24. August 2011: Schwierige Eisfahrt Richtung Süden

Richtung Süden

Mittwoch, 24. August 2011
Pos.: 70°35'19 N - 20°56'42 W


Am heutigen Mittwoch, den 24. August, haben wir die diesjährige Grönland-Nordost-Expedition offiziell für beendet erklärt. Mit dem Aussetzen der Boje haben wir das Hauptziel der Expedition erledigt, zudem lässt der Zeitrahmen einen weiteren Versuch, nordwärts zu fahren, nicht zu.
Durch die aktuelle Eislage - sowohl die Nordwest- als auch die Nordostpassage sind in diesem Sommer komplett eisfrei, ist die Situation speziell hier an Ostküste so schwierig.

Durch den Ostgrönlandstrom wird das Eis aus dem Norden gen Süden gezogen - genau dorthin, wo wir uns bewegen.

Eismassen

Diese Eismassen an der Ostküste Grönlands lassen eine Fortsetzung der Fahrt einfach nicht zu. Der heftige Sturm der Vorwoche hat die Packeisfelder mächtig durcheinander gebracht. Leider gab es jedoch seit vergangenem Montag keine aktuellen Eiskarten, die verfügbar waren. Wir mussten uns mit Satellitenfotos behelfen, die aber die tatsächliche Eissituation nur erahnen ließen. Daher sind wir schon am Wochenende aus dem Kong Oscar Fjord wieder in Richtung Süden gefahren, nachdem wir die Tage zuvor unsere Eisboje ausgesetzt hatten. Die Drift der Boje ist auf unserer Website täglich abrufbar. Der momentan vorherrschende Südwest-Wind hat sie von der Küste wegtreiben lassen, momentan bewegt sie sich wieder etwas nördlich - es wird spannend zu sehen, welchen Weg sie letztendlich einschlagen wird.

Harte Arbeit

Vom Kong Oscar Fjord mussten wir uns durch das dicke Eis südwärts arbeiten, Nebelfelder erschwerten diese Arbeit. Heute morgen um 7 Uhr waren wir aus dem Eis raus - das war wirklich ein hartes Stück Arbeit. Aktuell steuern wir die Nordseite des Scoresbysundes an, begleitet von sieben Buckelwalen und zwei Walrössern.

Der Trawler, den wir eben getroffen haben, wartet schon seit drei Tagen, dass er nordwärts fahren kann.

Er konnte gar nicht glauben, dass wir aus dem Eis gekommen sind...

Die dichte Packeislage hat uns doch alle ziemlich überrascht und zwangsläufig konnten wir daher nicht so weit nördlich reisen wie ursprünglich geplant, aber das ist nicht vorhersehbar.

Unsere Hauptaufgabe während der diesjährigen Unternehmung war jedoch das Aussetzen der Boje - dies haben wir in der Vorwoche erfolgreich erledigt, momentan bewegt sich die Boje weiter südwärts. Der weitere Weg führt uns jetzt ins isländische Isafjordur, anschließend wird es noch einen letzten Crewwechsel geben, bevor wir die Heimat ansteuern werden...

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Veröffentlichung:

Sonntag, 27. Januar 2013