ICEWALK-Jubiläum

30-jähriges ICEWALK-JUbiläum

Am 14. Mai 1989 erreichte das internationale ICEWALK Team, zu dem ich auch gehörte, nach 56 Tagen den Nordpol. Wir waren acht Teilnehmer aus acht verschiedenen Nationen. Die brutale Kälte, das extrem schwierige Gelände und bis zu 13  Laufstunden pro Tag haben uns alle an die Grenzen unserer physischen wie mentalen Belastbarkeit gebracht. Es war wahrscheinlich die härteste Expedition meiner Laufbahn. Das hat uns acht zusammen geschweißt. Unser japanischer Freund Hiroshi Onishi ist leider kurz darauf am Mount Everest von einer Lawine verschüttet worden. So sind wir nur noch zu siebt.

Schon bei unserer Nordpol-Expedition damals ging es um Klimawandel und Umweltzerstörung. Unglaublich aber wahr - unsere Expedition von 1989 wäre heute nicht mehr möglich, da das Eis des Nordpols nicht mehr trägt. Es ist im Vergleich zu früher viel dünner geworden. Dreißig Jahre sind klimageschichtlich nicht einmal ein Wimpernschlag. Wir sind ohne es damals zu ahnen, zu Zeitzeugen eines dramatischen Wandels geworden. Diese Erkenntnis hat uns alle nachhaltig beeinflusst und erklärt auch warum wir uns alle  für Klima- und Artenschutz einsetzen. Wir - das ICEWALK Team - werden auch in Zukunft gemeinsame Projekte initieren.   "Never give up" war damals wie heute unsere Devise!

Von den sieben noch  lebenden ICEWALK Teilnehmern sind vier in den Ort Ryazan nach Russland gekommen, u  m dort gemeinsam das Jubiläum zu begehen. Einladungen beim Oberbürgermeister von Ryazan, Vorträge vor Schülern und Studenten, Fernsehinterviews sowie offizielle Einladungen sorgten für einen eng gesteckten Zeitplan. Auch das angespannte Verhältnis zwischen Russland und den Staaten der EU kam zur Sprache. Wir alle haben 1989 das Ende des Kalten Krieges erlebt - wie erleichtert waren wir damals!  Zielorientierte Dialoge sind heute erforderlicher denn je damit es nicht zu einer erneuten Verhärtung des Verhältnisses zwischen Ost und West kommt. Nur im konstruktiven Dialog lassen sich Probleme lösen. Die verbale Kraftmeierei der Populisten ist unredlich und führt in die politische Sackgasse.

Ein Interview mit dem Team gab es zudem im russischen Fernsehen:
Interview ICEWALK