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06.06.2016: Kurs Azoren


Kurs Azoren


Wir sind wieder unterwegs. Am 2. Juni haben wir in der Marina Jacaré bei Cabedelo losgeworfen, nachdem wir das Schiff zuvor verproviantiert und insgesamt 2000 Liter Diesel getankt haben - aus 20-Liter-Kanistern. Das dauert... Danach ging es los.


Vor uns liegt die längste durchgehende Seestrecke der gesamten Reise mit ca. 3000 Seemeilen ohne Zwischenstopp bis zu den Azoren. Wir hoffen auf günstigen Wind. Eigentlich sollte hier der Südostpassat vorherrschen, leider kommt er mehr aus ONO, also ziemlich gegenan. Um uns nördlich des Äquators günstig zum dort einsetzenden Nordostpassat zu positionieren, wollen wir möglichst 25° westlicher Länge erreichen. Ob uns das gelingen wird, wird sich zeigen. Es gehört also auch Strategie und Glück dazu, um eine zügige Passage zu realisieren. Das Seewasser hat eine Temperatur von 28 °C, die Luft ist etwas kühler mit 27 °C.


Der Bordalltag ist jetzt vom Wachrhythmus bestimmt. Von 0 - 4 sind Fabian und Friedrich an der Reihe, von 4 - 8 Krischan und Mauro und von 8 - 12 Leszek und Lauren. Babett ist Smut und ich als Skipper mische irgendwie überall mit. Nach anfänglichen Symptomen von Seekrankheit bei einigen neuen Crewmitgliedern hat sich das zum Glück gelegt. Es ist der Alltag auf See - ich mag das sehr. Nur von Wind, Wolken und dem Meer bestimmt zuz werden.


Es sind schon beeindruckende Distanzen, die wir in den letzten Wochen zurückgelegt haben. Von Ushuaia bis Cabedelo sind es 3559 Seemeilen gewesen. Gestern haben wir die Insel Fernando do Noronha passiert - das letzte Land für lange Zeit. Auf der Hinreise hatte die "Dagmar Aaen" dort eien Woche Station gemacht. Die Zeit haben wir jetzt leider nicht. Das nächste Etappenziel ist der Äquator - ich werde berichten!


Arved Fuchs


02.06.2016: Cabedelo

Cabedelo


Anfang der Woche kam die "Dagmar Aaen" im nächsten Etappenziel an. Von der Metropole Rio de Janeiro ging es in den Bundesstaat Paraíba, Ziel war die Gemeinde Cabedelo, die den einzigen Seehafen des Bundesstaates besitzt. Der Haikutter ankerte in der Marina Jacale, vor Ort fand ein erneuter Crewwechsel statt. Nachdem sich der isländische Skipper Heimir bereits in Rio auf den Rückweg machte, haben in Cabedelo auch Elise und Annelie das Schiff verlassen, um den Rückweg nach Deutschland anzutreten.


Neu an Bord sind dafür Friedrich, Babett und Mauro - ein Segellehrer, dessen Bekanntschaft die Crew während der Wintermonate in Ushuaia gemacht hat. Mauro war dermaßen angetan von der "Dagmar Aaen" und der Expedition, dass er sich entschlossen hatte, ebenfalls auf der Rückreise teilzunehmen. Bis nach Brest wird die Reise für den erfahrenen Segler gehen. Auch Friedrich und Babett sind Neuzugänge auf der "Dagmar Aaen", beide werden den Atlantik-Trip zu den Azoren mitmachen. Weiterhin mit zur Crew gehören Fabian, Krischan und Lauren und Leszek - gemeinsam mit Kapitän Arved wird eine achtköpfige Crew die Überquerung des Atlantiks in Angriff nehmen.


Bevor der Haikutter im Laufe des Tages den kleinen Hafen von Cabedelo wieder verlassen wird, hat die Crew das Schiff noch einmal auf den Atlantik-Trip vorbereitet. Nachdem unzählige Behördengänge absolviert waren, wurde gebunkert und verproviantiert. Die "Dagmar Aaen" wird auf dem weiteren Weg die 3000-Meilen-Grenze knacken - und noch immer ist der 85-jährige Kutter in seinem Element und ist bereit für die nächste Atlantiküberquerung.


 


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24.05.2016: Rio de Janeiro


Rio de Janeiro


Unter Heimir als Kapitän ging es nach einer unerwartet aufwendigen Ausklarierung in Piriápolis weiter gen Norden nach Brasilien. Mit zunehmenden Temperaturen füllt sich das Deck tagsüber so langsam mit Leben und Musik.


Neben einem riesigen Delfinschwarm konnten wir sogar einen Hai beobachten, der sich aber nicht sonderlich für uns zu interessieren schien. Eigentlich wollten wir in São Sebastião einklarieren, um dann die wohl schönste Bucht Brasiliens mit über 360 Inseln nördlich davon zu erkunden, doch das hat dank der nicht auf Privatboote ausgelegten Behörden leider nicht funktioniert.



So ging es dann mit einem Tag unter Segeln direkt nach Rio, wo wir mit dem Sonnenaufgang und Frühstück in der Hand an Ipanema und Copacabana sowie der Christus Statue und dem Zuckerhut vorbeiziehend einliefen. Rio de Janeiro ist eine unfassbar große Stadt - eingebettet in eine traumhafte Kulisse. Leider lässt die Seewasserqualität hier zu wünschen übrig, was nicht nur an dem ersichtlichen Müll an der Wasseroberfläche festzumachen ist. Hier in der Marina de Glória spricht auch der Gestank Bände.



