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PRESSESPIEGEL
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November 2008
Badische Neuste Nachrichten: "Das Eis verschwindet im Rekordtempo"
Polarforscher Arved Fuchs warnt in Großweier vor den Folgen des
Klimawandels /
"Sensibilität bei der Jugend wecken"
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Express:
"Die Zeit läuft ab..."
Arved Fuchs' Diavortrag "Ruf des Nordens" ist eines der
Highlights des diesjährigen Marburger "planetview"-Festivals vom 7. bis
9.11. Im Express-Gespräch warnt der Abenteurer, Autor und Polarexperte
vor den Folgen des Klimawandels.
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März 2008 - Junge Karriere
"Die Gefahr ist relativ. Vieles ist Handwerk"
Arved Fuchs leitet seit mehr als 30 Jahren Expeditionen. Im
Interview erklärt er, warum im Krisenfall soziale und fachliche
Kompetenz gleich wichtig sind und Basisdemokratie nicht funktioniert.
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18.04.2008
"Hamburger Abendblatt" - Wolfgang
Klietz
Arved Fuchs macht seine alte Lady
fit für ein neues Abenteuer im Packeis
Im kommenden Jahr geht es wieder in
arktische Gewässer. Möglicherweise muss die Dagmar Aaen sogar im Eis
überwintern. Schon jetzt bereitet der 54-Jährige den Törn mit mehreren
Wissenschaftlern vor. Bevor es wieder auf große Fahrt geht, nimmt die
Mannschaft im Mai an der traditionellen Rum-Regatta auf der Flensburger
Förde teil.
Egernsund (Dänemark) - Durch dickes Packeis
hat sie sich gekämpft, den fiesesten Stürmen im Nordatlantik getrotzt
und ihre Crew immer sicher nach Hause gebracht. Doch jetzt liegt die
Dagmar Aaen auf dem Trockenen. Regungslos und aufgebockt auf einer
massiven Holzkonstruktion steht das Expeditionsschiff des Bramstedters
Arved Fuchs auf der Werft am dänischen Ostseestrand. Das Schiff ist
nicht mehr in seinem Element, doch daran führt einmal im Jahr kein Weg
vorbei. Auch ein alter Haikutter mit Polar-Erfahrung muss zur Inspektion
und zum Ölwechsel.
"Das ist wie bei einem Auto", sagt Arved Fuchs, der gern selbst auf
seinem Boot schraubt, abschmiert und klütert, wenn er es schafft,
zwischen Vortragsveranstaltungen einen Stopp auf der Werft "Skips &
Badebyggerie" im dänischen Egernsund einzulegen. Meistens findet die
Crew den Kapitän irgendwo im Maschinenraum. Dort kennt er sich aus. "Das
habe ich ja mal gelernt", sagt der Bramstedter, der als junger Mann sich
zum Seemann ausbilden ließ, dann aber zum Expeditions-Handwerk wechselte
und damit berühmt wurde.
Die Dagmar Aaen ist sein zweites Zuhause geworden. Selbst wenn das
betagte Eichenholzschiff nicht auf Tour zwischen Grönland und Island,
Sibirien und Kanada ist, geht Fuchs gern in die Kajüte...
... weiter auf
abendblatt.de

27.03.2008
"taz" - Gernot Knödler
"Wale und Pinguine tragen das
Leid"
Der Polarforscher Arved Fuchs hat
den Klimawandel in der Arktis gesehen. Er befürchtet, der Antarktis
könnte das Gleiche blühen.
taz: Herr Fuchs, Sie waren zuletzt
im Jahr 2000 in der Antarktis. Hat es Sie überrascht, dass jetzt diese
große Eisplatte abgebrochen ist?
Arved Fuchs: Es hat immer Abbrüche großer Tafeleisberge gegeben, was
Anlass zu Spekulationen war, ob das mit dem Klimawandel zusammenhing.
Das ist kein absolutes Novum. Die Wissenschaftler konnten bisher nicht
sagen, ob das ebenso eindeutig Folgen des Klimawandels sind wie in der
Arktis, wo das unstrittig ist.
taz: Haben Sie in der Antarktis Anzeichen für den Klimawandel
bemerkt?
