|
Dienstag, 29. Juni 2010
Pos.: 50°50'26 N - 58°58'37 W
Unsere ersten Dreharbeiten in der ehemaligen Wikingersiedlung
L'Anse aux Meadows (Foto) sind gut verlaufen. Wir haben neben
diversen Einstellungen auch Interviews mit den Nationalparkangestellten
geführt.
Der
Ortsname L'Anse aux Meadows ist eine Art englisch-französische Mischform,
was im östlichen Kanada keine Seltenheit ist. Diese alte Siedlung war
wahrscheinlich nur wenige Jahre bewohnt, allerdings ist sie die bisher
einzige ihrer Art in Nordamerika, ausgegraben wurde sie 1961 von den
Norwegern Helge und Anne-Stine Ingstad, 1978 wurde sie von der UNESCO
zum Weltkulturerbe erklärt.
L'Anse aux Meadows besteht aus einer Ausgrabungsstätte und einem Nachbau
der ausgegrabenen Häuser. Man bekommt hier einen guten Eindruck über das
Leben der Wikinger. Es ist schon erstaunlich, was die damals geleistet
haben - mit den Langbooten von Grönland hierher zu segeln ist wirklich
nicht ohne, wir haben das ja gerade gemacht.
|
|
Ich frage mich, wieviele von den Booten aufgebrochen sind und
tatsächlich auch schließlich angekommen sind. Die alten Sagas berichten,
dass auf der Reise von Island nach Grönland von 24 gestarteten Schiffen
nur elf angekommen sind.
Gestern sind wir schließlich in La
Tabatiere auf Labrador angekommen. Ganz in der Nähe wohnt
Brigitte Engel. Brigitte und Elmar Engel - Elmar ist leider 2001
verstorben - kenne ich seit Mitte der 70er-Jahre. Sie haben mir damals
Tipps für
meine
erste Wildwasser-Expedition in Quebec und Labrador gegeben. Nach dem
Besuch hier an der Ostküste Labradors geht die Reise weiter - das
nächste Ziel wird Rocky Harbour sein.
Die Menschen hier sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Das
Wetter ist an Land milde und sonnig, auf dem Wasser aber immer noch
ziemlich kalt. Besonders der dicke Seenebel ist undurchdringlich und
verursacht eine klamme, unangenehme Kälte - aber wird sind ja gut
ausgerüstet.
|