Expeditions-Logbuch

07. September 2026

Journey‘ s End

Unseren Überwinterungshafen Bridgewater erreichen wir einen Tag früher als ursprünglich geplant. Grund ist das Wetter. Nach der Fahrt durch den schmalen, kurzen und spektakulär in die Landschaft gebauten St Peter’s Kanal und einem Abstecher nach Lunenburg, dem Mekka des Kanadischen Holzschiffbaus, ist Beeilung angesagt. Die Wettervorhersage prognostiziert für die Küste von Nova Scotia 40 Knoten Wind und mehr als 3 Meter Welle. Das wollen wir vermeiden. Also geht es zügig in den LaHave River, der gut 10 Seemeilen ins Landesinnere schiffbar ist. An der langen Pier des LaHave Yacht Club machen wir fest. Den finalen Festmacher unserer langen Reise trinken wir im strömenden Regen, aber das stört niemanden. Einmal mehr hat uns die Dagmar Aaen unbeschadet ans Ziel gebracht. Arved ist erleichtert. Schließlich trägt er die gesamte Verantwortung für Crew und Schiff.

Louis ist der Hafenmeister in der Marina von Bridgewater. Der junge Kanadier empfängt uns herzlich und zeigt uns das kleine, gemütliche Clubhaus. Hier gibt es eine warme Dusche und auch eine Waschmaschine steht uns zur Verfügung. Landstrom und Wasserversorgung gehören ebenfalls zum Service. Schnell wird klar, dass Bridgewater der ideale Ort ist für die anstehende Überwinterung der Dagmar Aaen . Hier liegt unsere alte Lady geschützt vor Sturm und Schwell.

Bevor nun die Crew zurück nach Europa reist, gilt es aber noch, das Schiff winterfest zu machen. Die to do Liste ist seitenlang. Die Festmacherleinen werden vorsichtshalber verdoppelt und mit einem Scheuerschutz ausgestattet, damit sie im Auf und Ab der Tide nicht durch die scharfe Kante der Pier beschädigt werden. Alle Vorsegel werden abgeschlagen und bei unserem ehemaligen Crewmitglied Raimer Fuhlendorf eingelagert. Raimer und seine Frau Louise leben seit vielen Jahren nicht weit von Bridgewater auf einem alten Bauernhof, wo wir die Scheune als Materiallager nutzen dürfen. Besonderes Augenmerk legt Arved auch auf unseren Callesen Diesel. Das Kühlwasser wird mit Frostschutzmittel auf mögliche Minustemperaturen vorbereitet. Unsere Meßgeräte werden gereinigt und trockengelegt . Miri ist lange damit beschäftigt, Inventur in Sachen unverderbliche Lebensmittel zu machen. Letzte Reparaturen werden ausgeführt und dann ist da zum Beispiel noch die Stromversorgung. Das Kanadische Netz hat nur 110 Volt. Entsprechend wird mit viel Aufwand ein Umspanner installiert, damit auf dem Schiff auch im Winter das Licht geht und die Pumpen jederzeit laufen können.

Ganz allein wird die Dagmar aber auch in den nächsten Monaten nicht sein. Verschiedene Crewmitglieder werden Ihren Winterurlaub in Nova Scotia verbringen, auf dem Schiff wohnen und nach dem Rechten schauen.

Für uns alle heißt es nun: Journey’s end. Seit dem Auslaufen in Flensburg am 03. Juni haben wir insgesamt 4855 Seemeilen zurückgelegt. 2027 geht die Ocean Change Expedition weiter.

Matze

Position: 44.372002, -64.505957

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