Hauptseite      Sitemap     Kontakt     Impressum 
Arved Fuchs

ICE 2007

Vorträge

Expeditionen

Presse

TV-Termine

Shop

Newsletter
 

PRESSEMELDUNGEN - ARCHIV



08.02.2008

"Hamburger Abendblatt" - Sophie Laufer

"Ein Unternehmer ist ein Abenteurer"

Teamgeist, Vertrauen, offene Kritik und Motivation - das sind die wichtigsten Prinzipien für erfolgreiche Expeditionsreisen und Manager.

Was bringt 120 Unternehmer dazu, einem Abenteurer zuzuhören? Es sind Geschichten wie von seiner Wanderung zum Nordpol, die Arved Fuchs am Mittwochabend im hit-Technopark in Harburg erzählt. Zusammen mit sieben Polarexperten ist er 1989 ins Packeis aufgebrochen, zu einer 1000 Kilometer langen Tour. "Zu Beginn der Unternehmung dachte ich noch, das wird toll, wenn so viel erfahrene Menschen zusammenkommen. Aber wie sehr habe ich mich geirrt." Alle Teilnehmer hätten sich zum Anführer berufen gefühlt, keiner habe nachgeben und auf einen der anderen hören wollen. "Wir hatten große Abstimmungsschwierigkeiten." Erst als die Verletzung eines Kollegen alle zwang zusammenzuarbeiten, habe die Reise eine gute Wendung genommen. Fazit: Nur ein Team, das konstruktiv zusammenarbeitet, kann Erfolg haben. Oder: "Eine Gruppe von Alphatieren ist keine Gruppe."
Damit war Arved Fuchs präzise an jenem Punkt, der die Manager am meisten interessierte: Was lässt sich fürs Geschäft von einem Abenteurer lernen? Für Fuchs lautet die wichtigste Erkenntnis: "Auch ein Unternehmer ist ein Abenteurer." Sein Ziel ist der Erfolg - und dieser stellt sich als Abenteurer wie als Unternehmer am besten durch Teamarbeit ein. Die Beschäftigten müssen motiviert und engagiert sein. In Extremsituationen ist aber manchmal auch die einsamste Entscheidung des Anführenden gefragt. Vertrauen zu den Mitarbeitern sei genauso wichtig, wie offene Kritik. Was dies konkret bedeutet, erläuterte Fuchs an Beispielen aus seinem Leben
hier geht es weiter >>>




01.02.2008


"Hannoversche Allgemeine Zeitung" - Vivien-Marie Drews

Der Willensstarke

Dem Abenteurer Arved Fuchs zieht es immer wieder ins ewige Eis. Die extremen Erfahrungen dort können helfen, das Leben insgesamt besser zu meistern, meint er.

