30.05.2003: Kayak Island

Kayak Island

Die Crew erreicht die unbewohnte Kayak Island.

Bei strömenden Regen und Sturmböen passieren wir das südliche Kap der Insel und versuchen im Windschatten der Insel zu ankern. Im Zuge der zweiten Kamchatka-Expedition (1733 - 1746) hatten der dänische Seefahrer Vitus Bering und der deutsche Naturforscher Georg Wilhelm Steller am 20. Juli 1741 mit dem Paketboot St. Peter diese Insel von Kamchatka aus kommend erreicht, damit hatten sie sozusagen die Westküste Amerikas entdeckt, deren hohe Berge sie von der Insel aus sehen konnten. Der junge deutsche Forscher durfte zehn Stunden an Land gehen und Untersuchungen anstellen.

Bering befahl jedoch schon am nächsten Tag die Abreise aus Angst, Kamchatka nicht mehr rechtzeitig vor dem Wintereinbruch zu erreichen. Der Rückweg führte sie entlang der Aleuten, später erlitten sie Schiffbruch und Vitus Bering starb auf der später nach ihm benannten Bering-Insel.

Bering-Expedition

Steller, der die heute ausgestorbene Stellersche Seekuh entdeckte, erreichte im August 1742 mit 46 Überlebenden der Expedition die Insel Kamchatka. Insofern ist Kayak Island ein wichtiger Meilenstein in der Entdeckungsgeschichte Amerikas. Bereits 1994 war ich auf der Insel und konnte mich dort umsehen. Diesmal gelingt es wegen des schlechten Wetters nicht, anzulanden. Zwei Versuche, mit dem Schlauchboot an Land zu kommen, schlagen fehl, es ist einfach zu gefährlich, durch die Brandung zu fahren.

Böen in Stärke 10 lassen den Ankerder "Dagmar Aaen" slippen, so dass wir verholen müssen, um etwas mehr Landabdeckung zu finden. Obwohl es eine sehr unruhige Nacht wird, ist uns klar, dass wir jetzt die Spur der Bering-Expedition aufgegriffen haben, der wir weiter folgen wollen.

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Veröffentlichung:

Mittwoch, 10. September 2014