01.08.2013: Unterwegs nach Spitzbergen

Wieder unterwegs

Pos. 70° 44' N - 32° 35' E

Endlich der Aufbruch Richtung Norden in die Hocharktis - dann eben nach Spitzbergen! Die Blockade der russischen Behörden war härter als Eis. 1991 konnten wir nach Franz-Josef-Land fahren, doch dieses Jahr wurde uns trotz vorhandener Genehmigungen die Weiterfahrt verweigert und damit viele Ziele zerstört.

Leider können unsere beiden Russen Vladimir und Slava nicht mit uns mitkommen. Slava als sehr erfahrener "Polar-Mann" hat seit Jahrzehnten mit zähem Kampf wieder die richtigen Genehmigungen bekommen und mit der "Dagmar Aaen" den Nordpol umrundet. Voller Elan war er wieder mit dabei und bereicherte die Crew zusammen mit Vladimir sehr. Auch der Nationlpark-Guide und hervorragende Fotograf (www.zanskar.ru) hatte lange auf die Fahrt mit dem Schiff hingearbeitet und dann mit enormer Energie alles darangesetzt, damit wir doch noch fahren können - leider vergeblich.

Zumindest beim unmittelbar darauf folgenden Deckspülen über Stunden war die Erleichterung spürbar

Der schwere Abschied, bei dem man ihm (und auch uns!) die riesige Enttäuschung deutlich ansehen konnte, wurde fast noch zur Farce: die Grenzbeamten verboten ihm sowie einem nebenstehenden Journalisten kurzerhand uns beim Auslaufen zu fotografieren. Begründung? Natürlich nicht nötig - und sonst hätte sich vermutlich auch da noch was finden lassen... Hoffentlich kann Vladimir seinen und den an vielen Orten spürbaren Zorn über derartiges Vorgehen für weitere (Medien-)Arbeit nutzen - good luck!
 

Die Willkür der Behörden fand ein starkes Medienecho in russischen und deutschen Zeitungen, Online-Portalen und Fernsehen. Viele hundert Artikel und Sendungen vom russischen GEO, lokalen (Lübecker Nachrichten, Hamburger Abendblatt) und überregionalen Zeitungen bis hin zur FAZ berichteten über das Segelschiff im Kohlehafen. Hat "Dagmar" und die Crew bereits erleichtert aufgeatmet, als der Lotse von Bord ging und wir endlich wieder auf die offene See fuhren? Zumindest beim unmittelbar darauf folgenden Deckspülen über Stunden war die Erleichterung fast körperlich spürbar - Reinschiff-Machen haben Schiff und Crew von viel Kohlenstaub und Frust befreit!

Bei Sonnenschein und ruhiger See geht's nun flott gen Spitzbergen - wir werden von dort berichten.

Text & Fotos: Matthias Berg

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Veröffentlichung:

Montag, 1. Juli 2013