Wittstock Hamburg

Gesamtschule "Bruno H. Bürgel" in Rathenow
auch im Netz unter Icebound-Bürgel

Arved Fuchs besucht die Bürgelianer

Nach der überaus erfolgreichen Zusammenarbeit während der ICEBOUND-Expedition via Internet hatte Arved Fuchs am Montag, den 10.01.2005 sein Versprechen, die Bürgelschule in Rathenow zu besuchen, wahr gemacht. Die 13 direkt am Projekt beteiligten Schüler sowie Geografielehrer Ralf Kuchenbecker und Guido Pritzkow von MXM-Design erwarteten den Bad Bramstedter im Konferenzraum der Brandenburger Gesamtschule. Direktor Michael Hohmann begrüßte Fuchs voller Stolz. "Die eigene Leistung nicht überbewerten, sondern das Team loben - das hat Stil und eine durch nicht zu übertreffende Glaubwürdigkeit", sagte der Schulleiter in seiner Ansprache. Er dankte dem Expeditionsleiter für sein Engagement genauso wie Kuchenbecker und Pritzkow für deren Einsatz, die als "positiv Verrückte und Abenteurer dem Durchschnitt dem Kampf angesagt hätten."
 

"Sie sind nicht nur der Kapitän Ihrer Crew, Sie sind in gewisser Weise auch unser Kapitän", erklärte Hohmann weiter, "und das, weil wir von Ihnen lernen können. Motivation, Zielstrebigkeit, Beharrlichkeit und nicht zuletzt das Geheimnis des Könnens, das im Wollen begründet ist."
Im Anschluss präsentierten die Schüler aus den einzelnen Projektgruppen Ihre eindrucksvollen Arbeiten, die auf der eigenen Homepage aufgearbeitet wurden. Rund um Themen wie "Der Mensch als Teil und als Problem der Arktis" setzen sich die Schüler intensiv mit dem Klimawandel auseinander und wollen auch bei zukünftigen Projekten des Forschers aktiv dabei sein.
Krönender Abschluss des Tages war ein Ausflug im Cormoran von Wassersuppe aus über den Semliner See. Beendet wurde der Besuch des Weltreisenden am gemeinsamen Lagerfeuer.
 

Die Bruno H. Bürgel-Geamtschule in Rathenow hat ein Projekt ins Leben gerufen unter dem Namen "Bürgelschüler im Spannungsfeld zwischen Umweltengagement und Wissenschaft, Abenteuer und Hollywood-Dramatik."
Dazu wurden so genannte "Junior-Kutter" und "Senior-Kutter" gebildet mit Ralf Kuchenbecker als Steuermann.

 


Schüler der Gesamtschule in Rathenow bei der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Schülerprojektes 2004
 



Das Junior-Kutter-Team A besteht
aus Martina Pegel, Sina Voß und Jacqueline Schneider
Wir interessieren uns dafür, inwiefern Sie die Inuits in Ihr Projekt mit einbeziehen und ob sie auch persönlichen Kontakt zu ihnen haben.

 
Durch die Überwinterung in CB hat sich ein recht enger Kontakt zu der Bevölkerung eingestellt. Wir haben auch gezielt darauf hingearbeitet, dass die Menschen hier vor Ort wissen was wir machen und warum wir hier sind. So sind wir z.B. in die Schule gegangen u. haben vor Schülern gesprochen. Insbesondere die Kinder u. Jugendlichen sind immer wieder zum Schiff gekommen weil es natürlich auch eine gewisse Attraktion darstellt. Die Menschen hier haben sich auch mit den Entfernungen auseinandergesetzt, d.h. wie weit entfernt Europa von hier aus liegt. Wir sind hier wirklich sehr freundlich aufgenommen worden. Sowohl die Inuit wie auch die Kanadier sind sehr hilfsbereit und es hat sich zu einigen eine richtige Freundschaft entwickelt.
Ist es schwierig für Sie mit so vielen Menschen auf so engem Raum zu arbeiten oder gibt es auch manchmal Konflikte zwischen den Teammitgliedern?

 
Es ist wirklich sehr eng an Bord, insbesondere auch deshalb, weil wir sehr viel Proviant und Ausrüstung  dabei haben. Deshalb ist es wichtig, dass sich jedes Teammitglied lange vor Antritt der Reise mit den Lebensumständen an Bord vertraut macht, damit er dann letztlich nicht überrascht ist wenn die Reise beginnt. Mit anderen Worten: Es ist zu einem großen Teil eine Einstellungssache und man muss so eine Art zu reisen und zu leben wirklich wollen. Für Doug, Brent und Ian ist es eine neue Erfahrung , aber sie bestens vorbereitet. Insofern sehe ich keine Problem auf uns zukommen. Wichtig ist, dass ev. Konflikte angesprochen und rechtzeitig gelöst werden. Dann lässt sich alles regeln.
Wie kommen sie eigentlich mit den Witterungsverhältnissen klar?