Fuchs: Seinerzeit nicht. Es war keine wissenschaftliche Expedition. Wir
segelten von der Antarktis nach Südgeorgien. Wir haben größere Mengen
abgebrochener Tafeleisberge gesehen, was aber noch nichts beweist. Bloß
weil da ein Eisberg treibt, kann man nicht sagen, das sind die
Auswirkungen des Klimawandels. Wenn aber größere Mengen abgestoßen
werden, wenn es damit nicht zu Ende ist und in der gleichen Region auch
andere Eismengen sich gelöst haben, dann scheint es einen Zusammenhang
zu geben.
taz: 1989/90 sind Sie zum Südpol gewandert. Haben Sie bei Ihrem
zweiten Besuch im Jahr 2000 Veränderungen festgestellt?
Fuchs: In der Antarktis nicht. Dort scheint es etwas subtiler
abzulaufen. Aber in der Arktis, wo ich mich oft aufhalte, merkt man...
...
weiter auf taz.de

27.03.2008
"Lübecker Nachrichten" - Peter
Intelmann
"Wir müssen den CO2-Ausstoß
reduzieren"
Jeder kann etwas gegen den
Klimawandel tun, sagt der Polarexperte Arved Fuchs aus Bad Bramstedt:
Lübecker Nachrichten: Wie ernst
steht es um das Klima?
Arved Fuchs: Die Warnungen der Wissenschaftler sind eindeutig. Und sie
decken sich mit dem, was ich draußen beobachte. Wenn man mir vor 15
Jahren gesagt hätte, dass wir das Klima ändern, und zwar in einem
solchen Tempo, hätte ich es nicht geglaubt. Aber seit der
Jahrtausendwende ist es überall wahrnehmbar. Man braucht nur mit den
Menschen in Alaska oder Sibirien zu reden, in deren Alltag ist der
Klimawandel längst angekommen. Auf unserer letzten Expedition sind wir
mit unserem Segelschiff bis auf 82 Grad nördlicher Breite gefahren
- das war vor zehn Jahren überhaupt nicht denkbar.
LN: Sind Arktis und Antarktis gleichermaßen betroffen?
Fuchs: Nein. Die Arktis erwärmt sich derzeit doppelt so schnell wie der
Rest der Welt. Die Südpolarregion verhält sich eher etwas abwartend.
Aber wenn - wie jetzt geschehen - riesige Teile des Schelfeises
abbrechen, lässt das einen Zusammenhang mit dem Klimawandel vermuten.
LN: Ist Umkehr möglich?
Fuchs: Wir können das Wetter nicht wieder umkehren, aber wir können die
weitere Erwärmung eingrenzen. Wir müssen den CO2-Ausstoß
reduzieren und die Klimaerwärmung bei zwei Grad im globalen Mittel
einfrieren. Wenn das nicht gelingt, haben wir und vor allem kommende
Generationen ein erhebliches Problem.
LN: Gibt es Grund zur Hoffnung?
Fuchs: Ich hoffe, die Menschen verstehen, dass es nicht um ein paar
wärmere Sommer in Schleswig-Holstein geht, sondern um ein globales
Problem mit möglicherweise großen Wanderungen von Menschen aus
Schwellenländern. Es ist ein hochbrisantes politisches Problem.
LN: Was kann man tun?
Fuchs: Das ist relativ einfach: Energie sparen. Und man muss umdenken.
Wenn es schick und sexy ist, mit dem Rad zum Brötchenholen zu fahren
statt mit dem 500 PS starken Auto, wäre viel gewonnen.

23.03.2008
"Die Rheinpfalz am Sonntag"
- Martin Schmitt
"Auf dünnem Eis"
Arved Fuchs paddelte im Faltboot um Kap Hoorn, durchquerte
Grönland auf dem Hundeschlitten und marschierte nacheinander zu beiden
Polen. Der Weltenbummler über Abenteuerlust, eigene Grenzen, die
Sehnsucht nach der Arktis und darüber, warum die Eisbären traurig sind.
"Ich möchte ein Eisbär sein, im kalten
Polar, dann müsste ich nicht mehr schrei'n, alles wär' so klar. Eisbären
müssen nie weinen", sang die Band Grauzone in ihrem Lied "Eisbär". Das
war 1981. Da war der Kalte Krieg noch ziemlich kalt und jenseits des
nördlichen Polarkreises, dort wo die Eisbären leben, war es das auch.
