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NORDPOLDÄMMERUNG  2009  ** Nordwest-Grönland **
Expeditions-Logbuch
15.06.08.07.16.07. 27.07.31.07.08.08.10.08.12.08.14.08.16.08.18.08.19.08.21.08.22.08.30.08.08.09.14.09.29.09.

Mittwoch, 12.08.2009
Pos. 76°42' N - 072°30' W
Carey Islands
 

Seit zwei Tagen machen wir Station auf den Carey Islands und besuchen einige Inseln der zwischen Grönland und Ellesmere Island gelegenen Inselgruppe. Wir stoßen vereinzelt auf Überreste alter Thule-Häuser, auf Isbjoernö / Carey Islands untersuchen Kai und Doug derartige Relikte der Vergangenheit (Foto).
Björlingsö war einst Schauplatz einer unglücklichen Expedition. Alfred Björling, ein junger enthusiastischer Schwede, hatte 1892 die ehrgeizige Idee gefasst, den Nordpol zu erreichen und überredete seinen Landsmann Evald Kallstenius ihn zu begleiten. Offiziell beschrieb man das Vorhaben als „Botanische Expedition nach Nordgrönland“. In St.John‘s auf Neufundland kauften die Männer den Schooner „Ripple“ und heuerten drei Seeleute an. Auf den Carey Islands  sollten dann Vorräte aus einem dort angelegten Depot aufgenommen werden. Die „Ripple“ hatte jedoch beim Anlaufen der Inselgruppe Pech, lief auf Grund und havarierte. Nach einem missglückten Versuch, mit einem kleineren mitgeführten Boot nach Grönland zu gelangen, entschied man sich, Rettung auf Ellesmere Island zu suchen. Björling hinterlegte eine Nachricht auf Björlingsö (Foto), in der er unter anderem mitteilte, das ein Mann im Sterben läge.

 



Erst ein Jahr später wurde das Wrack der „Ripple“ von einem schottischen Walfänger gefunden. Von dem kleinen Boot und den vier Männern jedoch fehlt bis heute jede Spur.
Wir haben auf Bjorlingsö nach dem Depot und den Überresten dieser schwedischen Expedition gesucht. Das Depot war nicht auffindbar (oder nicht mehr vorhanden), aber das Lager der Schiffbrüchigen haben wir gefunden. Auch sind wir auf ein Grab (Foto)gestoßen, das mit großer Wahrscheinlichkeit die sterblichen Überreste eines der Teilnehmer der Expedition von 1892 birgt.
Vor Ort fanden wir zudem die Überreste eines Hutes (Foto unten), der vermutlich von der Björling-Kallstenius-Expedition stammt.

 

Sofern die Eissituation es zulässt, wollen wir morgen weiterfahren. Momentan befindet sich viel Eis im Smith Sound, doch um zur Pim Island zu gelangen, müssen wir ihn durchqueren.