Expeditions-Logbuch

21. Juli 2025

Internationale Gäste an Bord

Die Segeltage auf der Nordsee waren perfekt ! Mit leichter Backstagsbrise ging es für uns Richtung Süden. Nach Zwischenstopps in Hirtshals, Hanstholm und Hvide Sande kam die anspruchsvolle Ansteuerung nach Föhr. Das Fahrwasser zur beliebten friesischen Insel ist schmal und kurvenreich, aber gut betonnt.

Da die Dagmar Aaen einen Tiefgang von 2,5 Metern hat, fiel wenige Meilen vor der Insel zur Sicherheit der Anker. Warten auf die Tide. Knapp zwei Stunden vor Hochwasser ging es dann sicher nach Wyk auf Föhr. Dort wurden wir bereits erwartet. Der Hafenmeister hatte uns einen zentralen Liegeplatz im alten Hafen zugewiesen.

Kaum waren wir fest, brachte man uns zwei Fahrräder, um mobil zu sein. Gastfreundschaft par excellence ! Auch hier im friesischen Wattenmeer stand einmal mehr die Wissenschaft im Vordergrund. Arved war eingeladen zu einem hochrangig besetzten Workshop. Ziel des „floating platforms seminar“ war es, die Zusammenarbeit von Betreibern wissenschaftlich orientierter Schiffe (sailing for science) und Forschern zu intensivieren. Eingeladen hatten das renommierte Schweizer „Swiss Polar Institute“ und dessen Gründer, der Unternehmer und Wissenschafts-Mäzen Frederik Paulsen, dessen Familie ihre Ursprünge auf Föhr hat.

Tagungsort war das von Frederik Paulsen betriebene Weingut Waalem in Nieblum. Die Teilnehmerliste hatte es in sich: Da waren Vertreter französischer Polar-Forschungsprojekte, Experten aus der Schweiz, Neuseeland und Dänemark, Forscher des bekannten British Antarctic Survey (BAS) aus England und Top Wissenschaftler wie zum Beispiel Antje Boetius, die frühere Chefin des Alfred Wegener Instituts, die mittlerweile in den USA forscht.

Spannend aus Deutscher Sicht: Auch Boris Herrmann, der charismatische Profisegler aus Hamburg war am Start. Der 44 Jahre alte Vendee Globe Bezwinger hat vor kurzem neben seiner Rennyacht ein Forschungs-Segelschiff (Malizia Explorer) in Fahrt gebracht, das er in polaren Regionen als Arbeitsplattform für Wissenschaftler einsetzen möchte.

Highlight aus Sicht der Dagmar Aaen Crew: Für einen Abend hatte Frederik Paulsen (der zum Beispiel auch das hochkarätige Museum Kunst der Westküste auf Föhr finanziert hat) alle Teilnehmer zu einem Empfang auf unserem Schiff eingeladen. Bei traumhaftem Wetter und leckerem Wein aus dem Weingut Waalem konnte Arved den rund 30 Gästen die Geschichte der Dagmar Aaen und die Hintergründe unserer Ocean Change Expeditionen vorstellen. Jeder Winkel des Haikutters wurde von den Teilnehmern bestaunt.

Für den meisten Gesprächsstoff sorgte aber ein Akkuschrauber, den wir einsetzen , um die 500 Meter lange Halteleine der CTD Tiefensonde aufzutrommeln. Diese simple Technik begeisterte die Gäste, weil sie zeigt, dass man auch mit kostengünstigen, selbstgebauten Installationen wissenschaftlich relevante Daten sammeln kann.

Arveds Seminar Bilanz: „Der Workshop auf dem Weingut Waalem war für alle Beteiligten sehr wertvoll. Die Vernetzung ganz unterschiedlicher Projekte hat begonnen, wir alle werden uns in der Zukunft enger austauschen, Erkenntnisse teilen und damit die polare Forschung noch intensiver unterstützen können. Mein besonderer Dank gilt unserem Gastgeber Frederik Paulsen und seinem Team. Frederik Paulsen hat durch sein Engagement die Perspektiven der „floating platforms im arktischen Raum ganz maßgeblich weiterentwickelt“ – soweit Arved Fuchs.

Wir sind jetzt wieder auf See. Unser nächstes Ziel ist Helgoland.

(Matze)

Position: 54.689482, 8.582382

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