19.08.2009: Pim Island erreicht

Pos. 78° 45' N - 074° 43' W

Wir haben es geschafft - das Expeditionsziel ist erreicht!
Pim Island liegt vor uns. Im Smith Sound war ziemlich viel Eis und manchmal mussten riesige Eisschollen umfahren werden, doch letztendlich fanden wir immer ausreichend große Fahrrinnen. In der nacht um 4 Uhr liefen wir in die Rice Strait ein. Das ist der schmale Wasserweg zwischen Pim Island und Ellesmere Island, benannt nach Sergeant George W. Rice, dem Photografen der Lady Franklin Bay Expedition.

Er starb im April 1884 auf dieser Insel. Pim Island ist ein düsterer Ort! Es ist, als wenn die unglücklichen Begebenheiten, die hier stattfanden, immer noch irgendwo gegenwärtig sind. Auf der Ostseite liegt das Kap Sabine. Dort wurde von dem Expeditionsleiter Adolphus Greely das Lager Camp Clay errichtet, in dem die Expedition auf Rettung wartete.
Für die meisten der 25 Männer kam die Hilfe im Juni 1884 zu spät. Viele starben an Hunger und der Vorwurf des Kannibalismus laste auf allen Beteiligten.

Wir müssen wachsam sein und neben dem Beobachten des Wetters und der Strömungen die Eiskarten und Wetterberichte genauestens auswerten

Zuvor mussten die Männer auf ihrem Weg vom weiter nördlich gelegenen Fort Conger, der drei Jahre zuvor errichteten Forschungsstation, unmenschliche Strapazen durchmachen.
Wir schicken drei Leute im Dinghi an Land, um Kap Sabine aufzusuchen und nach Anzeichen der Lady Franklin Bay Expedition zu suchen...
Da immer noch viel Eis im Smith Sound umher treibt, müssen wir besonders wachsam sein und neben dem Beobachten des Wetters und der Strömungen die Eiskarten und Wetterberichte genauestens auswerten.

Beispielsweise wäre ein starker Ostwind sehr gefährlich für unsere Situation. Das Eis würde sich auf der Westseite des Soundes schnell verdichten und könnte die "Dagmar Aaen" in die Zange nehmen. Daher wollen wir nur so lang bleiben, bis unsere Dokumentation dieses Ortes abgeschlossen ist.

 

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Veröffentlichung:

Dienstag, 1. Juni 2010