02.09.2013: Gamvik

Gamvik

Pos. 71° 03’ N  028° 15‘ E

Der kleine Ort Vardø ist für uns zu einem markanten Waypoint unserer Expedition geworden. Am 17. Juli sind wir von hier aus zunächst Richtung Murmansk und später weiter Richtung Spitzbergen gestartet. Am 24. August sind wir nach der Spitzbergen-Umrundung und einer ziemlich heftigen Sturmfahrt über die Barentsee wieder in den kleinen Hafen eingelaufen. Die geglückte Spitzbergen-Umrundung hat  den Frust von Murmansk in den Hintergrund treten lassen. Wie hat Shackleton so schön gesagt: „Ein Mensch muss sich sofort ein neues Ziel setzen, wenn sich das alte als unerreichbar erweist.“ 

Es haben wirklich alle unglaublich zusammengehalten und an einem Strang gezogen

Gemäß dieser Einstellung haben wir uns voll und ganz Spitzbergen gewidmet – und sind voller frischer Eindrücke und Erlebnisse zurückgekommen. Es war  eine großartige Reise.
Vardø bedeutet aber auch Abschied. Brigitte, Raimer, Stefan, Matthias, Uli und Karsten müssen von hier aus die Heimreise antreten. Stefan hat noch am letzten gemeinsamen Abend die ganze Crew zu einem formidablen Essen im Restaurant eingeladen – ein schöner und würdiger Abschluss von einer in jeder Hinsicht ereignisreichen Zeit. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei der gesamten Mannschaft für den großartigen Zusammenhalt auch und besonders in schwierigen Zeiten bedanken. Es haben wirklich alle unglaublich zusammengehalten und auch im übertragenen Sinne gemeinsam an einem Strang gezogen. Kein einziges böses Wort, es war wirklich gelebte Kameradschaft! Das ist nicht immer selbstverständlich, deshalb nochmals an alle ein herzliches Dankeschön!

Die neu angereiste Crew besteht aus Fabian Reith, Thomas Engbert und Steffen Lembke. Alle drei sind schon auf früheren Reisen an Bord gewesen und kennen die "Dagmar Aaen" daher. Bootsmann Fabian Schlüssel und ich selbst sind natürlich auch dabei. Fabian ist nun schon seit Weihnachten gleich zu Beginn der Reise in Flensburg an Bord. Fabian hat sich bestens eingearbeitet und in die Mannschaft integriert. Immer gut gelaunt und voller Elan ist er eine echte Bereicherung der Stammcrew – und ganz nebenbei backt er als gelernte Bäcker wunderbare Brote und Kuchen und hat nach Raimers  Abreise  auch noch den Job des Smuts übernommen. Danke Fabian!      

Ziel Tromsø

Am 28. August sind wir von Vardø Richtung Tromsø ausgelaufen. Dort werden noch Urte Rätsch und Bernhard  Naber die Mannschaft vervollständigen. Das Wetter ist in diesen Breiten schon sehr herbstlich. Es wird außerdem wieder dunkel – daran müssen wir uns nach wochenlangen Tagen  ohne Dunkelheit erst einmal wieder gewöhnen. Und es ist ziemlich stürmisch geworden. Erstaunlich wie schnell das Wetter hier umschlägt.  Nachdem wir Vardø unter Segeln verlassen hatten, frischte der Wind innerhalb weniger Minuten immer weiter auf, plötzlich entstanden richtige Wasserhosen, die das Schiff mit brachialer Gewalt  trafen. Da wir vorsorglich schon das 2. Reff eingebunden hatten, war das kein Problem – aber vorausschauend und vorsichtig muss man hier schon sein. Abends haben wir dann  im Kongsfjord geankert und dabei seit langem wieder Sterne gesehen.

Abrupter Wetterwechsel auch gestern. Vormittags Segeln vom Feinsten, dann plötzliche Winddreher, Segel bergen, Maschine an und kurz darauf haben wir 30 Knoten Wind genau von vorn. Abends laufen wir den kleinen Hafen Gamvik an, wo wir bei mittlerweile schweren Sturmböen in dem engen und überfüllten Hafen den einzigen freien Liegeplatz an einer verfallen Pier ergattern. Der Sturm hält die ganze Nacht an und hält uns auch noch heute im Hafen fest. Der Wind kommt genau aus West – und das ist die Richtung in die wir wollen. Morgen soll es besser werden – ich werde berichten.

         

 

 

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Veröffentlichung:

Montag, 1. Juli 2013