09.10.2015: Äquator

Äquator

Nachdem wir sechs Tage durch die berüchtigten Flautengebiete in Äquatornähe und gegen leider auf die "Nase" der "Dagmar Aaen" stehende Winde motort sind, können wir uns seitdem an dem stetigen Südost-Passat erfreuen und segeln Richtung Fernando de Noronha, einer Insel, die nordöstlich des brasilianischen Festlandes liegt. Dort soll der nächste Crewwechsel stattfinden.

Alle an Bord genießen die Wachen, die Nächte sind geprägt von eindrucksvollen Naturschauspielen: Neben der "Dagmar Aaen" wird das Meer durch ganze Schwärme von Glühwürmchen in einer Art Unterwasser-Wetterleuchten getaucht, sie ziehen sich als Leuchtspur hinter dem Schiff ins Dunkel - der Mond geht als leuchtende Schale am Horizont auf - fliegende Fische werden durch die Positionslampe surreal in Rot und Grün getaucht... es ist ein eindrucksvolles Erlebnis.

Äquatortaufe

In dieser Atmosphäre passieren wir am 8. Oktober die Äquatorlinie, nachts um 03:19 Uhr UTC. Frauke und Dirk sind auf Wache und halten den Moment fest, die anderen schlafen, um für die kommenden Wachen fit zu sein. Am kommenden Mittag werden wir dann von Franz und Volker einzeln zur Taufzeremonie aus dem Mittschiff geholt, in das sie uns vorher eingesperrt hatten. Die beiden sind als alte Fahrensmänner schon oft über den Äquator gefahren und führen die traditionelle Taufe durch. Wir Täuflinge müssen einen Bogen mit nautischen und meereskundlichen Fragen ausfüllen wie beispielsweise die nach der Farbe der Äquatorlinie.

Da wir sie alle nur lückenhaft und teilweise falsch beantwortet haben, müssen wir eine gestrenge Prozedur über uns ergehen lassen: Die Schiffsglocke muss von uns auf Hochglanz gebracht werden, die falsch oder unzureichend beantworteten Fragen werden mündlich nachgeprüft, nur aufgrund der Nachsichtigkeit von Neptun und seinen Vertretern an Bord gelingt es und allen, die Äquatortaufe zu bestehen, nicht ohne zum Schluss mit einem Kübel Meerwasser getauft zu werden, wenn wir die Frage nach der Farbe der Äquatorlinie falsch beantwortet hatten. (sie ist eben nicht Magenta)

Jetzt segeln wir also auf der Südhalbkugel - sind auf der "Dagmar Aaen" getauft - ein besonders eindrucksvolles Erlebnis für uns alle.

Dirk Schröder-Brandi

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Veröffentlichung:

Dienstag, 4. August 2015