Wenn jemand glaubwürdig über das Thema Selbstmotivation sprechen kann, dann er. Tausende Kilometer hat der Abenteurer Arved Fuchs schon im Polareis zurückgelegt - zu Fuß. Bei jedem Schritt zehrten die Minusgrade an seinen körperlichen Kräften, so lange, bis allein sein mentale Stärke ihn weiterwandern ließ. "Die Polarregionen sind ein unnachgiebiger Lehrmeister für das eigene Durchhaltevermögen", sagt der 54-Jährige mit der gegerbten Gesichtshaut. Offensichtlich hat da schon so mancher Eissturm seine Spuren hinterlassen.
"Es muss möglich sein, das Unmögliche möglich zu machen", sagt Fuchs. Er sagt diesen Satz unaufgeregt, aber bestimmt. Wie ein Draufgänger wirkt er nicht. Er sei eben willensstark, meint der Polarspaziergänger. Und das ermögliche es ihm, regelmäßig über sich selbst hinauszuwachsen. So zumindest hat Fuchs es kürzlich seinem Publikum im Hannover Congress Centrum erklärt. 50 Gastronomen wollten sich von dem Expeditionsleiter inspirieren lassen - um die Entwicklung des eigenen Willens voranzutreiben. Vielleicht hatten einige von ihnen einen großen Mann mit kräftiger Statur erwartet. Doch Fuchs wirkt kleiner und schmächtiger, als man es von jemanden gedacht hätte, der die Naturgewalten schon so oft bezwungen hat.
"Wenn ich mich zu etwas entschließe, dann muss ich es auch einhalten", sagt Fuchs. Dieser Satz ist für den in Bad Bramstedt geborenen Schiffsbetriebstechniker zum wichtigsten Prinzip geworden. Doch einfach, und das wird in seinen Erzählungen deutlich, ist die Umsetzung auch für ihn nicht immer gewesen. Etwa, als er im Jahr 1984 due gefährliche Umrundung des Kap Hoorn in einem kleinen Seekajak wagte. Oder 1989, als er sich bei Temperaturen von bis zu minus 52 Grad in 56 Tagen rund 1000 Kilometer über das Packeis zum geographischen Nordpol vorkämpfte. Dennoch lautet Fuchs' simples Fazit nach mehr als 20 Expeditionen ans Ende der Welt: "Die Menschen sind viel zu früh mit sich zufrieden."
Professionalität auf ganzer Linie, das scheint eine seiner großen Stärken zu sein. Das kann erklären, warum er vor 19 Jahren mit dem berühmten Bergsteiger Reinhold Messner in einer Zwei-Mann-Expedition zu Fuß zum Südpol aufbrach und heute nach 93 Tagen und 2500 gemeinsamen Kilometern durch den antarktischen Kontinent sagt: "Wir haben nie wieder voneinander gehört. Uns verbindet nichts Persönliches, aber für das Projekt waren wir das richtige Team." Da passt es ins Bild, dass auch Rückschläge den selbstbeherrschten Fuchs nur für kurze Zeit zu irritieren scheinen. Dreimal scheiterte er daran, sich mit seinem Segelschiff "Dagmar Aaen" den Weg durch das dichte Packeis der legendären Nordostpassage zu bahnen und so als erster Mensch den Nordpol mit einem Segelschiff komplett zu umrunden. Für Fuchs ist das längst kein Grund, nicht doch einen  nächsten Anlauf zu wagen. Im Jahr 2002 glückte die riskante Fahrt durch das Nordpolarmeer tatsächlich.
Gegen das Älterwerden helfen aber weder Professionalität noch starker Wille. 54 Jahre ist Fuchs jetzt alt. Noch hält er sich für fit genug, um in der Eiswüste zu bestehen. Zumindest, solange er zwischendurch zur Regeneration beim Tauchen in tropischen Gewässern immer wieder auftauen kann.  Aber Fuchs trifft Vorsorge für die Zeit danach. Weil er zu den wenigen Menschen gehört, die mit eigenen Augen gesehen haben, wie die Erderwärmung selbst die Giganten unter den Eisbergen zum Schmelzen bringt, er hat sich dem Kampf gegen den Klimawandel zugewandt. Erst im vergangenen Jahr begleitete er ein internationales Jugendcamp zum Klimaschutz im norwegischen Spitzbergen.
Und dann sind da auch noch die Geschichten über die einsamsten Flecken der Welt, die Fuchs zu erzählen hat: 14 Bücher hat er bereits geschrieben - inspiriert von den Werken in seiner Bibliothek, die er sich in seinem Haus in Schleswig-Holstein mit seiner Frau, einer Architektin, eingerichtet hat. Es ist ein Raum voller Bücher, hinter deren bröckeligen Lederrücken andere große Entdecker wie zum Beispiel Charles Darwin von ihren Reisen um die Welt erzählen.


