Avanersuaq

Qaanaag

Von Qaanaaq, dem größten Ort der Region, soll es mit zwei Hundegespannen entlang der Küste nordwärts zum Humboldt- und Petermann-Gletscher gehen, die in Folge des Klimawandels rasant an Masse verlieren. Über das Inlandeis werden Arved Fuchs, Brigitte Ellerbrock, Martin Varga und Brent Boddy anschließend den Rückweg nach Qaanaaq wählen.

Die Expedition

Die Expedition "Avanersuaq" wird mit dem traditionellen Transportmittel der Polareskimos unternommen, dem Hundeschlitten. Die Inughuit leben seit tausenden von Jahren in verstreuten Siedlungen rund 1.000 südlich des Nordpols, konnten sich in der Abgeschiedenheit und der daraus resultierenden Isolation weitgehend ihre Identität bewahren.

Durch die Einflüsse des Klimawandels hat sich jedoch auch das Leben der Inughuit verändert, Arved Fuchs wird den Kontakt und das Gespräch mit den Einheimischen suchen. Das Expeditionsteam will sich auf dem Weg nach Norden von grönländischen Jägern begleiten und sich den Weg um kritische Kaps weisen lassen.

Klimawandel

Während der Avanersuaq-Expedition stehen die Auswirkungen des Klimawandels im Vordergrund. Welche Einflüsse hat die Erderwärmung auf das Gebiet zwischen dem 70. und 80. nördlichen Breitengrad? Fuchs und seine Begleiter wollen Vergleiche anstellen, Eisdickenmessungen des Meereises vornehmen.
Das Eis in der Arktis schmilzt aufgrund der globalen Erwärmung noch schneller als angenommen. Im Januar war es in diesem Jahr in der Arktis so warm, dass die Ausdehnung des Meereises auf den viertniedrigsten Stand für diesen Monat seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 sank. Bei der Satellitenbeobachtung können Wissenschaftler lediglich die Eisausdehnung erkennen, nicht aber die Eisdicke. Daher will Fuchs während der Hundeschlitten-Expedition im Nordwesten Grönlands Messungen vornehmen.

In der aktuellen Berichterstattung wird die globale Klimaerwärmung teilweise wie eine Randnotiz behandelt. Andere Themen beherrschen die Diskussion. In der öffentlichen Wahrnehmung ist der Klimawandel in den Hintergrund getreten, dabei ist das Thema aktueller denn je. Stattdessen treten so genannte Klimaskeptiker in den Vordergrund, die argumentieren, dass der Mensch die Veränderungen nicht maßgeblich verursacht und das der Klimawandel andere Ursachen als den CO2-Ausstoß habe und daher auch kein akuter Handlungsbedarf bestehe. Klimaforscher hingegen weisen nachdrücklich auf die weltweiten Gefahren hin, die aus dem ungebremsten Ausstoß von Treibhausgasen resultieren.

Gerade in den arktischen Regionen macht sich der Klimawandel stark bemerkbar, das Meereis schmilzt sogar noch schneller als erwartet. Wissenschaftler halten einen Anstieg des Meeresspiegels bis zum Ende des Jahrhunderts um einen Meter oder mehr für nicht unwahrscheinlich.

Die Avanersuaq-Region rückte 2010 in den Fokus als der dort befindliche Petermann-Gletscher an der Nordküste Grönlands von sich Reden machte. Damals löste sich eine Eisinsel vom Gletscher, die viermal so groß wie Manhattan war. Die 260 km2 große Eistafel brach von der Eiszunge ab und driftete ins offene Meer. Durch den Vorfall verlor der Gletscher rund ein Viertel seiner Länge, zuvor war die Eisablagerung 70 Kilometer lang.
Der Petermann-Gletscher liegt rund 1.000 Kilometer südlich des Nordpols und ist einer der beiden größten Grönlands. Aufnahmen des walisischen Glaziologen Alun Hubbard (Aberystwyth University) zeigen die rasante Veränderung innerhalb der vergangenen vier Jahre. In nur zwei Jahren löste sich fast die gesamte Eisdecke auf, die Eisschmelze übertraf dabei die Vorhersagen um das Doppelte.
Wie der Petermann-Gletscher zieht sich auch der Humboldt-Gletscher weiter zurück. Dieser größte Gletscher der Insel mündet in das Kane-Becken, welches zwischen der arktischen Nares-Straße und der kanadischen Ellesmere-Island liegt. Bei einer Mündungsbreite von über 100 Kilometern ist er der breiteste auf der Nordhalbkugel. Beide Gletscher zusammen haben ein Einzugsgebiet von 121.000 km2.

Ziel der Expedition

Ziel ist es, die Gletscher zu begehen und nach etwaigen Bruchstellen zu untersuchen. Die bereiste Region ist für den Eistransport aus dem arktischen Ozean von großer Bedeutung. Das Auftreten so genannter "Arches" (Eisbögen) ist für Wissenschaftler von großer Bedeutung. Die Arches stoppen den Eisfluss aus dem Arktischen Ozean und haben großen Einfluss auf den Eistransport. Während der Expedition wollen Fuchs und sein Team diese Eisbögen beobachten und die Bewegung des Eises mittels GPS ermitteln.

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Veröffentlichung:

Montag, 28. Januar 2013