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PRESSEMELDUNGEN - ARCHIV
08.02.2008
"Hamburger Abendblatt" - Sophie Laufer
"Ein Unternehmer ist ein
Abenteurer"
Teamgeist, Vertrauen, offene Kritik
und Motivation - das sind die wichtigsten Prinzipien für erfolgreiche
Expeditionsreisen und Manager.
Was bringt 120 Unternehmer dazu, einem
Abenteurer zuzuhören? Es sind Geschichten wie von seiner Wanderung zum
Nordpol, die Arved Fuchs am Mittwochabend im hit-Technopark in Harburg
erzählt. Zusammen mit sieben Polarexperten ist er 1989 ins Packeis
aufgebrochen, zu einer 1000 Kilometer langen Tour. "Zu Beginn der
Unternehmung dachte ich noch, das wird toll, wenn so viel erfahrene
Menschen zusammenkommen. Aber wie sehr habe ich mich geirrt." Alle
Teilnehmer hätten sich zum Anführer berufen gefühlt, keiner habe
nachgeben und auf einen der anderen hören wollen. "Wir hatten große
Abstimmungsschwierigkeiten." Erst als die Verletzung eines Kollegen alle
zwang zusammenzuarbeiten, habe die Reise eine gute Wendung genommen.
Fazit: Nur ein Team, das konstruktiv zusammenarbeitet, kann Erfolg
haben. Oder: "Eine Gruppe von Alphatieren ist keine Gruppe."
Damit war Arved Fuchs präzise an jenem Punkt, der die Manager am meisten
interessierte: Was lässt sich fürs Geschäft von einem Abenteurer lernen?
Für Fuchs lautet die wichtigste Erkenntnis: "Auch ein Unternehmer ist
ein Abenteurer." Sein Ziel ist der Erfolg - und dieser stellt sich als
Abenteurer wie als Unternehmer am besten durch Teamarbeit ein. Die
Beschäftigten müssen motiviert und engagiert sein. In Extremsituationen
ist aber manchmal auch die einsamste Entscheidung des Anführenden
gefragt. Vertrauen zu den Mitarbeitern sei genauso wichtig, wie offene
Kritik. Was dies konkret bedeutet, erläuterte Fuchs an Beispielen aus
seinem Leben
hier geht es weiter
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01.02.2008
"Hannoversche Allgemeine Zeitung" - Vivien-Marie Drews
Der Willensstarke
Dem Abenteurer Arved Fuchs zieht es
immer wieder ins ewige Eis. Die extremen Erfahrungen dort können helfen,
das Leben insgesamt besser zu meistern, meint er.
Wenn jemand glaubwürdig über das Thema
Selbstmotivation sprechen kann, dann er. Tausende Kilometer hat der
Abenteurer Arved Fuchs schon im Polareis zurückgelegt - zu Fuß. Bei
jedem Schritt zehrten die Minusgrade an seinen körperlichen Kräften, so
lange, bis allein sein mentale Stärke ihn weiterwandern ließ. "Die
Polarregionen sind ein unnachgiebiger Lehrmeister für das eigene
Durchhaltevermögen", sagt der 54-Jährige mit der gegerbten Gesichtshaut.
Offensichtlich hat da schon so mancher Eissturm seine Spuren
hinterlassen.
"Es muss möglich sein, das Unmögliche möglich zu machen", sagt Fuchs. Er
sagt diesen Satz unaufgeregt, aber bestimmt. Wie ein Draufgänger wirkt
er nicht. Er sei eben willensstark, meint der Polarspaziergänger. Und
das ermögliche es ihm, regelmäßig über sich selbst hinauszuwachsen. So
zumindest hat Fuchs es kürzlich seinem Publikum im Hannover Congress
Centrum erklärt. 50 Gastronomen wollten sich von dem Expeditionsleiter
inspirieren lassen - um die Entwicklung des eigenen Willens
voranzutreiben. Vielleicht hatten einige von ihnen einen großen Mann mit
kräftiger Statur erwartet. Doch Fuchs wirkt kleiner und schmächtiger,
als man es von jemanden gedacht hätte, der die Naturgewalten schon so
oft bezwungen hat.
