08.09.2003: Gjoa Haven

Gjoa Haven

Es ist genau 100 Jahre her, dass Roald Amundsen mit seinem Schiff "Gjøa" eine kleine Bucht auf der King William Island anlief, um hier den ersten von drei Wintern zu verbringen. Heute liegt hier eine kleine Siedlung namens "Gjoa Haven". Die "Dagmar Aaen" sieht der "Gjøa" sehr ähnlich und somit sind wir willkommene Gäste, als wir in den kleinen Naturhafen einlaufen.
Der norwegische Botschafter ist vor Ort sowie einige kanadische Regierungsvertreter. Zwei traditionelle Kajaks kommen uns entgegen, um uns willkommen zu heißen. Kamerateams des kanadischen Fernsehens sind vor Ort, als endlich der Anker der "Dagmar Aaen" fällt. Der Ort ist in Feierstimmung. Festreden werden gehalten, ein Denkmal für Amundsen enthüllt und in der Sporthalle wird nach Inuit-Art gefeiert:

Die Frauen führen einen eigenartigen Kehlgesang vor, sie werden Throatsingers genannt. Natürlich wird der traditionelle Drumdance vorgeführt. Zwischen den Vorführungen gibt es Berge von Lebensmitteln - rohes Rentierfleisch und Muktuk, die rohe Haut des Belugawals, wird gereicht.

Usqsuqtuuq

Dazu gibt es Bannock, ein in Fett gebackenes Brot, dass jedem auf einem Stück Pappe dargeboten wird. Ein Messer hat jeder selbst. Jung und Alt feiern zusammen und wir werden voll integriert und tatsächlich als Special Guest behandelt. Es ist ein tolles Fest, das über drei Tage geht. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Inuit von Gjoa Haven ist einfach großartig. Amundsen nannte die Siedlung bei seiner Ankunft im jahr 1903 nicht umsonst "den schönsten kleinen Hafen in der ganzen Welt".

In der Sprache der Einheimischen wird der Ort auf der King William Island übrigens "Usqsuqtuuq" genannt, übersetzt heißt dies soviel wie "Ein Platz mit einer Menge von Fett" - in Anlehnung an die Massen von Fleisch, das die Einwohner hier verzehren.
Seit Sonntagabend sind wir wieder unterwegs. Jetzt geht es ums Ganze: Endlich haben wir den erhofften Starkwind aus Ost, der das Eis ein wenig zur Seite schiebt. Ob es reicht, wird sich zeigen. Die Eisverhältnisse sind in diesem Jahr sehr schwierig. Die Spannung steigt spürbar...

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Veröffentlichung:

Mittwoch, 10. September 2014