Insofern konnte die Band in der Tat davon ausgehen, dass Eisbären nie
weinen müssen. Mittlerweile jedoch hat die Traurigkeit auch Meister Petz
erreicht. Den weißen Pelzträgern drohen gar die Taschentücher
auszugehen. Denn "im kalten Polar" wird es immer wärmer, das Eis
schmilzt, der Mensch kommt. Damit aber schrumpft der Lebensraum der
flauschigen Raubtiere.
"Der Wandel ist dramatisch", sagt einer, der es wissen muss. Kaum jemand
kennt die arktischen Gefilde aus eigener Anschauung so gut wie Arved
Fuchs. Seit fast 30 Jahren ist der Mann aus Bad Bramstedt im
nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein im weit höheren Norden, dem
Reich der Mitternachtssonne unterwegs, zu Fuß und mit dem Schlitten, dem
Ballon oder dem eigenen Schiff, dem segelbewehrten Haikutter "Dagmar
Aaen".
Mit diesem hat er die Nordostpassage durchfahren, den Seeweg von Europa
nach Fernost entlang der Küste Sibiriens. Und auch mehrfach die
legendäre Nordwestpassage, das Gewirr von Wasserstraßen zwischen den
schroffen, eisigen Inseln im Norden Kanadas, wo eben noch der Weg frei
zu sein scheint, bevor Wind und Strömung die Eisschollen krachend zum
Packeis zusammentreiben, Durchkommen ausgeschlossen. Leicht kann das
Schiff festsitzen, einfrieren. Mehrfach überwinterte Fuchs im ewigen
Eis. Aber das nahm der Weltenbummler in Kauf. Mehr noch: Es gehörte zu
seinem Plan. Denn "intensiver lässt sich eine Landschaft wohl nicht
erleben", sagt der 54-Jährige mit dem Vollbart, der sein Markenzeichen
geworden ist. Die Natur erfahren mit allen Sinnen, ganz unmittelbar, das
ist sein Antrieb, sich "mit ihr auseinandersetzen".
Wer sich so stark auf das Erleben seiner Umwelt einlässt, der entwickelt
feine Sensoren für das, was um ihn herum vorgeht. Auch "weil es
überlebensnotwendig ist", die Zeichen der Natur deuten zu können, wie
der abenteuerlustige Norddeutsche nur zu gut weiß. Umso erschütternder
sind die Eindrücke, die Fuchs seit 2002 von Reisen in die russische und
kanadische Arktis oder auf die norwegische Inselgruppe Spitzbergen
mitgebracht hat.
"Die Verhältnisse in der Arktis haben sich völlig verändert." Wo
Eisfelder den Weg versperrten, etwa in der Nordwestpassage oder vor
Ostgrönland, "gab es 20ß06 auf einmal kein Eis mehr." Dafür gab es
verhungerte oder abgemagerte Eisbären. Diese jagen normalerweise auf dem
Packeis. Ein schöner Platz für Robben und ein fester Untergrund für ihre
Verzehrer. Ist aber das Eis zu dünn, zu weit entfernt oder einfach weg,
kommen die Eisbären trotz aller Schwimmkünste nicht an ihre Beute - sie
verhungern.
Das ist nicht alles. Der Boden taut auf, Siedlungen versinken im Morast.
Tier- und Pflanzenwelt verändern sich. Glücksritter und Großkonzerne
strömen in die empfindliche Region auf der Jagd nach Bodenschätzen. "Wir
haben Bohrschiffe gesehen, die auf ihren Einsatz warten", erzählt Fuchs.
"Im Norden herrscht Goldgräberstimmung." Das tauende Eis gibt den Zugang
zu Rohstoffen frei, die Begehrlichkeiten wecken. Anders als in der
Antarktis, die durch ein internationales Abkommen, den
Antarktis-Vertrag, geschützt ist. "So etwas wird in der Arktis nie
funktionieren", ist Fuchs überzeugt. Zu stark sind die Interessen.
Stattdessen steigt der Druck auf die Natur im Gleichschritt mit der
Temperatur, hat der Polarliebhaber und Extrem-Kaffeetrinker beobachtet.
Eine Gefahr auch für die Menschen, die dort leben, die Inuit. Bisher
unberührte Siedlungen geraten in den Fokus. "Es besteht die Gefahr, dass
die Kultur der Inuit verloren geht." Die Eisbären sind mit ihrer Trauer
nicht allein.
