07.05.2006: Cape Woods

Cape Woods

Pos. 82° 21' N 86° 01' W

Momentan sind wir auf dem Schelfeis unterwegs: Das hat zwar den Vorteil, dass es dort relativ eben ist, aber wiederum den Nachteil, dass wir uns durch viel Tiefschnee kämpfen müssen; dieser lagert zudem auf Bruchharsch, welcher unter jedem Schritt einbricht. Selbst Skier richten wenig dagegen aus - ein recht kräftezehrendes Vorwärtskommen. Der Tiefschnee gleicht auf den ersten Blick einem Rätsel, denn es schneit nur äußerst selten. Aber offenbar sorgt der Transport durch den Wind für die lockeren Schneemassen, die sich wie Watte anfühlen.

Die Hunde laufen bis zum Bauch im Schnee und der Schlitten sackt bis zu den Querträgern ein - Schwerstarbeit, auch für die Hunde! Unter diesen Umständen sind Strecken über 15 Kilometer nicht zumutbar. Allerdings ist es auch für Brigitte und Torsten nicht leicht, die Pulkas in diesem Gelände zu ziehen. Um den Hunden das Vorwärtskommen zu erleichtern, planieren abwechselnd Falk und ich den Schnee, während der jeweils andere die Hunde dirigiert und von hinten den Schlitten anschiebt.

Er hat sein fast einer Woche nicht mehr gefressen

Der einsame Wolf ist noch immer da und sorgt zunehmend für Verdruss. Gestern hat er "Backe", einen unserer Hunde, angefallen und sich mit ihm verbissen. Wir konnten ihn zwar zunächst vertreiben, dennoch sucht er weiterhin die Nähe des Rudels. Es ist dauernde Vorsicht angesagt, und wir sind uns über die eigentliche Absicht des Wolfes nicht wirklich im Klaren. Offenbar versucht er mit allen Mitteln, sich in das Rudel zu integrieren, aber das funktioniert natürlich nicht.

Er hat mittlerweile seit fast einer Woche nichts mehr gefressen. Von uns kann er auch nichts erwarten, denn grundsätzlich soll vom Füttern der Wildtiere abgesehen werden, und außerdem würden wir ihn dann überhaupt nicht mehr loswerden. Ansonsten geht es uns allen weiterhin gut. Die Frostbeulen im Gesicht heilen langsam und im Zelt nehmen die Temperaturen durch die zunehmende Sonneneinstrahlung stetig zu. Nachts wird es in den dicken Schlafsäcken teilweise schon so warm, dass wir sogar den Reißverschluss öffnen müssen...

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Veröffentlichung:

Freitag, 10. Februar 2006