16.08.2009: Eismassen im Smith Sound

Pos. 77° 47' N - 070° 46' W

Gestern ließ das Eis uns weiter in den Foulke Fjord Richtung Etah hineinfahren. Etah ist ein heute nur noch zeitweilig bewohnter Ort, der Ausgangspunkt für mehrere Nordpolexpeditionen war. Wir hatten weiterhin gutes Wetter, allerdings war es vorübergehend sehr nebelig, was die Eisnavigation erschwerte, manchmal sogar unmöglich machte. Bis etwa zwei Seemeilen kamen wir an Etah heran, dann versperrten wieder riesige Eisflächen unseren Weg.
Der gesamte Smith Sound, den wir überqueren müssen, um zu den Schauplätzen der Greely-Expedition zu gelangen, war von Eis bedeckt. Alles war dicht mit riesigen, kilometergroßen Eisschollen.

Das Navigieren in einer solchen Umgebung ist nicht ungefährlich, weil man die Eisfelder schwer umfahren kann und auf keinen Fall zwischen solch große Schollen geraten darf, wenn sie durch Strömung oder Wind gegeneinander gedrückt werden.

Es blieb uns nichts anderes übrig, als uns vorerst aus dem Eis zurückzuziehen

Offenbar schieben sich durch die Eisschmelze im arktischen Ozean enorme Eismassen durch den Sound nach Süden. Normalerweise sollte der Smith Sound ab etwa Mitte August gut passierbar sein.
Es blieb uns nicht anderes übrig, als uns vorerst aus dem Eis zurückzuziehen. Bei der verlassenen Siedlung Pitufarik machten wir einen Zwischenstopp, um an einem Wasserfall Frischwasser zu bunkern. Trotz eines leistungsstarken Trinkwasserbereiters an Bord werden die Vorräte nach Möglichkeiten immer direkt aufgefüllt.
Unterwegs bekamen nwir überraschend Besuch von grönländischen Jägern aus Thule, die mit ihrem Motorboot längsseits gingen. Ein Austausch mit der hier einheimischen Bevölkerung ist gerade im Hinblick auf die klimatischen Veränderungen sehr interessant.
Heute liegen wir querab von Siorapaluk vor Anker und beobachten die Eissituation im Smith Sound.
Wir müssen weiter abwarten.

 

Sponsoren, Förderer & Partner

Veröffentlichung:

Dienstag, 1. Juni 2010