01.10.2015: Guinea-Bissau

Guinea-Bissau

Guinea-Bissau hat etwa die Fläche von Niedersachsen und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das Klima ist tropisch - wenn man wie wir jetzt am Ende der Regenzeit dort ankommt, erwartet einen ein heißes, feuchtes Klima, das man erst einmal verarbeiten muss. Der Schweiß läuft in Strömen - das ist so eine ganz andere Erfahrung als wir sie aus der Arktis gewohnt sind.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Bissau sind wir mit einem Speedboot in etwa drei Stunden nach Bubaque gefahren, wo die "Dagmar Aaen" lag. In Bissau hatte man uns € 2.200,- Liegegebühr in Rechnung stellen wollen - daher sind wir lieber nach Bubaque ausgewichen. Ohnehin galt unser Hauptaugenmerk den Bijagos-Inseln. In Zusammenarbeit mit National Geographic Deutschland haben wir eine Dokumentation dieser einzigartigen Inselgruppe angefertigft.

Dorf Eguba

Ein alter Expeditionsbericht aus den dreißiger Jahren von dem deutschen Ethnologen Hugo Bernatzik diente uns dabei als Leitfaden. So war es uns möglich, mit der "Dagmar Aaen" die einzelnen Inseln anzusteuern und die Dörfer zu besuchen, die Bernatzik seinerzeit besucht und beschrieben hat. Natürlich ist die Zeit auch hier weitergegangen, dennoch ist es erstaunlich, wie viel sich von dem alten archaischen Leben und Gebräuchen erhalten hat. Ein Dorf auf der Insel Eguba sieht heute eigentlich noch genauso aus wie zu Bernatzkis Zeiten. Auch die seltenen Hippos konnten wir aufspüren, die als einzige ihrer Art ins Meer gehen und nur tagsüber in Süßwassertümpeln leben.

Die Eindrücke sind vielfältig und müssen jetzt erst einmal verarbeitet werden. Es war jedenfalls eine grandiose Erfahrung. Das Leben an Bord war natürlich durch das tropische heiße Klima geprägt. Die Kojen entsprachen eher einer Sauna als einer Schlafstelle - daher haben die meisten, sobald das Schiff vor Anker lag, an Deck geschlafen. Bei Seewassertemperaturen um die 30 °C, einer Lufttemperatur um die 35 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 85% sehnt man sich nach Grönland.

Ein wirkliches Kontrastprogramm für uns

Das Navigieren zwischen den Inseln ist fast wie das Fahren im heimischen Wattengebiet. Bei Ebbe fallen große Flächen trocken oder weisen nur wenige Zentimeter Wassertiefe auf. Mit einem Schiff, das 2,5 Meter Tiefgang hat, muss man da sehr vorsichtig sein. Die Menschen, denen wir begegnet sind, waren ausnahmslos freundlich und hilfsbereit. Das ist in anderen westafrikanischen Ländern, wie man uns sagte, durchaus nicht immer der Fall. In Guinea Bissau und insbesondere auch auf den Bijagos-Inseln ist das aber scheinbar die Regel. Ein wirkliches Kontrastprogramm für uns, die wir mehr an Eis und Kälte gewohnt sind - aber eines, das sich in jeder Hinsicht gelohnt hat!

Derzeit befindet die "Dagmar Aaen" auf dem Weg nach Brasilien.

Arved Fuchs

 

 

 

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Veröffentlichung:

Dienstag, 4. August 2015