11.08.2015: Isle of Wight

Englische Südküste

Die englische Südküste empfängt uns mit wolkenverhangenem Himmel, Regen und Wind gegenan. Die "Dagmar Aaen" stampft auf ihrem Weg nach Westen. Im Vorschiff hat das "beliebte" Achterbahnfahren begonnen - am Bug des Schiffes sind die Auf- und Ab-Bewegungen am stärksten ausgeprägt.

Die letzten Tage waren dagegen eher eine karibische Kreuzfahrt. T-Shirt-Wetter und Wind von achtern. Das gab uns die Chance, die neuen Spieren zu testen. In der Tischlerei von Bernhard Naber waren kurz vor der Abreise noch zwei hohle Bäume entstanden, mit denen die Vorsegel ausgebaumt werden können. Bei achterlicher Brise erhöht sich dadurch die Wind-Angriffsfläche, das Schiff wird schneller. Hauptsächlich sollen die Spieren auf der Atlantiküberquerung im Passatwind zum Einsatz kommen. Aber schon vor der niederländischen Küste zeigte sich, dass Bernhard mal wieder ganze Arbeit geleistet hat. Ballonklüver und Fock stehen ausgebaumt perfekt!

Nach der Passage von Dover rauscht die MSC Zoe vorbei

Bei der Einfahrt in den englischen Kanal konnten wir dann live erleben, was modernste Yachtbautechnik bedeutet: Der Wind war eingeschlafen, die "Dagmar Aaen" lief unter Vollzeug gerade noch 2,8 kn. Da erschien am Horizont hinter uns ein riesiges Ballon-Vorsegel. Die "SCA" kam herangeflogen. Der hypermoderne Volvo Ocean Racer war im gerade zu Ende gegangenen Rennen von einer reinen Frauencrew um die Welt gesteuert worden. Und nun preschte diese Rennziege heran und überholte uns unter Code Zero, Fock und Groß mit unglaublichen 11,5 kn - und das quasi ohne Wind. Ein beeindruckendes Erlebnis.

 

Noch viel schneller war allerdings ein weiterer Überholer: Nach der Passage der Straße von Dover rauschte die nagelneue "MSC Zoe" vorbei. Der derzeit größte Containerfrachter der Welt war erst vor wenigen Tagen in Hamburg getauft worden. Das knapp 400 Meter lange Schiff kam nun aus Rotterdam und lief mit satten 22 kn auf Westkurs.

Vor der berühmten Isle of Wight (dort wurde erstmals der America's Cup ausgetragen) gab es ein Treffen mit der Hautevolee der Tourismus Industrie: In der Ansteuerung von Southampton tummelten sich gleich vier gigantische Kreuzfahrtschiffe, darunter die "Queen Elizabeth" auf ihrem Weg nach Hamburg. Bei einer Spontan-Umfrage an Bord der "Dagmar Aaen" wollte allerdings niemand tauschen...

Wir sind weiter auf dem Weg zu unserem ersten Stop im Hafen von Falmouth am Südwestzipfel von England.

Matthias Steiner

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Veröffentlichung:

Dienstag, 4. August 2015