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10.11.
Kai und Rémy machen einen Abstecher nach Augpilagtok. Sie
sind mit Leifs Boot ein paar Stunden unterwegs. Hier an Bord
der "Dagmar Aaen" filmen wir mit Bernd und Uwe den ganzen
Tag. Fische fangen, Brot backen, ... auch "die Wissenschaft"
wird heute viel beobachtet. Sie schuften und bringen ihre
Messgeräte und Sensoren an. Es ist etwas chaotisch an Bord.
Wir sind natürlich immer noch zu Acht und überall steht das
unterschiedlichste Equipment herum. Das Vorschiff und die
Navi sind voll von "Wissenschaft" (mehr oder weniger
geordnete Schlachtfelder), das Mitschiff dient oft als Dreh-Location.
Auch hier herrscht mittleres Chaos... aber wir versuchen
alles in Grenzen zu halten. Wir arbeiten viel in der
Dunkelheit, denn die Sonne hat sich für dieses Jahr
endgültig verabschiedet. Tageslicht haben wir von 9:30 Uhr
bis 15:30 Uhr. Es werden also "Nachtschichten" geschoben...
wir gewöhnen uns schon mal dran.
11.11.
Der
Tag beginnt hell und klar, doch etwas später beginnt es zu
schneien. Dirk, René und Iris arbeiten weiterhin, nach einem
für Außenstehende völlig undurchsichtigen System, aber
unverändert zielstrebig, und Dirk strahlt eine Ruhe aus -
unglaublich. Auch René ist die Ruhe selbst.
Bernd und Uwe fahren zusammen mit Kai und Rémy in dichtem
Schneegestöber hinaus auf den Fjord. Sie wollen Jagdszenen
filmen, stattdessen drehen sie wunderschöne Eisberge, die in
den unterschiedlichsten Farben "leuchten". Rémy ist etwas
besorgt, denn während der Dreharbeiten bildet sich ein Riss
in einem nahen Eisberg. Sie gehen also auf Distanz - sicher
ist sicher. Ich (Martin) versuche fast den ganzen Tag Fische
zu fangen. Am Nachmittag sind es stattliche sechs Dorsche
geworden, die verspeisen wir genüsslich zum Abendessen.
12.11.
Wir stehen alle früh auf, denn es ist Abreisetag. Bernd und
Uwe haben ihr Material im Kasten und müssen nur noch ihr
Equipment packen. Ganz anders "die Wissenschaft". Sie
arbeitet noch auf Hochtouren, es wird etwas hektisch auf dem
letzten Drücker. Dirk gibt Rémy und mir noch
Bedienungsanleitungen, denn wir müssen in den nächsten
Monaten die Batterien betreuen, Eis- und Schneeproben
nehmen, Luftfilter installieren und Salzgehaltmessungen
durchführen. Um kurz vor 12 Uhr verlassen alle die "Dagmar
Aaen". Um 14:45 Uhr soll der Flieger starten. Kai und Rémy
bringen die Abreisenden nach Upernavik, sie geben auch
gleich das geliehene Boot zurück, holen Wasser und kaufen
ein. Ich mache den "Kahn" saubert. Abends resümieren wir die
letzte Woche. Wir streiten ein bisschen, Kai und ich sind
ziemlich unterschiedlicher Meinung, was Gastfreundschaft
bedeutet. Na ja, Streit kann eben auch mal vorkommen, später
haben sich unsere Gemüter wieder beruhigt. Wir trinken
Whiskey... ich leider etwas zu viel.
13.11.
Ich (Martin) bin den ganzen Tag ziemlich verkatert.
Leider... aber es ist nicht zu ändern. Kai und Rémy räumen
das Deck auf. Sie bringen die leeren Zarges-Boxen an Land
und sortieren Lebensmittel, Kleidung und das restlich
geschickte Material. Es ist ein klarer Tag, wir genießen die
Ruhe nach einer anstrengenden Woche. Der Generator bleibt
heute aus. Gut so!
14.11.
Wir
nehmen wir unseren üblichen Tagesrhythmus auf. Kai und Rémy
gehen nach dem Frühstück jagen. Sie wollen versuchen
Eiderenten, vielleicht sogar eine Robbe zu erlegen. Leider
ohne Erfolg. Ich beginne mich um die wissenschaftlichen
Instrumente zu kümmern. Rémy hilft mir nachmittags die
komplette "Insel" mit allen Messinstrumenten um 180° zu
drehen. Wir erreichen dadurch eine bessere Handhabung und
können auch besser zu den Batteriekästen gelangen. Außerdem
zurren wir die Leinen fest, jetzt müsste die ganze
Konstruktion sicher in der Bucht liegen. Kai besichtigt den
neuen Windgenerator. Er liegt noch immer in Einzelteilen an
Deck, aber in den kommenden Tagen soll er installiert und
hoffentlich auch funktionstüchtig sein. Abends essen wir mal
wieder ein leckeres Robbengulasch.
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