12.09.2013: Lovund

Lovund

Pos. 64°21 'N  009° 45' E

Unter uns die See, über uns die Sterne – das klingt schon ein wenig banal und kitschig, aber so erleben wir es derzeit. Es sind diese dunklen, sternenklaren Nächte auf See, die uns momentan am meisten faszinieren. Die Milchstraße, die Plejden, die Kasiopeia - selbst der ferne Andromedanebel ist - wenn auch nur schwach -  mit bloßem Auge zu erkennen. Ein kleiner Exkurs in die Astronomie. Staunende  Gesichter, in den Nacken gelegte Köpfe, die diese unbegreiflichen Dimensionen zu erfassen versuchen. Die ersten Nordlichter dieses Herbstes tauchen den Nachthimmel in ein flackerndes, grünes Licht. Wie leuchtende Girlanden, die im Wind wehen, hängen sie vom Firmament und verändern dabei stetig ihre Formationen. Es ist einfach nur schön und ungemein beeindruckend.

Irgendwie schließt sich für uns langsam der Kreis. Das letzte Polarlicht hatten wir auf unserer Anreise nach Norden, im Januar und Februar gesehen. Mitten im nordischen Winter, bei Dauerfrost und fast ständiger Dunkelheit, mit einer eisig lasierten Takelage und Streusalz an Deck waren wir am 28. Dezember von Flensburg aus zu den Lofoten aufgebrochen. Ende Februar wurde die "Dagmar Aaen" schließlich bei unserem Freund Gerd Schwalenstöcker in Tromsø aufgelegt. Als wir Anfang Juli wieder an Bord eintrafen, herrschte rund um die Uhr Tageslicht. Und dabei blieb es wochenlang – erst seit kurzem erleben wir wieder die Nacht. Einmal die Küste mitten im Winter und jetzt im ausklingendem Sommer zu erleben hinterlässt schon einen ganz besonderen Eindruck.

Danach geht es weiter Richtung Bergen und zu der Insel Utsira

Wir haben zwischenzeitlich den Polarkreis Richtung Süden überquert und fahren zügig Richtung Süden. Das Wetter ist ungewöhnlich milde und ruhig für diese Jahreszeit, Deshalb fahren wir auch nicht durch das geschützte Innenfahrwasser, sondern den direkten Weg über die offene See. Dem der norwegischen Küste vorgelagerte Schärengürtel statten wir einen kurzen Besuch ab und laufen die kleine Insel Lovund an. Ein 600 Meter hoher, markanter Berg kennzeichnet die Insel. In dessen Windschatten liegen die  Häuser, es gibt eine große Lachszucht, sowie nette Norweger die sich mit der Abgeschiedenheit ihres Lebensmittelpunktes offenbar bestens arrangiert haben.

 

Am Freitag werden wir den Hafen Bud anlaufen, von dort sind es nur noch 45 Meilen bis Alesund. Dort wird uns leider Steffen verlassen, als Ablöse kommt Dirk angereist. Danach geht es weiter Richtung Bergen und zu der Insel Utsira, der wir einen Besuch abstatten wollen.

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Veröffentlichung:

Montag, 1. Juli 2013