"Wenn ich mich zu etwas entschließe, dann muss ich es auch einhalten",
sagt Fuchs. Dieser Satz ist für den in Bad Bramstedt geborenen
Schiffsbetriebstechniker zum wichtigsten Prinzip geworden. Doch einfach,
und das wird in seinen Erzählungen deutlich, ist die Umsetzung auch für
ihn nicht immer gewesen. Etwa, als er im Jahr 1984 due gefährliche
Umrundung des Kap Hoorn in einem kleinen Seekajak wagte. Oder 1989, als
er sich bei Temperaturen von bis zu minus 52 Grad in 56 Tagen rund 1000
Kilometer über das Packeis zum geographischen Nordpol vorkämpfte.
Dennoch lautet Fuchs' simples Fazit nach mehr als 20 Expeditionen ans
Ende der Welt: "Die Menschen sind viel zu früh mit sich zufrieden."
Professionalität auf ganzer Linie, das scheint eine seiner großen
Stärken zu sein. Das kann erklären, warum er vor 19 Jahren mit dem
berühmten Bergsteiger Reinhold Messner in einer Zwei-Mann-Expedition zu
Fuß zum Südpol aufbrach und heute nach 93 Tagen und 2500 gemeinsamen
Kilometern durch den antarktischen Kontinent sagt: "Wir haben nie wieder
voneinander gehört. Uns verbindet nichts Persönliches, aber für das
Projekt waren wir das richtige Team." Da passt es ins Bild, dass auch
Rückschläge den selbstbeherrschten Fuchs nur für kurze Zeit zu
irritieren scheinen. Dreimal scheiterte er daran, sich mit seinem
Segelschiff "Dagmar Aaen" den Weg durch das dichte Packeis der
legendären Nordostpassage zu bahnen und so als erster Mensch den Nordpol
mit einem Segelschiff komplett zu umrunden. Für Fuchs ist das längst
kein Grund, nicht doch einen nächsten Anlauf zu wagen. Im Jahr
2002 glückte die riskante Fahrt durch das Nordpolarmeer tatsächlich.
Gegen das Älterwerden helfen aber weder Professionalität noch starker
Wille. 54 Jahre ist Fuchs jetzt alt. Noch hält er sich für fit genug, um
in der Eiswüste zu bestehen. Zumindest, solange er zwischendurch zur
Regeneration beim Tauchen in tropischen Gewässern immer wieder auftauen
kann. Aber Fuchs trifft Vorsorge für die Zeit danach. Weil er zu
den wenigen Menschen gehört, die mit eigenen Augen gesehen haben, wie
die Erderwärmung selbst die Giganten unter den Eisbergen zum Schmelzen
bringt, er hat sich dem Kampf gegen den Klimawandel zugewandt. Erst im
vergangenen Jahr begleitete er ein internationales Jugendcamp zum
Klimaschutz im norwegischen Spitzbergen.
Und dann sind da auch noch die Geschichten über die einsamsten Flecken
der Welt, die Fuchs zu erzählen hat: 14 Bücher hat er bereits
geschrieben - inspiriert von den Werken in seiner Bibliothek, die er
sich in seinem Haus in Schleswig-Holstein mit seiner Frau, einer
Architektin, eingerichtet hat. Es ist ein Raum voller Bücher, hinter
deren bröckeligen Lederrücken andere große Entdecker wie zum Beispiel
Charles Darwin von ihren Reisen um die Welt erzählen.

01.02.2008
"Kieler Nachrichten" - Jörn Radtke
"Jedes Unternehmen ist auch ein
Abenteuer"
Expeditionsprofi Fuchs: Weltmarkt
und Polarmeer haben viel gemeinsam
Kiel - "Expeditionsleiter" steht auf der
Visitenkarte von Arved Fuchs. Eine Berufsbezeichnung, mit der sich seine
Zuhörer am Mittwochabend zu identifizieren schienen. Lange und laut
applaudierten sie Fuchs (54) nach seinem Vortrag "Grenzen sprengen".