01.02.2008

"Kieler Nachrichten" - Jörn Radtke

"Jedes Unternehmen ist auch ein Abenteuer"

Expeditionsprofi Fuchs: Weltmarkt und Polarmeer haben viel gemeinsam

Kiel - "Expeditionsleiter" steht auf der Visitenkarte von Arved Fuchs. Eine Berufsbezeichnung, mit der sich seine Zuhörer am Mittwochabend zu identifizieren schienen. Lange und laut applaudierten sie Fuchs (54) nach seinem Vortrag "Grenzen sprengen". Rund 200 Gäste hatten sich zur Auftaktveranstaltung der "Finanzspektrum 2008" im Raum Ostsee in der IHK zu Kiel eingefunden, um mit Fuchs im Faltboot, auf dem Segelschiff oder zu Fuß einen Hundeschlitten hinter sich her schleppend auf Abenteuer zu gehen.
Und so durfte sich jeder Geschäftsführer und Teamleiter als Abenteurer fühlen, als Arved Fuchs sagte: "Eine Expedition ist ein Unternehmen und ein Unternehmen ist ein Abenteuer." Um dann klarzustellen: "Ein Abenteurer ist kein Draufgänger!"
Risikoanalyse, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, funktionierendes Teambuilding, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, sich stets aufs Neue fortzubilden, sind das täglich' Brot des Expeditionsreisenden, insbesondere wenn es ihn in unwirtliche Gebiete wie die Arktis oder Antarktis zieht. Gute Vorbereitung ist alles. Insofern unterscheidet sich das Polarmeer nicht vom Weltmarkt, auf beiden herrscht raues Klima. Warum anziehen reicht nicht, um erfolgreich zu sein. Und das wollen schließlich beide, Expeditionsreisende wie Unternehmer.
Dass acht Polar-Experten auf einer Expedition nicht zwangsläufig ein gutes Team bilden, gehört ebenso zu Fuchs' Erfahrungsschatz, wie die Tatsache, dass selbst "zwei grundsätzlich verschiedene Charaktere zusammenarbeiten und erfolgreich sein können." So geschehen, als Fuchs und Reinhold Messner 1989 zu Fuß die Antarktis durchquerten, eine Leistung, die niemand zuvor vollbracht hat. Beide kannten sich vor dieser Tour nicht persönlich, jeder "auf seinem Gebiet für sich ein Platzhirsch", wie Arved Fuchs es ausdrückt, fragten sie sich, ob sie dieses Wagnis wohl eingehen und überstehen könnten. Sie konnten: 2800 Kilometer haben die beiden in 92 Tagen bei Eiseskälte per Pedes hinter sich gebracht. Jeden Abend krochen sie erschöpft in ihr Zwei-Mann-Zelt. "Natürlich gibt es da Probleme, wenn man so lange und so eng aufeinander hockt. Aber wir haben sie immer konstruktiv gelöst", erzählt Fuchs. Und das war auch besser so, denn: "Man ist dem anderen bei so etwas auf gedeih und Verderb ausgeliefert." Das verbindet. Doch muss das Überstehen von Extremsituationen nicht gleich zu Männerfreundschaften führen, wie Fuchs lapidar nachschiebt: "Seitdem haben wir uns nie wieder getroffen oder gesprochen."
Selbst so banale Erkenntnisse, dass sie bei schwerer See "alle an einem Strang ziehen müssen", damit das Boot nicht untergeht, gewinnen in Fuchs' Vortrag durch die Bebilderung mit Fotos aus dem Alltag eines Expeditionsreisenden an Bedeutung. Hier steht nicht irgendein selbsternannter Motivationspapst, der einem Binsenweisheiten als neue Management-Konzepte verkauft, sondern einer, der wirklich weiß, was es heißt, "kalte Füße zu bekommen" und trotzdem durchzuhalten. Bei allen Entbehrungen weiß Fuchs, dass er sich diese Art des Lebens selbst ausgesucht hat und dass sie ihn zufrieden macht. Abenteuer, das heißt für Fuchs: "Das Restrisiko minimieren."




