20.08.2003: Point Barrow

Point Barrow

Wir haben am heutigen Tag Point Barrow erreicht, es ist jetzt deutlich kälter geworden. Noch vor wenigen Tagen hatten wir in der Beringstraße sonniges und klares Wetter. Niemals zuvor habe ich sowohl die amerikanische wie auch die russische Küste zugleich sehen können. Bei der jetzigen Durchfahrt schienen beide Küsten einschließlich der Diomedes-Inseln dicht beieinander zu sein. Wir sind in nur einer Meile Abstand entlang der Inseln gesegelt und haben damit das Tor zur Nordwestpassage passiert

Gleichzeitig feiern wir Torstens Geburtstag - mittlerweile seinen fünften auf der "Dagmar Aaen"! Nördlich der Beringstraße sank die Temperatur, eisiger Wind und Nebel vermittelten uns einen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen. Das Eis ist jetzt nicht mehr weit.
Hier in Barrow, dem nördlichsten Punkt Alaskas, werden wir ausklarieren und noch die neuesten Eisinformationen einholen. Einen Hafen gibt es hier nicht, da der Ort nur ungefähr zwei Monate im Jahr eisfrei ist. Trotzdem leben hier über 3000 Menschen. Barrow City ist einer der größten Niederlassungen der Inupiaq in Alaska. Gerade machen wir das Schlauchboot klar, um an Land zu fahren - wir sind gespannt auf diesen abgelegenen Ort!
 

Den Namen erhielt der Ort vom britischen Forscher Frederick W. Bleechey, der 1826 Barrow besuchte und ihn nach dem zweiten Sekretär der englischen Admiralität, Sir John Barrow (1764 - 1848) benannte. Dieser Barrow hatte es sich in den Kopf gesetzt, möglichst viele weiße Flecken auf der Landkarte auszufüllen. Er schickte Expeditionen nach Afrika, u. a. um die Mündung des Niger zu finden oder um nach der mystifizierten Stadt Timbuktu zu suchen.
Ein weiteres Ziel Barrows war die Erkundung der Nordwestpassage. Er schickte zahlreiche Schiffe und Abenteurer aus, darunter auch John Franklin. Als dieser 1845 ins Eismeer segelte, hörte man von seinen Schiffen "Erebus" und "Terror" nie wieder etwas. Sämtliche Expeditionen, die Barrow anordnete, scheiterten. Erst 27 Jahre nach Barrows Tod sollte Roald Amundsen die Nordwestpassage entdecken und sie als nutzbar beweisen.
Von hier aus wollen wir zehn Jahre nach der letzten Durchfahrt diesen historischen Seeweg erneut in Angriff nehmen...

 

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Veröffentlichung:

Mittwoch, 10. September 2014