Ocean Change 2021 gestartet

KIEL

Arved Fuchs ist heute von Kiel aus zur neuen Expedition aufgebrochen, Ziel ist der nördliche Nordatlantik. Während der rund dreimonatigen Tour will Arved Fuchs insbesondere auf den Klimawandel aufmerksam machen und kontinuierliche Messungen für das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel durchführen.  Über die am GEOMAR entwickelte Onlineplattform Beluga können die Expedition, aber auch die Messdaten live verfolgt werden.

„Der Nordatlantik zählt in Hinblick auf die Klimaerwärmung zu den besonders kritischen Regionen“, sagt Professorin Dr. Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR. „Hier kann es bei weiterer Erwärmung rasch zu Veränderungen der Meeresströmungen, insbesondere des Golfstroms, einem der Kippelemente des Klimasystems, kommen“, so Matthes weiter. Um diese Prozesse rechtzeitig zu erkennen und bessere Vorhersagen für die Zukunft zu erhalten, sind insbesondere Ozeanbeobachtungen notwendig. Davon gibt es aber immer noch viel zu wenig.

Am GEOMAR konzentrieren wir uns mit unseren Expeditionen insbesondere auf die Labradorsee zwischen Kanada und Grönland, wo wir Langzeitbeobachtungen durchführen“, erläutert Dr. Johannes Karstensen, Ozeanograph am GEOMAR, der die Kooperation mit Arved Fuchs im Rahmen von OceanChange2021 koordiniert. „Arved wird mit seinem Team auf der gesamten Reiseroute von Kiel über die Faröer, Island, Grönland bis Neufundland Messungen durchführen, die uns dann quasi live zur Verfügung stehen“, so Karstensen weiter. Neben „klassischen“ Parametern wie Temperatur und Salzgehalt werden unter anderem auch Daten zu Sauerstoff und Kohlendioxidaufnahme ermittelt und regelmäßig Messungen in größeren Wassertiefen durchgeführt. Auf der Dagmar Aaen wurden dafür auch Instrumentierungen installiert, die in ähnlicher Form auch auf Rennsegelyachten wie der Malizia von Boris Herrmann zum Einsatz kamen.

„Wir unterstützen die Expedition ferner durch den Einsatz einer Erweiterung unserer Kommunikationsplattform BELUGA. Eine von uns entwickelte Software, welche die Messdaten zusammenführt, visualisiert diese und stellt sie im Zusammenhang mit der Route dar. Dies ermöglicht den Betrachtern, die aktuellen und vergangenen Bedingungen in und über dem Ozean während der OceanChange 2021 Expedition in einem Blick zu erfassen und mit weiteren Inhalten wie Informationen zum Leben an Bord, Naturphänomenen oder wissenschaftlichen Themen zu verbinden“, erläutert Dr. Karstensen.

„Wir wünschen Arved Fuchs alles Gute, viel Erfolg und eine gesunde Rückkehr und freuen uns auf spannende Reiseberichte von unterwegs und natürlich auf die Daten für unsere Forschung“, sagt Katja Matthes.