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      Dagmar Aaen - Überwinterung Blog
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          Vom Nikolaus vergessen...
 
               

03.12.
Ein Tag unter Deck. Kai und Rémy beschäftigen sich mit Schnitzarbeiten und versuchen verschiedene Knoten aus "The Ashleys book of Knots" zu fertigen. Keine leichte Aufgabe für Rémy, manchmal sitzt er Stunden an einem einzigen Knoten. ich bin ein Weilchen mit dem Plastikboot unterwegs und fange Dorsche. Abends wird dann Cod Mediteran serviert - sehr schmackhaft! Ein Hauch vom Süden und der Wärme weht durch das Mittschiff. Danach schauen wir uns Arved Fuchs Videos an. "Der vergessene Seeweg Sibiriens" und "Die Durchquerung der Nordwestpassage". Spannend!

04.12.
NOTHING SPECIAL!

05.12.
Es ist windig und recht kalt. -11,5 °C Lufttemperatur.
Kai und Rémy fahren nach Upernavik. Das Meereis wurde vom Wind weiter raus auf das offene Meer getrieben, der Weg zum Hafen ist also wieder frei. Die beiden besuchen einen Handwerkermarkt, man könnte ihn auch "Weihnachtsmarkt" nennen. Er werden selbstgefertigte Pelzbekleidung, Messer, Schmuck und Weihnachtsgebäck angeboten. Es ist ganz o.k., aber es ist nichts sensationell Gutes zu finden.
Um 17 Uhr sind beide wieder an Bord. Ich mache den Waschtag und filme ganz in Ruhe mehrere Sequenzen. Nachts können wir irgendwie nicht gut schlafen. Rémy und ich treffen uns im Vorschiff und quatschen ein bisschen. Die Unterhaltung ist gut, wir diskutieren unsere momentane Überwinterung, sprechen aber auch über ganz persönliche Zukunftspläne, die wir im nächsten Jahr anpacken wollen. Das Gespräch ist sehr interessant und dauert bis in die frühen Morgenstunden. Was soll's - es ist ja eh immer dunkel, wir werden einfach mal lange ausschlafen.


06.12.
Nikolaustag!
Wir stellen alle unsere Stiefel an Deck, aber wir werden leider vergessen!!! Keine Nüsse, keine Lebkuchen!
Niedergeschlagen verschlafen wir den kompletten Tag in den Kojen. Nein...
Es ist ein klarer Tag und nicht zu kalt. Nach dem Frühstück fahren Kai und ich mal wieder mit dem Boot raus, wir tuckern 1,5 Stunden durch den Fjord - vorbei an gigantischen und wunderschönen Eisbergen. Wir haben klare Sicht, genießen sagenhafte Farben am Himmel und im Eis. Der Ausflug war ziemlich schön, die Weite und die Ruhe einfach ein Genuss.

07.12.
Das Barometer fällt, wir bekommen stärkeren Wind aus nordwestlicher Richtung und Schneefall. Der Windgenerator speist "Saft" in die Batterien, die "Dagmar Aaen" liegt gut vertaut an ihrem Ankerplatz, rund um das Schiff hat sich eine Eisfläche gebildet. Noch ist es nicht überall begehbar, aber in ein paar Tagen sollte es hoffentlich in einem Umkreis von 50m stabil genug sein. Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir an unserem endgültigen Überwinterungsplatz angekommen sind.

08.12.
Die ganze Nacht über war es weiterhin windig. Auch tagsüber bleibt der Wind aus Nordwest bestehen. Es schneit ununterbrochen, die Temperatur liegt heute bei -11,5 °C. Dämmerlicht haben wir von 11 bis 14 Uhr.
Wir sind hauptsächlich unter Deck aktiv. Kai fertigt eine Halskette, Rémy beweist seinen langen Atem und knotet stundenlang an einem Armband. Ich schreibe Briefe und im Moment ins Logbuch. Zusätzlich bin ich ab jetzt täglich dabei, wissenschaftliche Daten zu sammeln. Der Computer vom Max Planck Institut ist eingerichtet, die Software läuft und auch der Datenlogger scheint nach mehreren vergeblichen Versuchen die gewünschten Ergebnisse zu liefern. Gut, ich bin erleichtert.

09.12.
Die Außentemperatur beträgt -12,9 °C, Wind aus Nordwest. Unser Windgenerator läuft 24 Stunden durch, trotzdem müssen wir einen kleinen Dieselgenerator anschmeißen, denn die Heizung der Navi und die Pumpen verbrauchen relativ viel Strom. Wir machen Film- und Fotoaufnahmen, später am Tag beschäftigt sich jeder mit sich und seiner Weihnachtspost, bzw. den verschiedenen Geschenken.

10.12.
Der Wind flaut etwas ab, es bleibt aber mit -13,3 °C recht frisch. Hier im Vorschiff hat es dafür komfortable 18,9 °C. Da Rémy und ich morgen einen Abstecher nach Upernavik machen wollen, müssen wir uns heute eine Rinne durchs Eis brechen. Rémy beginnt diese mühsame Arbeit mit der Eissäge, doch glücklicherweise kommt ihm ein Robbenjäger aus Upernavik zur Hilfe. Mit seinem 80PS-Außenborder lässt sich das Eis leichter öffnen.
Nach 15 Minuten ist er an der "Dagmar Aaen" und wir empfangen ihn natürlich freundlich und dankbar. Leider ist ein Gespräch schwierig, denn mit unserem Englisch kommen wir nicht sehr weit. Trotzdem, es war wunderbar, diese unverhoffte Hilfe hat uns eine Menge Arbeit erspart.
Wir rechnen damit, dass wir morgen sehr wahrscheinlich ein letztes Mal in diesem Jahr 2009 mit unserem Beiboot die kleine Bucht hier verlassen können, deshalb senden wir schon jetzt und auf diesem Weg:

Frohe Weihnachten und einen flotten Rutsch ins neue Jahr 2010!

Wir hoffen, dass ihr in Deutschland weiße Weihnachten erleben könnt... wir haben definitiv Schnee ohne Ende!

Grüße an alle - Kai, Rémy und Martin.



         
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