Ice - Climate - Education
Svalbard 2007

I.C.E.-Partner























 

International Ice-Climate        
Education 2007

Forschungsprogramm

Klimamodelle sagen übereinstimmend voraus, dass sich aufgrund der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung die Arktis in den nächsten Jahrzehnten überproportional stark erwärmen wird. Möglicherweise ist aufgrund dieser Erwärmung der arktische Ozean schon ab Mitte dieses Jahrhunderts im Sommer nahezu vollständig eisfrei, sodass es zukünftig in der Arktis kaum noch mehrjähriges Meereis geben wird.
Seit Millionen von Jahren ist der Arktische Ozean aufgrund eines sensiblen Gleichgewichts zwischen Meereisneubildung im Winter und teilweisem Abschmelzen im Sommer ganzjährig von Eis bedeckt gewesen, sowohl in Eiszeiten als auch in Warmzeiten. Das prognostizierte mögliche Verschwinden des Meereises während der Sommermonate noch im Laufe dieses Jahrhunderts stellt daher ein in der jüngeren Klimageschichte noch nie da gewesenes Phänomen dar, dessen Auswirkungen auf das globale Klimasystem derzeit weltweit erforscht werden.

Im Rahmen des Internationalen Polarjahres 2007/08 werden zahlreiche wissenschaftliche Expeditionen das ganze Jahr über in der Arktis und Antarktis Messungen vornehmen. Als Basis dienen dabei sowohl Eisdriftstationen als auch Forschungsschiffe, mit jeweils auftretenden Vor- und Nachteilen: Eisdriftstationen erlauben es, sehr lange Messreihen verschiedener Eigenschaften des Eises, des Ozeans und der Atmosphäre zu erhalten, die aufgrund des passiven Mittreibens der Eisdriftstation in ihrer kleinskaligen Struktur kaum gestört werden.
Andererseits ist gerade dieses passive Mittreiben der Station ihr größter Nachteil, verhindert es doch ein aktives Aufsuchen wissenschaftlich interessanter Gebiete. Darüber hinaus können Eisdriftstationen in erster Linie nur in dickem, stabilem mehrjährigem Eis angelegt werden, nicht aber in der wissenschaftlich überaus interessanten Eisrandzone.
Dieser Nachteil von Eisdriftstationen existiert bei den aktiv angetriebenen Forschungsschiffen nicht: Sie können sich heutzutage nahezu vollkommen frei im Eis bewegen und relativ unkompliziert in wissenschaftlich relevante Gegenden in der Arktis vordringen. Aufgrund der hohen Kosten des Betriebs von Forschungsschiffen sind jedoch längerfristige Messreihen aus einem bestimmten Gebiet nur selten zu erzielen. Häufig stehen selbst bei mehrmonatigen Expeditionen für jede der an Bord befindlichen Wissenschaftlergruppen nur wenige Messtage zur Verfügung.
Darüber hinaus verhindern Forschungsschiffe häufig aufgrund Ihrer großen Verdrängung und der starken Verwirbelung des Wassers die hoch aufgelöste Messung von kleinskaligen Phänomenen im Ozean.

Wissenschaftliche Messungen von Bord des mit 18 Meter recht kleinen Segelschiffes "Dagmar Aaen" aus erlauben es, die Vorteile sowohl von Eisdriftstationen als auch von Forschungsschiffen in einem gewissen Maße miteinander zu verbinden:
Aufgrund ihrer kleinen Verdrängung und der recht langsamen Fahrt stört die Dagmar Aaen kaum die Struktur des umliegenden Wassers, erlaubt aber aufgrund ihrer auch noch innerhalb der Eisrandzone recht großen Beweglichkeit das Aufsuchen von wissenschaftlich interessanten Gebieten. Darüber hinaus erlaub die Ungebundenheit der Dagmar Aaen eine hohe räumliche und zeitliche Anpassungsfähigkeit des wissenschaftlichen Forschungsprogramms an die örtlichen Gegebenheiten. Ziel des Programms ist es, diese Vorteile der Dagmar Aaen im Vergleich zu Driftstationen und großen Forschungsschiffen in bestem Maße auszunutzen.

weiter