Bericht aus Island - Teil 2

Auf dem Weg nach Reykjavik haben wir Station bei einem Pferdezüchter gemacht, der für uns die angeschwemmte Driftboje geborgen hat. Erlendur lebt mit seiner deutschen Frau in einer recht einsamen, aber wunderschönen Gegend an der Südküste Islands. Die beiden betreuen 170 Islandpferde. Erlendur ist Hufschmied und bietet zudem Unterkünfte für Pensionsgäste an. Er hat acht Jahre lang in Deutschland gelebt und spricht die Sprache fließend. Es ist ein total nettes Zusammentreffen.

Erlendur hat, nachdem er die Position der Boje erfahren hat, seinen Trecker angeworfen und ist den weitläufigen und einsamen Strand abgefahren. Das iust nicht ungefährlich, weil es Treibsände gibt. Aber Erlendur kennt die Region. Nach kurzer Suche hat er die Boje tatsächlich im Spülsaum entdecken können und hat sie geborgen. Eine Aufwandsentschädigung für Zeit und Diesel für den Trecker möchte er nicht. "Das war interessant und hat Spaß gebracht - und überhaupt würde er gerne helfen." So sind sie, die Isländer! Immer hilfsbereit und freundlich.

Für uns ist das ein wichtiger Fund. Wir möchten nämlich nicht nur Messgeräte ins Meer  entlassen, sondern sie nach ihrer Mission auch wieder entfernen. Letztes Jahr haben wir insgesamt sechs solcher Messbojen ausgesetzt. Eine davon ist an der norwegischen Küste geborgen worden, die andere jetzt auf Island. Die weiteren vier verbliebenen Bojen arbeiten wie geplant und senden stündlich Wetterdaten an die Wetterstationen. Ihre Lebensdauer ist auf drei Jahre ausgelegt. Wir werden sie weiter beobachten und versuchen sie am Ende ihres Lebenszyklus zu bergen. Die Reise der Bojen könnt ihr auf unserer Website verfolgen.

Die auf Island geborgene Boje ist mittlerweile in Bad Bramstedt eingetroffen und wird jetzt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) grundüberholt und mit einem neuen Treibanker versehen. Damit ist sie wieder betriebsfähig und kann an Bord gehen, damit wir sie in diesem Sommer erneut aussetzen können.