 
Das Klima stellt momentan noch das geringste Problem dar, da wir ja immer noch Sommer haben. Allerdings heißt das hier trotzdem  bisweilen Schneeschauer u. Temperaturen, die mitunter nur + 2°C erreichen. Dann kann es aber auch wieder +10 C werden und sonnig. Man merkt jetzt aber schon, dass der Sommer sich dem Ende neigt, die Tage werden kürzer, nachts wird es dunkel und  die Luft wird kühler. Wir sind aber bestens ausgerüstet um dem Wetter zu trotzen.
 
Wie versorgen Sie sich auf dem Schiff mit Nahrung?

 
Wir haben eine große Menge an gefriergetrockneten Trekkingmahlzeiten an Bord. Diese Nahrung hat den Vorteil, dass sie leicht ist, wenig Stauraum beansprucht, lange haltbar ist und zudem schnell zubereitet werden kann. Es ist die optimale Expeditionsnahrung – und schmecken tut sie ebenfalls gut. Es gibt davon div. Fertiggerichte aber auch Gemüse wie Bohnen, Erbsen, Karotten, Kartoffeln, Zwiebeln etc. Wir haben für fast 1 Jahr Proviant an Bord.
Wie lange sind Sie unterwegs bis Sie am Ziel angekommen sind? Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Der Spruch „Zwischen dem Wort und der Tat liegt das Eis“ gilt ganz besonders für die Nordwestpassage. Eine Prognose ist daher wenig aussagekräftig. Wir hoffen, dass wir Mitte September das Eis hinter uns lassen können.
Wie haben sich die Inuit auf die Umweltveränderungen eingestellt? (06.09.) Die Inuit waren schon immer Meister im Anpassen an ein extremes KLima, sonst hätten sie in dieser Gegend nicht überleben können.
Wie sind die momentanen Wetterbedingungen? (06.09.) Das Wetter ist im Augenblick extrem stürmisch, die für diese Region typischen Herbststürme mit Winden bis zu 50 Knoten haben begonnen. Es ist außerdem wieder kälter geworden, gestern hatten wir Minusgrade. In 3-4 Wochen hält wieder der Winter Einzug.
Wie lebten die Inuit bevor die Europäer kamen? (06.09.) Man unterscheidet verschiedene Kulturstufen:
Frühzeit 3000 - 500 v. Chr.
Die so genannte Paläo ESkimos sind vermutlich aus Sibirien aus über die Beringstraße nach Amerika eingewandert und von dort aus im Laufe der Jahrhunderte weiter nach Osten bis nach Grönland zum Independence Fjord gewandert. Vermutlich war das Klima damals etwas wärmer. Daher bezeichnet man diese Kultur auch als Independence Kultur. Sie lebten unter unvorstellbar harten Bedingungen. Kajaks, Hundeschlitten, Harpunen und solide Behausungen waren ihnen unbekannt. Sie lebten in Zelten, Licht und Wärme gaben Tranlampen ab. In kanada setzten sich Gruppierungen fest, die als Prä-Dorset und als Dorset-Kultur (500 v. Chr. bis 1000 n. Chr.) bezeichnet werden. Diese Kultur wurde nach Cape Dorset benannt, wo man erste Reste gefunden hatte. Dort entwickelten sich die Menschen weiter, bauten Iglus, berbesserten ihre Jagdmethoden etc. Interessant ist, dass sich diese Kultur sehr lange auf Victoria Island gehalten hat (dort liegt Cambridge Bay) und es dort offenbar Kontakte mit der nächsten Kulturstufe, der Thule Kultur gegeben hat. Die Thule Kultur (1000 - 1800 n. Chr.) erfand das Kajak, das Umiak (mit grobem Leder bespanntes Boot), harpunen etc und entwickelte auch rituelle und religiöse (Schamane) Inhalte. Die Thule Kultur verdrängte schließlich die Dorset-Kultur und verbreitete sich über die gesamte kanadische Arktis. Um 1000 n. Chr. verschwand die Dorset-Kultur. Die Thule Eskimos sind die direkten Corfahren der heutigen Inuit. Ab dem 19. Jh. spricht man von der Historischen Periode. Erste Kontakte mit europ. Forschern, Entdeckern und Walfängern beeinflussten die Kultur, führte zu Handel, Krankheiten und einer rapiden Veränderung der Lebensgewohnheiten. Die Hudson's Bay Company errichtete in Kanada Handelsniederlassungen, wo die Inuit Nahrungsmittel, Waffen, aber auch Alkohol gegen Felle eintauschen konnten.
Können sich die einzelnen Besatzungsmitglieder auch zurückziehen? (06.09.) Jedes Crewmitglied hat seine eigene, zugegeben relativ kleine Koje. Dies ist an Bord der einzige Ort, an dem man sich zurcükziehen kann und so etwas wie Privatsphäre aufbauen kann. Einige bezeichnen die Koje allerdings als "Sarg", was wohl alles über die Größe dieses Rückzugsraumes aussagt...
   




