05.07.2021: Island

Island

Wir sind weiter auf dem Weg nach Norden. Die Zeit auf See nutzen wir, um Daten für unsere Wissenschafts-Partner zu sammeln. Das sogenannte "OceanPack" läuft rund um die Uhr. Über die Messeinheit der Firma "subCtech" wird in einem permanenten Durchfluss das Seewasser analysiert. Temperatur, Salzgehalt und CO2-Sättigung sind nur einige der Parameter, die automatisch gemessen werden. Die gesammelten Daten landen in Echtzeit auf einem Server, der wiederum mit dem Dashboard des Geomar-Helmholtzzentrums verbunden ist. Auch hier auf unserer Homepage sind die Daten unter dem Button "Aktuelle Position der Dagmar Aaen" jederzeit aktuell abrufbar. Man muss kein Wissenschaftler sein, um die grafische Aufbereitung der Daten verstehen zu können. So erkennt man zum Beispiel deutlich, wie der Salzgehalt des Wassers auf dem Weg aus der Ostsee in den Nordatlantik ständig gestiegen ist.

Zusätzlich zum "OceanPack" haben wir auch Driftbojen der französischen Wetterbehörde Météo France (vergleichbar mit dem Deutschen Wetterdienst) an Bord. Zwei der rund 25kg schweren Messinstrumente haben wir bereits im Seegebiet zwischen den Färöer-Inseln und Island aktiviert und ausgesetzt. Die kugelförmigen Geräte werden an einer definierten Position über Bord geworfen. Völlig selbständig entfaltet sich dann ein langer Treibanker. Dadurch ist gewährleistet, dass die Boje langsam mit der Meeresströmung driftet. Ein batteriebetriebener Sensor soll dann drei Jahre lang Daten senden. Wo sich die Driftbojen aktuell befinden, ist auch auf dem Dashboard zu sehen.

Um auch Daten aus tieferen Wasserschichten sammeln zu können, haben wir eine Sonde der schleswig-holsteinischen Firma "Sea & Sun Technologie" an Bord. Mehrfach konnten wir das Gerät schon einsetzen. Dazu stoppen wir die "Dagmar Aaen" auf. An einer dünnen, aber reißfesten Leine wird die Sonde dann abgelassen. In bis zu 500 Metern Tiefe konnten wir bereits Messungen durchführen.

Mittlerweile haben wir Island erreicht. Wie liegen im kleinen Hafen von Seyðisfjörður in den Ostfjorden der Insel. Bei unserer Ankunft wurden wir extrem freundlich begrüßt. Der Hafenmeister persönlich nahm unsere Leinen an. Auch die Zollformalitäten und das gesamte Corona-Protokoll konnte problemlos abgewickelt werden.
Den Aufenthalt an der isländischen Ostküste konnten wir nutzen, um weitere Praxiseindrücke zum Thema Golfstrom zu sammeln. Das Unternehmen "Nibe Systemtechnik" lud uns ein in den Hafen von Borgarfjörður. Dort hat "Nibe" eine Wärmepumpe installiert, die das erwärmte Wasser des Golfstroms nutzt, um ein dreistöckiges Gebäude mit einem Café ganzjährig zu heizen. Ein spannendes Projekt.

Für uns geht es weiter in Richtung Polarkreis. Der nächste Hafen ist Húsavík an der Nordküste Island.

Matze

           

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Veröffentlichung:

Samstag, 17. April 2021