Dreimal musste er aufgeben - aber diesmal soll alles klappen. Der deutsche Abenteurer Arved Fuchs hat sich umfassend auf diese unter anderem von NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND unterstützte Expedition vorbereitet. Von Ende Mai bis Ende Oktober 2002 wird er auf der Route der legendären Nordost-Passage durch das Nordpolarmeer segeln. Mit der "Dagmar Aaen" - einem umgebauten Schiffskutter - und mit Hilfe eines eingespielten Teams tritt Arved Fuchs den extremen Eisverhältnissen entgegen. NATIONAL GEOGRAPHIC wird nach Ende der Expedition im Heft ausführlich über das Abenteuer berichten.

 
NORDOST-PASSAGE
Tagebuch aus dem Eis

TAG:   18. Juli 2002
ORT:   Murmansk, Russland
POSITION:   68° 57' N
33° 07' O
WETTER:   15 Grad Celsius, sonnig
WEGSTRECKE:   Murmansk-Barentssee
230 Seemeilen




Seit vorgestern 16 Uhr befindet sich die "Dagmar Aaen" (im Foto links) im Hafen von Murmansk. Der Grenzübertritt nach Murmansk hat sich spannend gestaltet. Zunächst wurden wir mehrfach von der russischen Küstenwache über Funk angerufen, um schließlich auf offener See von einem Patrouillenboot gestoppt zu werden. Zwei Offiziere wurden mit einem Beiboot zu uns übergesetzt und überprüften unsere Pässe sowie die Schiffspapiere. Dieser Vorgang dauerte sage und schreibe sechs Stunden. Anschließend wurden wir mit Eskorte sowie einem Coastguard-Offizier an Bord in den Hafen von Murmansk geleitet, vorbei an Plattenbausiedlungen und unzähligen Schiffswracks.
  In Murmansk abermals ein stundenlanges Prozedere, bis Zoll, Immigration, Hafenbehörden und Grenzschutz das Schiff inspiziert und die Papiere überprüft hatten. Am Morgen gab es nochmal Besuch von offizieller Seite. Nachmittags werden wir uns mit der Lotsenvereinigung wegen des vorgeschriebenen Eislotsen zusammen setzen. Der Formalismus ist gewaltig und hat seit unserem letzten Besuch hier vor elf Jahren in keiner Weise nachgelassen. Aber wir sind eingereist! Unsere Papiere sowie die Genehmigungen sind akzeptiert worden und damit ist eine der schwierigsten Voraussetzungen für unsere Expedition geschaffen.

Unser russisches Crewmitglied Slava Melin, der sich seit über einem Jahr pausenlos für die Genehmigungen bei den russischen Behörden eingesetzt hat, ist seit vorgestern ebenfalls an Bord. Damit sind wir vollzählig (Im Bild unten zu sehen: Expeditions-Fotograf Thorsten Heller). Bis alle Formalitäten erledigt sind, wird es noch ein paar Tage dauern. Wir wollen aber so schnell wie möglich von hier aufbrechen, da jeder Wartetag auch neue Besuche von Behördenvertretern bewirken kann. Ansonsten sind wir sehr freundlich aufgenommen worden und haben seitens der Bevölkerung großes Interesse an unserer Expedition erfahren.


 
 
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TAGEBUCH AUS DEM EIS

28. Mai / Hamburg - Die "Dagmar Aaen" hat die Segel gesetzt...

6. Juni / Bergen - In den Hardanger Fjord und nach Bergen...

11. Juni / Ålesund - Letzte Tests auf der Fahrt nach Bodø...

2. Juli / Tromsø - Vollständig ausgerüstet nach Vardø...

12. Juli / Vardø - Haben bei Tauchgängen Kamtchatkakrabben entdeckt...

18. Juli / Murmansk - Wir wollen so schnell wie möglich wieder aufbrechen...

29. Juli / Barentssee - Auf dem Weg zu den Eisfeldern...

2. August / Karasee - Die ersten schwierigen Eisverhältnisse...

8. August / Dikson - Nur noch wenige Einwohner erinnern sich an uns...

14. August / Kap Tscheljuskin - "Die" Schlüsselstelle der Expedition gemeistert...

20. August / Tiksi - Eindrucksvolle Begegnungen mit Walrossen...

26. August / Dimtri-Laptew-Straße - Crewmitglied verletzt sich bei starkem Sturm...

6. September / Kap Deschnjow - Die Nordostpassage ist bezwungen...

11. September / Providenija - Auf dem Weg zum Winterhafen...

20. September / Dutch Harbor - Ende der Expedition...
 


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