04. September 2011: "Dagmar Aaen" kehrt nach Húsavík zurück

Rückkehr

Sonntag, 04. September 2011
Pos.: 66°02'35 N - 17°20'33 W


Island mit seinem wunderbaren Hafen Húsavík hat uns wieder! Es ist zwar nicht unser erster Hafen auf Island seit unserer Rückkehr von Grönland, aber in Húsavík ist es so, als würde man zu Hause einlaufen.  Zuvor sind  wir bereits in Isafjördur in den Westfjorden gewesen.

Aber Húsavík ist etwas Besonderes.

Unsere Freunde von North-Sailing erwarten uns, wir können direkt an dem Schwimmsteg vor dem Gamli Baukur – einer wirklich netten Kneipe – festmachen, und dann wird Wiedersehen gefeiert.

Die Rückfahrt von Grönland verlief bei ruhigem, teilweise nebligem Wetter ohne irgendwelche Zwischenfälle.  Nach dem vielen Eis im Norden waren wir aber auch ganz froh darüber. Es gab wirklich ungewöhnlich viel Eis entlang der gesamten grönländischen Nordostküste. Das ist zum Teil darauf zurück zu führen, dass mit der Meeresströmung, dem so genannten Ostgrönlandstrom, das im Nordpolarmeer aufbrechende Eis zum großen Teil darüber abgeführt wird. Und da am Nordpol in diesem Sommer sehr viel Eis aufgebrochen ist, und  offenbar ein neuer Minusrekord in der Eisschmelze verzeichnet wird – vermutlich wird noch mehr Eis abschmelzen als im bisherigen Rekordjahr 2007 -  gab und gibt es eben enorm viel Eis, das die Küste Grönlands entlang treibt. Irgendwo muss das Eis ja schließlich hin. 

Geschafft!

Die Fahrt aus dem Kong Oscar Fjord Richtung Süden war entsprechend schwierig. Aber irgendwann am frühen Morgen des 25. August hatten wir es geschafft! Es ist immer irgendwie wie ein kleines Wunder, wenn man die letzte Eisbarriere durchbricht und plötzlich in offenes Wasser einfährt. Die ganze Anspannung der vorangegangenen Tage und Wochen fällt plötzlich von einem ab. Es ist wie eine Art  Befreiungsschlag.  Zur Krönung des Ganzen, haben wir dann auch gleich sieben(!) Wale und zwei Walrösser gesichtet. Von den vielen Robben gar nicht zu reden. Es war so, als wolle sich Grönland nochmals von seiner besten Seite zeigen und uns mit einem guten Eindruck verabschieden.

Flaschenpost

Unsere Boje, die "digitale Flaschenpost" hat zwischenzeitlich  auch Fahrt aufgenommen, nachdem sie sich anfangs an der Küste entlang gehangelt hat.  Jetzt  driftet sie (sh. Karte unten) im nördlichen Teil des Keiser Franz Josef Fjordes und hat derzeit gerade eine Umrundung der Bontekoe Insel absolviert.

Es ist wirklich spannend die Drift der Boje und damit des Packeises zu verfolgen.

Vielleicht sollte man auf einer anderen Expedition  diese Driftbojen vermehrt und auf unterschiedlichen Positionen aussetzen – evtl. sogar mit einer Webcam bestückt.

Aber auch die ‚Klassische Flaschenpost‘ der I.C.E.- Teilnehmer sind auf dem Weg. Zehn an der Zahl, alle mit gleichlautender Botschaft aber an unterschiedlichen Positionen auf Eisschollen ausgesetzt, treiben ebenfalls die Küste entlang.  

Abschied

Wie immer gibt es so viel Eindrücke und Erlebnisse, das man sie erst einmal ‚sacken‘ lassen und verdauen muss. Zunächst aber müssen wir uns auf die Rückreise konzentrieren. Wir haben bereits September, und damit wird das Wetter im Nordatlantik deutlich ungemütlicher. Die ersten Stürme sind bereits durchgezogen. Heute machen wir noch Crewwechsel: Agnes, Uli und Bernhard  sind bereits  auf dem Weg zurück – der Abschied ist ihnen nicht so ganz leicht gefallen. Neu hinzu kommen Astrid, Raimund, Nils, Peter, Rolf-Dieter und Torben. Damit sind wir wieder vollzählig und können uns auf die nächste Etappe machen.

Expedition Grönland Nordost - Drift der digitalen Flaschenpost

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Veröffentlichung:

Sonntag, 27. Januar 2013