Zuckerhut, Christus Statute, Santa Teresa, Lapa, Centro, Copacabana - es gibt einiges zu sehen und zu entdecken. Vor allem die Künstlerviertel Lapa und Santa Teresa sind einen Besuch wert, genau wie die grandiosen Aussichtspunkte Zuckerhut und Corcovado (Christus-Statue). Der ein oder andere Caipirinha darf natürlich auch nicht fehlen.
Zur Wiedergutmachung des fehlgeschlagenen Ankerversuchs nahe der Ilha Grande waren wir noch eine Nacht in Angra dos Reis und konnten einen kleinen Einblick in die atlantische Karibik Basriliens erlangen.


 


Elise und Lauren


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12.04.2016: Ushuaia


Ushuaia


Wie immer vergeht die Zeit wie im Flug. Seit knapp drei Wochen sind wir jetzt schon in Ushuaia, Langeweile kommt nicht auf. An Bord ist wie üblich einiges in Ordnung zu bringen und zu reparieren. Außerdem verproviantieren wir die "Dagmar Aaen" für die nächste Etappe bis Piriápolis (Uruguay).


Trotzdem bleibt uns genug Zeit, Land und Leute etwas näher kennenzulernen. So erfahren wir z. B. Näheres über den Streik, der seit Ende Februar das kulturelle Leben fast lahmlegt. Es streiken fast alle staatlichen Angestellten und die Lehrer, weil sich ihre Arbeitsbedingungen drastisch verschlechtern sollen. Die ihnen zugesagten Gehaltserhöhungen reichen bei weitem nicht aus, um die Inflation auszugleichen. Außerdem können sich die Lehrer in Zukunft erst mit 50 Jahren pensionieren lassen statt wie bisher mit 45 Jahren. Die für Feuerland geltenden Sonderregelungen werden damit aufgehoben. Durch den Streik sind viele öffentliche Einrichtungen geschlossen (Schwimmbäder, Sporthallen etc.), und an den staatlichen Schulen findet seit Ende Februar kein Unterricht statt.


Hier im Hafen von Ushuaia ist es sehr laut, umso mehr genießen wir unsere Ausflüge. Wir sehen wilde Pferde an der Playa Larga und Pinguine auf der Isla Martillo. Besonders beeindruckend ist die Wanderung zur Laguna Esmeralda, keine zehn Kilometer vom Meer entfernt befinden wir uns mitten im Hochgebirge.



Nationalpark Tierra del Fuego


Der Weg dorthin führt durch ein Hochtal mit zahlreichen Biberdämmen (Foto, l.). Im letzten Jahrhundert hat man in Feuerland versucht, eine Biberzucht zu betreiben. Da die Winter bedingt durch die Nähe des Meeres aber viel milder sind als z. B. in Nordamerika, war ihr Fell nicht so dicht wie erhofft, das Projekt musste scheitern. Die Biber haben keine natürlichen Feinde, deshalb sind sie jetzt eine Plage und man wird sie nicht mehr los.


Bei unserer Tour in den Nationalpark Tierra del Fuego erleben wir eine sehr liebliche Landschaft und eine sehr vielfältige Vogelwelt. Hoch über uns zieht ein Kondor seine Kreise. Am Fluss treffen wir viele Caranchos an, das sind große Greifvögel mit farbenfrohem Kopf und mit einem Balzverhalten ähnlich wie bei Störchen (der Hals wird beim Begrüßen weit nach hinten gebogen).



In den Bäumen kreischen unzählige Cachañas (grüne Papageien mit rotem Schwanz). Außerdem treffen wir auf Hochlandgänse (Foto) und Schwarzhalsschwäne. Letztere gibt es nur hier unten im Süden von Südamerika.


Wir sind uns schnell einig - wenn Arved und die neue Crew eingetroffen sind und uns ablösen, wollen wir noch ein paar Tage mit dem Zelt im Nationalpark unterwegs sein.


Elise Fleer & Frank Mertens


 


 


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04.03.2016: Puerto Williams


Puerto Williams


The next phase of the Ocean-Change-Expedition began with our arrival at the small harbour at Beagle-Channel. Yesterday, on Thursday, the "Dagmar Aaen" sailed from Ushuaia back to Puerto Williams, where the research project with the rockhopper penguins will start from.


Torben, Marcus and Uschi are new on board as well as Marcel, who travelled with us last year. And of course Dr. Klemens Pütz, the leader of the research at the Antarctic Research Trust (ART) has joined us on board. This foundation was established in 1997 and has set its goal at doing research on animals in the Antarctic and sub-Antarctic in order to better protect these animals and their habitat.



Southern Rockhopper Penguins


In the coming weeks, research will focus on the southern rockhopper penguins. The numbers of these penguins has been declining for years. On the Falkland Islands they have declined up to 80% in the past 80 years. It is presumed that this decline is caused by an interaction of different spatial and temporal factors. Possible causes are commercial fishing, water pollution through oil and a warming of the ocean waters. All of these factors could have en effect on food supply - the extent of which is still unknown.


Not far from the South American continent, especially on the many breeding islands near Chilean fiords, but also on the Argentine Island Isla de los Estados, the population do not show a comparable trend. A comparison between the winter feeding grounds of animals of the declining populations (Falklands) and the mostly stable populations (Argentina and Chile) is hoped to give further indication of the different factors which are negatively affecting some populations.


For this purpose satellite transmitters will be attached on rockhopper penguins from colonies around the southern tip of South America. This way the migration routes of the animals can be followed and the favoured feeding grounds and migration routes can be identified. While namely study material on the winter migration routes of rockhopper penguins from different colonies on the Falkland Islands is available, this applies to areas on the South American continent only on Isla de los Estados. The whereabouts of the rockhopper penguins in the Pacific regions is one the other hand still fully unknown.


Up to 15 transmitters will be attached to animals in the colonies on Isla de los Estados (ARG), Diego Ramírez (CL), Isla Ildefonso (CL) and Isla Noir (CL).