Rund 200 Gäste hatten sich zur Auftaktveranstaltung der "Finanzspektrum
2008" im Raum Ostsee in der IHK zu Kiel eingefunden, um mit Fuchs im
Faltboot, auf dem Segelschiff oder zu Fuß einen Hundeschlitten hinter
sich her schleppend auf Abenteuer zu gehen.
Und so durfte sich jeder Geschäftsführer und Teamleiter als Abenteurer
fühlen, als Arved Fuchs sagte: "Eine Expedition ist ein Unternehmen und
ein Unternehmen ist ein Abenteuer." Um dann klarzustellen: "Ein
Abenteurer ist kein Draufgänger!"
Risikoanalyse, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter,
funktionierendes Teambuilding, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft,
sich stets aufs Neue fortzubilden, sind das täglich' Brot des
Expeditionsreisenden, insbesondere wenn es ihn in unwirtliche Gebiete
wie die Arktis oder Antarktis zieht. Gute Vorbereitung ist alles.
Insofern unterscheidet sich das Polarmeer nicht vom Weltmarkt, auf
beiden herrscht raues Klima. Warum anziehen reicht nicht, um erfolgreich
zu sein. Und das wollen schließlich beide, Expeditionsreisende wie
Unternehmer.
Dass acht Polar-Experten auf einer Expedition nicht zwangsläufig ein
gutes Team bilden, gehört ebenso zu Fuchs' Erfahrungsschatz, wie die
Tatsache, dass selbst "zwei grundsätzlich verschiedene Charaktere
zusammenarbeiten und erfolgreich sein können." So geschehen, als Fuchs
und Reinhold Messner 1989 zu Fuß die Antarktis durchquerten, eine
Leistung, die niemand zuvor vollbracht hat. Beide kannten sich vor
dieser Tour nicht persönlich, jeder "auf seinem Gebiet für sich ein
Platzhirsch", wie Arved Fuchs es ausdrückt, fragten sie sich, ob sie
dieses Wagnis wohl eingehen und überstehen könnten. Sie konnten: 2800
Kilometer haben die beiden in 92 Tagen bei Eiseskälte per Pedes hinter
sich gebracht. Jeden Abend krochen sie erschöpft in ihr Zwei-Mann-Zelt.
"Natürlich gibt es da Probleme, wenn man so lange und so eng aufeinander
hockt. Aber wir haben sie immer konstruktiv gelöst", erzählt Fuchs. Und
das war auch besser so, denn: "Man ist dem anderen bei so etwas auf
gedeih und Verderb ausgeliefert." Das verbindet. Doch muss das
Überstehen von Extremsituationen nicht gleich zu Männerfreundschaften
führen, wie Fuchs lapidar nachschiebt: "Seitdem haben wir uns nie wieder
getroffen oder gesprochen."
Selbst so banale Erkenntnisse, dass sie bei schwerer See "alle an einem
Strang ziehen müssen", damit das Boot nicht untergeht, gewinnen in
Fuchs' Vortrag durch die Bebilderung mit Fotos aus dem Alltag eines
Expeditionsreisenden an Bedeutung. Hier steht nicht irgendein
selbsternannter Motivationspapst, der einem Binsenweisheiten als neue
Management-Konzepte verkauft, sondern einer, der wirklich weiß, was es
heißt, "kalte Füße zu bekommen" und trotzdem durchzuhalten. Bei allen
Entbehrungen weiß Fuchs, dass er sich diese Art des Lebens selbst
ausgesucht hat und dass sie ihn zufrieden macht. Abenteuer, das heißt
für Fuchs: "Das Restrisiko minimieren."

Januar/Februar 2008
"Süddeutsche Zeitung - WISSEN"
"Überall dort, wo man sich
wohlfühlt"
Der Abenteurer Arved Fuchs
durchquerte mit Reinhold Messner die Antarktis und hat Expeditionen in
aller Welt geleitet. Doch eigentlich umkreiste er dabei stets die
Kleinstadt in Schleswig-Holstein, in der er seit seiner Geburt - immer
wieder - lebt
Herr Fuchs, was fällt Ihnen als
Berufsreisendem zu Bad Bramstedt ein?
