24. Juli 2011: Tag 4

Ronja musste leider nach einer guten Stunde mit Blasen an den Füßen umkehren

Wanderung

Nach unserer ersten Nacht in Skeið wachten wir um 8 Uhr auf, um ein leckeres Frühstück zu genießen, was Myriam und die Kitchen-Crew zubereitet hatten. Anschließend musste jeder sein Refarat vortragen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf sein Heimatland hat. Da wir eine ziemlich gemischte Gruppe sind, bekamen wir einen großen Überblick auf die unterschiedlichen Auswirkungen - von Uganda bis Estonia, Südafrika bis zur Türkei. Unsere gegenseitigen Fragen zeigten uns am Ende das ganze Ausmaß der Erwärmung in der Welt, gerade in ärmeren Nationen ist die Bevölkerung noch stärker betroffen - aber wir wissen, dass zu wenig Interesse daran gezeigt wird und noch weniger getan wird, um die Auswirkungen zu verhindern.

So verbrachten wir den Morgen mit Diskussionen, um voneinander zu lernen. Und dann? Was macht man, wenn man Stunden von der nächsten Stadt entfernt ist - in einer Gegend, wo es mehr Pferde als Menschen gibt? Natürlich wandern! Wir begannen unsere Wanderung mit 16 Teilnehmern, alle motiviert, die umliegenden Berge und Flüsse zu erkunden. Wir gingen in die Richtung des "Sees", der, wie Dirk uns erzählte, irgendwo hinter den Bergen versteckt sein sollte. Wie auch immer, nach einer guten Stunde mussten die ersten beiden Teilnehmer aufgeben, Blasen und Müdigkeit zwangen sie zur Umkehr.

Wir verabschiedeten uns von den beiden und gingen weiter. Der Rest von uns war noch immer fest entschlossen, den See zu finden. Es war ein wunderschöner Tag - perfekt, um zu wandern. Der Weg wurde steiler und an jeder Kurve hofften wir, einen flüchtigen Blick auf den See werfen zu können - es war wie das Schlangestehen im Disneyland! Endlich am See angekommen machten wir eine lange Pause und aßen die Sandwiches, die wir im Gästehaus zubereitet hatten. Von diesem Punkt aus setzten wir uns ein neues Ziel - wir wollten so weit gehen, bis wir die ersten Schneefelder erreicht hatten. Kathleen und Daniella, die aus Uganda und Südafrika kommen, haben so gut wie noch nie Schnee gesehen, daher war es für uns alle eine aufregende Sache!

Auf der Wanderung dorthin mussten wir weitere Bäche und kleine Flüsse überqueren, gingen durch sumpfiges Marschland und über steinige Felder. Ab und an dachten wir, wir würden es nicht mehr schaffen, aber der eiserne Wille trieb uns weiter voran. Leider verloren wir zwei weitere Teilnehmer der Wandergruppe - auch sie waren zu müde - aber sie wollten auf uns warten und bis dahin die Landschaft genießen. Ab jetzt waren wir nur noch zwölf, die über die Berge kletterten.

Die felsige Landschaft und das Abenteuer-Feeling erinnerte doch irgendwie an "Der Herr der Ringe"!

Daniella nutzte die Chance, um auf Dirks Jacke den Schnee hinunter zu rutschen

An der nächsten längeren Pause lud die wunderbare Landschaft und das Rauschen des Gletscherflusses alle von uns zu einem kurzen Mittagsschläfchen ein. Einmal ausgeruht und gestärkt ging es weiter - und wieder mussten wir zwei zurücklassen. Die letzte kleine Gruppe setzte sich dann wohl aus den zähesten Wanderern zusammen, die über die Felsbrocken kletterte, um dann endlich, nach vier Stunden "Blut, Schweiß und Tränen" (frei nach Churchill) den Schnee zu erreichen! Nacheinander rutschten wir den Schnee hinunter - natürlich auf Dirks Jacke - es war ein großer Spaß! Wenn man von hier oben in das Tal sah, spürte man eigentlich nur noch Stolz über das Erreichte.

Aber es wurde langsam Zeit, zurückzukehren, da es langsam anfing zu nieseln. Die Rückkehr zum Gästehaus ging erstaunlich schnell und wir lasen die zurückgelassenen Teilnehmer wieder auf. Im Gästehaus angekommen, wärmten wir uns mit heißer Schokolade auf und spielten Karten, um uns bis zum Abendessen etwas zu erholen.

Insgesamt ein wirklich erfolgreicher Tag!

Sophie (England) & Ezgi (Türkei)

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Veröffentlichung:

Sonntag, 6. Februar 2011