20.08.2014: Nordre Aputiteq

Auf dem Gipfel

Sie haben es tatsächlich geschafft. Pablo Besser, Cristian Donoso und Tim B. Frank haben den Gunnbjörn Fjeld bestiegen. Nach 17 Tagen Kampf um jeden Meter haben die drei den Gipfel des höchsten Berges von Grönland erreicht. Tags zuvor musste das Team noch im letzten Camp vor dem Gipfelaufstieg  warten, da das Wetter zu schlecht war. Aber dann passte es. nach acht Stunden Kletterei war der höchste Punkt Grönlands erklommen. Um 15:00 Uhr Ortszeit konnte das Bergteam mit einem Schluck Flensburger Rum auf den tollen Erfolg anstoßen.

Der Gunnbjörn Fjeld ist schon öfter bestiegen worden. Meist ließen sich die Bergsteiger aber mit dem Helikopter direkt am Bergfuß absetzen. Den beschwerlichen Aufstieg von der Küste über diverse Gletscher bis hin zum Berg haben vor den Dreien erst ganz wenige Menschen geschafft. Jetzt ist das Bergteam bereits wieder auf dem Rückweg zum Jacobsenfjord - dem Ausgangspunkt der Expedition. Da der Weg nun bekannt ist und die Pulkaschlitten leichter geworden sind, hoffen die Drei, den Rückweg in acht bis zehn Tagen zu schaffen.

Kangerlussuaq Fjord

An Bord der "Dagmar Aaen" sind wir weiter in Richtung Süden unterwegs. Extrem viel Eis im Küstenbereich zwingt uns immer wieder, weit in die Danmarkstraße zu steuern, um offenes Wasser zu finden. Im Kangerlussuaq Fjord haben wir einen Zwischenstopp in der Suhaili Bugt eingelegt (benannt ist der sehr gut Seiten geschützte Ankerplatz nach dem Boot der lebenden Segellegende Sir Robert Knox Johnsten). Der Fjord war kaum passierbar, da überall gigantische Eisberge treiben und der Rest der Wasseroberfläche voll mit mittleren und großen Eisstücken ist. Die Gletscher dort sind sehr aktiv. Im Fjord haben wir eine aufgelassene Inuitsiedlung besucht.

Beeindruckend war auch unser nächster Liegeplatz auf der kleinen Insel Nordre Aputiteq. Dort gab es früher eine bemannte Wetterstation. Um mit dem Versorgungsschiff anlegen zu können, wurde damals in einem schmalen Naturhafen eine Felsformation abgesprengt. Dadurch entstand eine senkrechte Wand, an der nun auch wir die "Dagmar Aaen" festmachen konnten. Beim Rundgang durch die verlassenen Holzhütten wurde einmal mehr deutlich, welch extreme Wetterbedingungen dort zum Teil herrschen müssen: Ein Holzhaus war komplett von seinem Fundament geweht worden und liegt nun als Trümmerhaufen neben dem Betonsockel.

Vor acht Jahren war die "Dagmar Aaen" auf einer früheren Expedition bereits einmal hier gewesen. Damals hatte der Marinemaler Rainer Ullrich ein Bild des Schiffes mit Datum 1. September 2006 auf einen Felsen gemalt (Foto). Wir konnten nun als weiteres Datum den 18. August 2014 dazu malen.
Unser nächstes Ziel ist Tasiilaq.

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Veröffentlichung:

Donnerstag, 3. Juli 2014