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      Dagmar Aaen - Überwinterung Blog
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          Auf der Suche nach dem "freien" Wasser
 
               

29.10.
Es ist ein herrlicher Tag und wir bereiten uns auf die Ankunft von Dirk Notz vor. Schon gestern haben wir die "Dagmar Aaen" komplett gereinigt, alles ist schön sauber. Rémy und Martin machen uns auf den Weg nach Upernavik. Wir kaufen Lebensmittel ein (auch Seehund), besorgen Frischwasser und checken das Postfach. Pünktlich um 14:15 Uhr Ortszeit landet der Flieger mit Dirk an Bord. Wir empfangen ihn am Flughafen, die Rückfahrt zur "Dagmar Aaen" braucht seine Zeit, wir kommen mit dem 25 PS Motor nur langsam voran. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn wir genießen die wunderschöne "Abendstimmung" um ca. 15:30 Uhr. Gegen 20 Uhr driften die ersten kleineren Schollen in unsere Bucht, obwohl es windstill ist. Später bestaunen wir die ersten wirklich starken Nordlichter.

30.10.
Wir verbringen einen ruhigen Tag. Dirk hat sich im Vorschiff eingerichtet, er liest und schreibt viel. Wir bevölkern das Mitschiff. Kai kocht sieben Stunden ein Robbengulasch und arbeitet nebenher mit seinen Knochen und Hörnern. Rémy und Martin besichtigen die Eislage von dem nächst gelegenen Hügel - wir filmen und fotografieren. Am Abend speisen wir hervorragend: Robbe auf Reis. Exzellent!

31.10.
Vormittags bekommen wir Besuch von einem Bewohner aus Upernavik. Er heißt Nils und ist offiziell für die Jagdlizenzen und Fischereiquoten verantwortlich. Wir plaudern und trinken Kaffee. Nachmittags holen wir Eisbrocken, um unsere Frischwasservorräte aufzufüllen. Es ist möglich, mit dem Plastikboot durch die Bucht zu fahren, obwohl Schollen diese "verstopfen". Wir lagern das gesammelte Eis auf Deck und schmelzen gleich ein paar Brocken ein. Die Frischwassertanks lassen sich aber durch das Schmelzen nicht so einfach füllen.

01.11.
Es ist Sonntag, wir starten gemütlich in den Tag, mit leckeren Pfannkuchen. Danach erkunden wir mit Dirk die Umgebung. Er will einen geeigneten Platz für eines seiner Messinstrumente finden. Es soll nahe der Küste auf Grund gelegt werden  und das Dünungsverhalten während der Meereisbildung aufzeichnen. es ist ein perfekter Tag, um die Insel um Upernavik abzufahren, bloß leider finden wir den gesuchten ruhigen Platz nicht. Überall treibt viel Gletschereis, es scheint nirgendwo einen 100%ig sicheren Platz zu geben. Wir holen Frischwasser von Upernavik und machen uns auf den Weg zurück zur "Dagmar Aaen". Dort erwartet und Rémy, zusammen mit Besuch. Es ist Karl Petersen, ein schon bekanntes Gesicht aus Upernavik. Er hat eine Robbe erlegt und sie uns zum Freundschaftspreis verkauft. Wir versuchen uns zu verständigen, trinken zusammen Kaffee. Rémy zerlegt die Robbe auf einer Eisscholle. Wir besitzen jetzt ca. zehn kg Fleisch und Innereien und Blubber. Wir werden mit Sicherheit etwas Gutes daraus zubereiten können.
Die Eisbedingungen rund um die "Dagmar Aaen" sind unverändert. Viele Schollen in der Bucht, aber das Eis ist passierbar.

02.11.
Nach dem Aufstehen beobachten wir einen der Polarfüchse. Er sitzt direkt neben der "Dagmar Aaen" auf dem Eis und frisst die Robbenreste. Er scheint sich von unserer Anwesenheit nicht gestört zu fühlen, er bleibt einfach dort und lässt sich das Festmahl schmecken. Wir sind etwas erstaunt, aber freuen uns natürlich, dass wir den Fuchs so gut und einfach beobachten können.
Die Eisschollen haben sich zusammengeschoben. Wir beschließen, wenigstens eine freie Durchfahrt zu der "Bartch" (dem schwimmenden Anleger) zu öffnen. Dirk würde gerne die Bucht nutzen, um seine Eis- und Temperaturdaten zu erhalten. Es ist nicht einfach eine Rinne zu schaffen, aber es gelingt uns schließlich. Die "Eismatsche" (Slush) ist ca. 5cm dick. Wir versuchen auch eine Durchfahrt zum nächsten "freien" Wasser zu schaffen. Aber das gelingt uns nicht. Wir brauchen Unterstützung vom Wind, anderenfalls werden wir die Messgeräte, die am 03.11. per Container eintreffen sollen, nicht hierher zur "Dagmar Aaen" bekommen, was extrem schlecht wäre... aber wir müssen abwarten.
Am Abend schneit es viel, der Wind kommt aus nordwestlicher Richtung - ziemlich ungünstig für uns...


         
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