29.07.2019: Knut Rasmussen Gletscher

Gletschervermessung

Einige Tage sind Karel, ein Wissenschaftler der Uni Prag und Louisa, eine junge Studentin aus Cottbus zu Besuch an Bord. Die beiden wollten am Rasmussen Gletscher eine Vermessung vornehmen. Für unser Logbuch hat Louisa ihre Erlebnisse aufgeschrieben.

Wir sind in der Nähe des Ausflusses des Knut Rasmussen Gletschers an Land gegangen und haben dort das Meßprogramm gestartet. Unser Ziel war es, photogrammetrische Messungen durchzuführen. Zunächst mussten die für den Flug sicher verpackten Einzelteile der Flächendrohne ausgepackt und zusammengebaut werden. Das aus Styropor bestehende Leichtflugzeug von E-bee besitzt einen Propeller und zwei mit Servomotoren gesteuerte Flügel. Im Herzstück ist viel Elektronik verbaut, beispielsweise für die Windmessung, das GPS oder optische Sensoren, die bei der Landung unterstützend wirken. Außerdem werden ein Akku sowie die Kamera eingelegt. Im Programm eMotion wurde ein Satellitenfoto als Anhaltspunkt  hinterlegt, welches allerdings mit den tatsächlichen Koordinaten nicht übereinstimmte.

Auf Basis des Fotos wurde  ein Flugplan erstellt. Das Gletschergebiet sollte in Bahnen überflogen werden, wobei die Richtung und Höhe voreingestellt sind. Außerdem muss eine Position für die Landung festgelegt werden, was inmitten des Geröllfeldes der Moräne nicht so einfach ist. Das Leichtflugzeug wird von Karel aus der Hand gestartet und empfängt über ein Radiomodem die Signale. Der Flug dauert etwa eine halbe Stunde und es entstehen ca. 160 Fotos auf einem 2km x 500m großen Areal. Nach etwa drei Stunden wurde erfolgreich ein zweiter Überflug durchgeführt. So soll die Bewegung des Gletschers dokumentier werden. Nach Abschluss der Überflüge ging es zurück zur "Dagmar Aaen". Aus den zahlreichen Bildern soll später digitales Geländemodell errechnet werden. Dazu wird das Programm pix4d genutzt und zunächst eine Punktwolke erzeugt. So ist es möglich, aus den beiden Geländemodellen die Verschiebung an verschiedenen Stellen zu berechnen. Erwartungsgemäß ist die Geschwindigkeit in der Mitte des Gletschers deutlich höher als am Rand. Die genaue Auswertung erfolgt nach unserer Rückkehr .

Louisa

 

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Veröffentlichung:

Samstag, 26. Mai 2018