14.09.2003: Kap Hobson

Kap Hobson

Das Eis der Nordwestpassage hält uns gefangen. Nach unserer Abfahrt von Gjoa Haven haben wir dank eines starken Südostwindes die Tasmanischen Inseln erreicht. Diese kleine Inselgruppe liegt am Eingang der Franklin Street, circa 40 SM südlich der berüchtigten Bellot-Street und war vor einigen Wochen noch vom Eis eingeschlossen. Während wir uns bis zu den Inseln durchgekämpft haben, hat die "Vagabond" bereits die Bellot-Street durchfahren - ein Kunststück, das mir vor zehn Jahren versagt blieb.

Nach unserer Ankunft dreht der Wind auf Südwest, wir werden langsam aber sicher vom Eis eingeschlossen. Aber das Eis ist ruhig, es gibt noch keine Bewegungen. Durch den ablandigen Wind schien sich die Situation zu beruhigen, doch der für uns nicht unbedingt positive Südwestwind gab nicht nach. Seit dem 12. September hat sich der Südwestwind noch verstärkt, so dass jetzt wirklich alles voller Eis ist.

"Polar Bound"

Lars und andere Crewmitglieder versuchen jetzt stündlich, das Eis am Rumpf mit Kettensägen aufzubrechen. Wir haben die kanadische Coast Guard verständigt, sie kennen jetzt unsere Position. Wir liegen im 9+ Eis fest, der Wind weht kräftig mit 25 Knoten weiter aus Südwest, wir driften derzeit mit dem Eis langsam in Richtung Nordost.

Wir haben jetzt extrem schwierige Verhältnisse, aber das Schiff und die gesamte Mannschaft sind wohlauf. Es ist jetzt ohne Frage die spannendste Phase der Expedition. Mit uns im Eis steckt die schottische Motoryacht "Polar Bound" mit unserem Freund David Cowper fest. Er liegt circa 200 Meter hinter uns und wir helfen ihm, wo wir können, sind aber selber nur acht Mann an Bord, da uns Frank in Gjoa Haven aus zeitlichen Gründen verlassen musste.

Am Montag soll endlich der erhoffte Nordostwind kommen - ich hoffe, das Eis bricht dann endlich auf. Jetzt geht es ums Ganze - ich werde weiter berichten!

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Veröffentlichung:

Mittwoch, 10. September 2014