Das Junior-Kutter-Team B besteht aus Sandra Thormeier, Kristin Graff und Ariane Gegenbauer
Wie ist die hygienische Situation auf dem Schiff ?
Wenn man so lange Zeit mit den gleichen Leuten auf engem Raum lebt, wie ist dann das "Klima" zwischen der Besatzung ?
Habt ihr einen Koch mit an Bord oder kocht ihr selbst ?
Es gibt einen kleinen Waschraum mit Toilette, einen Dusche ist nicht vorhanden. D. h. man kann sich waschen. Wer eine Dusche möchte kann die zwar auch haben, allerdings an Deck mit einem Eimer vorgewärmten Seewasser. Frischwasser ist fast ausschließlich zum Trinken und Kochen vorbehalten.
Das Bordleben ist meist von dem Wachrhythmus bestimmt. D.h. jeweils 2-3 Leute sind immer an Deck auf Wache. Die dauert jeweils 4 Stunden. Die anderen können in der Zwischenzeit andere Arbeiten an Bord durchführen, bzw. auch schlafen. So spürt man die Enge an Bord häufig gar nicht so sehr.
Einen Koch haben wir auf dieser reise leider nicht dabei. Daher macht jede Wache eine Mahlzeit: Die 8 – 12 Wache bereitet das Frühstück, die 12-4 Wache das Mittagessen und die 4-8 Wache das Abendbrot. Das klappt eigentlich sehr gut.
Inwiefern bekommt ihr die industriellen Einflüsse auf die Umwelt in der Arktis mit?
 
Speziell in Bay Chimo gibt es Überlegungen, einen Tiefwasserhafen zu bauen, um dort Bodenschätze, Gold, Diamanten aber wohl auch Öl abzuholen. Das ist zwar sehr umstritten, aber doch schon ziemlich konkret. An Bord selbst spürt man natürlich eher weniger von den industriellen Einflüssen auf die Umwelt in dieser Region. Aber in Gesprächen mit den Einheimischen (egal in welcher Gemeinde) kann man schon zwischen den Zeilen erkennen, dass sie die nicht abzustreitende Erwärmung in ihrer Region auf die Industrie zurückführen.

Und, wie denkt ihr darüber, dass der Mensch den ihm anvertrauten Planeten Erde so verschmutzt und eine 2. Eiszeit quasi herausfordert?
Wir sind tatsächlich sehr besorgt - deshalb wollen wir ja auf die Problematik aufmerksam machen. Aber wir brauchen Euch und Euer Engagement damit die Problematik öffentlich wird und sachlich fundiert diskutiert wird. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten verliert der Umweltschutz an Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Das möchten wir ändern.

Wir persönlich haben seit dem Film "The day after tomorrow" schon ein bisschen Zukunftsangst bekommen, auch wenn die in dem Film dargestellte Umweltkatastrophe ja den Wissenschaftlern zufolge nicht in Tagen sondern in Jahrzehnten stattfinden soll, ist es trotzdem schon beängstigend!
Ich glaube auch, dass "The day after tomorrow" die Problematik übertreibt. Aber für einen Spielfilm ist das legitim und schafft zudem Aufmerksamkeit für ein Problem, dass sonst stillschweigend seinen Lauf nimmt und langfristig verheerende Auswirkungen haben kann. Wir müssen jetzt und heute aufwachen und etwas dagegen tun - nicht erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist! Dafür brauchen wir Euch!
   




Zum Team des Senior-Kutters gehören Jan Buchholz, Lysann Freund, Christian Schmoll und Christin Schröter.


Das Team "Homepage" besteht aus Markus Rausch, Adrian Zirk und Eyk Kny

© 2004, Arved Fuchs, Reiherstieg 2, 24576 Bad Bramstedt.
Tel: (0 41 92) 201 60 23  Fax: (0 41 92) 201 29 26  e-mail:
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