Januar/Februar 2008

"Süddeutsche Zeitung - WISSEN"

"Überall dort, wo man sich wohlfühlt"

Der Abenteurer Arved Fuchs durchquerte mit Reinhold Messner die Antarktis und hat Expeditionen in aller Welt geleitet. Doch eigentlich umkreiste er dabei stets die Kleinstadt in Schleswig-Holstein, in der er seit seiner Geburt - immer wieder - lebt

Herr Fuchs, was fällt Ihnen als Berufsreisendem zu Bad Bramstedt ein?
Da bin ich aufgewachsen und lebe noch immer dort. Das hat auch praktische Gründe: Ich will nah an der Natur leben, aber auch nah an einer Großstadt.
Passt der Begriff Heimat?
Der passt schon, obwohl ich dort gar nicht so oft bin. Aber an diesem Ort sind Menschen, die mir wichtig sind, und ich finde es schön. Allerdings wäre es mir zu wenig, immer nur dort zu sein. Und ich glaube, ich könnte durchaus auch ganz woanders leben. So verwurzelt bin ich nicht. Das hier ist mein Zuhause, aber ich kann mich überall heimisch fühlen. Heimat ist überall dort, wo man sich wohlfühlt.
Warum haben Sie das Bedürfnis, immer wieder von zu Hause wegzugehen?
Als junger Mann ist es mir in der heimatlichen Kleinstadt zu eng geworden. Und das Sicherheitsdenken, das man ja auch mit Heimat verbindet, habe ich nie gehabt. Ich wollte meine Träume leben, und das hat sich bis heute nicht grundlegend geändert. So bin ich dann in der Heimat auch zum Außenseiter geworden.
Wird die Ferne zur Ersatzheimat oder eher die Leute, mit denen man auf einer Expedition zusammen ist?
Das Team spielt eine extrem wichtige Rolle. Wenn man es leitet, ist man verantwortlich. Es wird zur Familie, in der ich mich dann auch geborgen fühle. Ein echtes zweites Zuhause ist aber mein Schiff, die Dagmar Aaen. Sie bietet das Stückchen örtliche Geborgenheit und Vertrautheit, das man braucht. Wir haben das Schiff ja auch schon einfrieren lassen und im Polargebiet darauf überwintert. Dann übernimmt es genau die Funktion einer Hütte, eines Hauses, das vor der Kälte und den sonstigen Gefahren da draußen schützt.
Was nehmen Sie auf Ihre Expeditionen von zu Hause mit, und warum?
Das hängt davon ab, wie viel Platz man hat. Ein Bild von meiner Frau habe ich immer dabei, auf dem Schiff auch immer Bücher und Musik, die mir lieb sind. Und ein Halstuch meiner Schwester, das ist aber eher ein Talisman.
Haben Sie Heimweh unterwegs?
Echtes Heimweh nicht, aber ich vermisse manchmal einzelne Personen, Menschen, mit denen ich gern sprechen würde, manchmal auch Dinge, das komfortable Badezimmer etwa oder einen knackigen Apfel, in den man reinbeißen würde.
Muss man weit weggehen, um das Zuhause zu schätzen?
Aus dem Wegsein resultiert auf jeden Fall eine Wertschätzung für das, was man zu Hause hat. Wäre man immer da, würde man das ja als Selbstverständlichkeit ansehen.
Wie ist es, nach einer langen Expedition nach Hause zu kommen?
Als wir nach unserer langen Tour auf der Nordwestpassage in den Hamburger Hafen eingelaufen sind, war das gigantisch. Wir kamen die Elbe hoch, wurden von Schiffen begrüßt, es gab eine riesige Willkommensfeier im Hafen. Das hat uns alle gerührt. Dann der Blick über die Norddeutsche Tiefebene, da kommen bei mir wirklich Heimatgefühle auf. Man ist wieder angekommen. Dazu gesellt sich dann aber auch ein Gefühl von Wehmut, weil mit der langen Reise auch ein Kapitel der eigenen Biografie zu Ende geht, in das man, anders als nach Hause, nie mehr zurückkehren kann. Wenn ich zu einer Expedition aufbreche, bin ich immer sicher, dass ich nach Hause zurückkehren werde. Wenn ich nach Hause zurückkehre, ist diese eine Expedition aber für immer vorbei.
Was machen Sie als Erstes zu Hause?
Stundenlang in der heißen Badewanne liegen.


Interview: Ulrich Kraft

 

© 2008 Arved Fuchs Expeditionen  -  Reiherstieg 2  -  D - 24576 Bad Bramstedt