Zu den Inuit fühlt sich Fuchs besonders hingezogen, waren sie es doch,
die dem Jungspund einen gehörigen Teil dessen beibrachten, was ein
Mensch zum Überleben in der arktischen Wildnis braucht. Wie man sich
ernährt, ein Iglu baut oder mit Schlittenhunden umgeht. Wenn auch mehr
oder weniger gezwungen, weil sie der Deutsche so lange beschwatzte, bis
sie ihn mit auf die Jagd nahmen. Danach gehörte er quasi zur Familie.
Bis heute.
Das Hundeschlitten-Wissen setzte Fuchs 1983 bei der Durchquerung
Grönlands um. Dass er ebenso gut zu Fuß ist, bewies er 1989, als er zum
nördlichsten Punkt der Erde stapfte - und danach auch noch zum Südpol
und quer durch die Antarktis. Zusammen mit Reinhold Messner, was wohl
schon ohne die lebensfeindliche Umgebung keine leichte Aufgabe gewesen
wäre. Er stapfte durch den Regenwald auf Borneo und bezwang namenlose
Gipfel in Patagonien, wo er mit vier anderen neun Tage im Drei-Mann-Zelt
einen Schneesturm ausharrte.
"Da muss man dann schon auf Privatheit verzichten", meint er dazu nur.
Das ist bei seinen Expeditionen eher die Regel, denn meist sticht Fuchs
mit einer etwa zehnköpfigen Crew in See. Das bedeutet eine Menge
Verantwortung für den Teamleiter. Und "es ist ein bestimmter Typ Mensch
gefragt", sagt Fuchs. Nicht nur körperlich. "Die geistige Fitness ist
genauso wichtig."
Kein Platz für Wagemutige, die ihre Grenzen nicht kennen. Im Gegenteil.
Arved Fuchs geht seine Expeditionen ganz anders an: in der Kenntnis der
eigenen Grenzen und dem Willen, sie zu überwinden - aber erst nach
sorgfältiger Vorbereitung und stets mit einem Plan B im Gepäck. "Das
unmöglich Scheinende ermöglichen - das ist für mich ein kreativer
Prozess. Abenteuer findet im Kopf statt. geht das? Was brauche ich
dazu?" Der Rest ist Planung und Handwerk.
Als Abenteurer sieht sich der Globetrotter nicht. "Ich war nie auf der
Suche nach dem ultimativen Kick. Ich versuche, Gefahren zu vermeiden",
sagt der 54-Jährige, der Anfang 20 entschied, sein Dasein als Matrose
und Schiffsbetriebstechniker aufzugeben und sich künftig nur seinen
Expeditionen zu widmen. Und zu trainieren, beispielsweise im
Schockgefrierraum bei minus 38 Grad. "Ich musste Freunde überreden, dort
mit mir zu übernachten. Immer einen anderen."
Dadurch wurde er selbst fast zum Einzelgänger, ähnlich wie ein Eisbär.
Aber wer wie Fuchs "keine halben Sachen macht", muss da durch. "Du
darfst alles machen, aber du musst es richtig machen", ist ein Leitsatz,
den die Eltern ihm mit auf den Weg gaben. Ein zweiter könnte sein: "Geht
nicht, gibt's nicht." Denn "wenn jemand gesagt hat, das kann man nicht
machen, dann hat mich das angespornt", sagt der Weltenbummler, den es
schon in den Fingern kribbelt, wenn er nur wenige Wochen in der Heimat
weilt.
Dabei muss es nicht immer nach Norden gehen, aber oft. "Die Landschaft
nimmt mich gefangen", sagt er. Polarliteratur hat Fuchs schon als Kind
verschlungen. Heute schreibt er selbst welche. Und noch immer fasziniert
ihn die majestätische Schönheit der arktischen Landschaft und der
Eisberge mehr als alles andere. Die will er bewahren helfen. Vielleicht
auch durch Tourismus. Nicht in Massen. Aber wenn er behutsam ist, warum
nicht? Das würde der Arktis langfristig helfen, ist sich Arved Fuchs
sicher. "Man kann nur lieben, was man kennengelernt hat." Beispielsweise
die Eisbären. Aber nicht nur die im Zoo.
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