22.03.2016: Puerto Williams

Pinguinprojekt

Das Pinguinprojekt ist abgeschlossen - leider ohne Erfolg.

Das anhaltend stürmische Wetter in der gesamten Kap Hoorn Region hat die geplanten Anlandungen auf der Isla Noir, den Ildefonso Inseln (Foto) und Diego Ramírez scheitern lassen. Zwar ist die "Dagmar Aaen" trotz des rauen Wetters mit dem Biologen Dr. Klemens Pütz an Bord zu den Ildefonso Inseln gelangt - bei vier Meter Seegang und Starkwind war an ein Anlanden allerdings nicht zu denken. Schon das Aussetzen des Beibootes wäre zu gefährlich gewesen.

Die Inseln liegen südwestlich von Kap Hoorn und sind so klein, dass sie keinen Schutz vor Seegang gewähren können. Zudem sind sie extrem steil, so dass selbst bei moderaten seegangsbedingungen ein Anlanden schwierig ist. Unter den angetroffenen Umständen wäre jeder Versuch einer Anlandung lebensgefährlich gewesen.

Geplant war Felsenpinguine mit Minisendern auszustatten, um deren ozeanische Wanderung während des Winters verfolgen zu können. Dr. Klemens Pütz hat sich auf die Pinguinforschung spezialisiert und hatte gehofft, den extrem schwer erreichbaren Inseln mit der "Dagmar Aaen" einen Besuch abstatten zu können, um einige der Pinguine zu besendern, wie es im Fachjargon heißt.
Auch auf den Diego Ramírez Inseln wie schon zuvor auf der Isla Noir konnte wegen des stürmischen Wetters nicht angelandet werden. Lediglich auf der Staaten Insel, die zu Argentinien gehört, gelanges einigen Wissenschaftlern von einem anderen Schiff aus eine Felsenpinguinkolonie zu erreichen und einige Tiere zu besendern. Die von uns angesteuerten Inseln gehören zu Chile und sind den Westwinden und Stürmen besonders ausgesetzt.

Insgesamt wurden 628 Seemeilen von der "Dagmar Aaen" und ihrer Crew für dieses Forschungsvorhaben zurückgelegt. Da die Mauser der Pinguine in diesen Tagen endet, macht es auch keinen Sinn, es abermals zu versuchen. Die Pinguine haben die Inseln verlassen und sind wieder im Ozean auf Wanderschaft.
Trotz des engagierten Einsatzes aller Beteiligten war dem Projekt leider kein Erfolg beschieden. Das schmerzt und alle sind enttäuscht, aber man muss auch mit Niederlagen leben können. Einmal mehr wird deutlich, dass mit dem Kap Hoorn-Wetter nicht zu spaßen ist.

Arved Fuchs

Sponsoren & Partner

Veröffentlichung:

Dienstag, 4. August 2015