Da bin ich aufgewachsen und lebe noch immer dort. Das hat auch
praktische Gründe: Ich will nah an der Natur leben, aber auch nah an
einer Großstadt.
Passt der Begriff Heimat?
Der passt schon, obwohl ich dort gar nicht so oft bin. Aber an diesem
Ort sind Menschen, die mir wichtig sind, und ich finde es schön.
Allerdings wäre es mir zu wenig, immer nur dort zu sein. Und ich glaube,
ich könnte durchaus auch ganz woanders leben. So verwurzelt bin ich
nicht. Das hier ist mein Zuhause, aber ich kann mich überall heimisch
fühlen. Heimat ist überall dort, wo man sich wohlfühlt.
Warum haben Sie das Bedürfnis, immer wieder von zu Hause
wegzugehen?
Als junger Mann ist es mir in der heimatlichen Kleinstadt zu
eng geworden. Und das Sicherheitsdenken, das man ja auch mit Heimat
verbindet, habe ich nie gehabt. Ich wollte meine Träume leben, und das
hat sich bis heute nicht grundlegend geändert. So bin ich dann in der
Heimat auch zum Außenseiter geworden.
Wird die Ferne zur Ersatzheimat oder eher die Leute, mit denen
man auf einer Expedition zusammen ist?
Das Team spielt eine extrem wichtige Rolle. Wenn man es leitet, ist man
verantwortlich. Es wird zur Familie, in der ich mich dann auch geborgen
fühle. Ein echtes zweites Zuhause ist aber mein Schiff, die Dagmar
Aaen. Sie bietet das Stückchen örtliche Geborgenheit und
Vertrautheit, das man braucht. Wir haben das Schiff ja auch schon
einfrieren lassen und im Polargebiet darauf überwintert. Dann übernimmt
es genau die Funktion einer Hütte, eines Hauses, das vor der Kälte und
den sonstigen Gefahren da draußen schützt.
Was nehmen Sie auf Ihre Expeditionen von zu Hause mit, und warum?
Das hängt davon ab, wie viel Platz man hat. Ein Bild von meiner Frau
habe ich immer dabei, auf dem Schiff auch immer Bücher und Musik, die
mir lieb sind. Und ein Halstuch meiner Schwester, das ist aber eher ein
Talisman.
Haben Sie Heimweh unterwegs?
Echtes Heimweh nicht, aber ich vermisse manchmal einzelne Personen,
Menschen, mit denen ich gern sprechen würde, manchmal auch Dinge, das
komfortable Badezimmer etwa oder einen knackigen Apfel, in den man
reinbeißen würde.
Muss man weit weggehen, um das Zuhause zu schätzen?
Aus dem Wegsein resultiert auf jeden Fall eine Wertschätzung für das,
was man zu Hause hat. Wäre man immer da, würde man das ja als
Selbstverständlichkeit ansehen.
Wie ist es, nach einer langen Expedition nach Hause zu kommen?
Als wir nach unserer langen Tour auf der Nordwestpassage in den
Hamburger Hafen eingelaufen sind, war das gigantisch. Wir kamen die Elbe
hoch, wurden von Schiffen begrüßt, es gab eine riesige Willkommensfeier
im Hafen. Das hat uns alle gerührt. Dann der Blick über die Norddeutsche
Tiefebene, da kommen bei mir wirklich Heimatgefühle auf. Man ist wieder
angekommen. Dazu gesellt sich dann aber auch ein Gefühl von Wehmut, weil
mit der langen Reise auch ein Kapitel der eigenen Biografie zu Ende
geht, in das man, anders als nach Hause, nie mehr zurückkehren kann.
Wenn ich zu einer Expedition aufbreche, bin ich immer sicher, dass ich
nach Hause zurückkehren werde. Wenn ich nach Hause zurückkehre, ist
diese eine Expedition aber für immer vorbei.
Was machen Sie als Erstes zu Hause?
Stundenlang in der heißen Badewanne liegen.
Interview: Ulrich Kraft
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