungen im Meereis und im Ozean
- Messungen der lokalen Wetterbedingungen
- Schadstoffmessungen im Ozean und in der Luft, um den Transport von
Schadstoffen aus Industrienationen in die Arktis zu untersuchen
- Messungen der Eisdicke
Bei diesen Messungen werden erstmals Messinstrumente eingesetzt, die vor
Beginn der Überwinterung im offenen Wasser installiert werden und dann
vom wachsenden Meereis eingeschlossen werden. Mit den neuen
Messinstrumenten wird daher erstmals die physikalische Entwicklung von
sehr dünnem, neu gebildetem Meereis präzise untersucht werden können.
Ziele
Ziel des wissenschaftlichen Messprogramms ist es, das Wachsen und
Schmelzen insbesondere von dünnem Meereis besser zu verstehen. Die
Erkenntnisse aus diesen Messungen werden anschließend für die
Verbesserung von Klimamodellen verwendet. Hierdurch wird im nächsten
Weltklimareport eine genauere Voraussage über die zukünftige Entwicklung
von Meereis möglich sein.
Dr. Dirk Notz
Leiter der Forschungsgruppe "Meereis im Erdsystem", Max-Planck-Institut
für Meteorologie
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