18.07.2002: Murmansk

Murmansk

Seit vorgestern 16 Uhr befindet sich die "Dagmar Aaen" im Hafen von Murmansk. Der Grenzübertritt nach Murmansk hat sich spannend gestaltet. Zunächst wurden wir mehrfach von der russischen Küstenwache über Funk angerufen, um schließlich auf offener See von einem Patrouillenboot gestoppt zu werden. Zwei Offiziere wurden mit einem Beiboot zu uns übergesetzt und überprüften unsere Pässe sowie die Schiffspapiere. Dieser Vorgang dauerte sage und schreibe sechs Stunden. Anschließend wurden wir mit Eskorte sowie einem Coastguard-Offizier an Bord in den Hafen von Murmansk geleitet, vorbei an Plattenbausiedlungen und unzähligen Schiffswracks.

Dort abermals ein stundenlanges Prozedere, bis Zoll, Immigration, Hafenbehörden und Grenzschutz das Schiff inspiziert und die Papiere überprüft hatten. Am Morgen gab es noch einmal Besuch von offizieller Seite. Nachmittags werden wir uns mit der Lotsenvereinigung wegen des vorgeschriebenen Eislotsen zusammensetzen. Der Formalismus ist gewaltig und hat seit unserem letzten Besuch hier vor elf Jahren in keinster Weise nachgelassen. Aber wir sind eingereist! Unsere Papiere sowie die Genehmigungen sind akzeptiert worden und damit ist eine der schwierigsten Voraussetzungen für unsere Expedition geschaffen.

Unser russisches Crewmitglied Slava Melin, der sich seit über einem Jahr pausenlos für die Genehmigungen bei den russischen Behörden eingesetzt hat, ist seit vorgestern ebenfalls an Bord. Damit sind wir vollzählig. Bis alle Formalitäten erledigt sind, wird es noch ein paar Tage dauern. Wir wollen aber so schnell wie möglich von hier aufbrechen, da jeder Wartetag auch neue Besuche von Behördenvertretern bewirken kann. Ansonsten sind wir sehr freundlich aufgenommen worden und haben seitens der Bevölkerung großes Interesse an unserer Expedition erfahren.

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Veröffentlichung:

Mittwoch, 16. März 2016