10.08.2014: Fønfjord

Fønfjord

Mückenalarm auf der "Dagmar Aaen"!

Im Naturhafen Hekla Havn an der Südostküste der Insel Danmark Ø fallen sie über uns her. In kurzer Zeit sind alle Crewmitglieder völlig zerstochen. Selbst ein Lagerfeuer am Abend bringt keine Abhilfe. Die Moskitos ignorieren den Rauch und greifen weiter an. Über Nacht wird das Schiff in den kompletten Verschlusszustand versetzt. Frauke richtet sich in der Maschine ein, dem einzigen mückenfreien Ort an Bord.

Ein wenig Linderung bringen Räucherstäbchen, aber die Glimmstengel sind nur in begrenzter Zahl vorhanden. Am nächsten Morgen gehen wir schleunigst Anker auf und machen uns aus dem Staub. Im Fønfjord passieren wir die ersten großen Eisfelder. Der Ausguck am Bug gibt die Richtung vor. Im Zickzack geht es um eine schier unbegrenzte Formenvielfalt an abgebrochenem Gletschereis. Dann fällt der Anker in Ankervig, einer Bucht am Westende des Fønfjords. Zu unserer Überraschung herrscht dort am Ufer geschäftiges Treiben. Eine Gruppe grönländischer Jäger kampiert mit den Familien auf dem sanft ansteigenden Ufersaum.

Narwale

Die Inuit versorgen uns mit frischem Moschusochsenfleisch (die großen, zotteligen Urtiere stammen übrigens nicht vom Rind ab, sondern gehören zur Familie der Ziegen). In einer Holzhütte mit Satellitenantenne auf dem Dach treffen wir dänische und amerikanische Forscher. Das Ziel der Wissenschaftler ist es, mehr über das Verhalten der Narwale (das Einhorn unter den Wassertieren) zu erfahren. Mit Stellnetzen versuchen sie, Narwale zu fangen, um die Tiere dann mit Satellitensendern auszustatten. Dabei helfen ihnen die erstaunlicherweise die Jäger.

Eine wissenschaftliche Win-Win-Situation. Die Inuit werden von den Forschern für ihre Hilfe gut bezahlt. Dadurch müssen sie nicht mehr Narwale töten als sie unbedingt als Nahrungsquelle gebrauchen.  An einem Bach direkt neben der Hütte der Wissenschaftler können wir unsere Trinkwasservorräte mit bestem Gletscher-Schmelzwaser auffüllen.
Unser nächstes Ziel ist die Durchfahrung des Rødefjords. Am Nordende des beeindruckenden Fjords haben wir die Chance, im angrenzenden Harefjord die Veränderungen des gleichnamigen Gletschers zu beobachten, denn vor 31 Jahren stieg Arved Fuchs nach der Durchquerung des grönländischen Inlandeises über diesen Gletscher wieder ab...

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Veröffentlichung:

Donnerstag, 3. Juli 2014