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Expeditions-Logbuch

12.04.2016: Ushuaia


Ushuaia


Wie immer vergeht die Zeit wie im Flug. Seit knapp drei Wochen sind wir jetzt schon in Ushuaia, Langeweile kommt nicht auf. An Bord ist wie üblich einiges in Ordnung zu bringen und zu reparieren. Außerdem verproviantieren wir die "Dagmar Aaen" für die nächste Etappe bis Piriápolis (Uruguay).


Trotzdem bleibt uns genug Zeit, Land und Leute etwas näher kennenzulernen. So erfahren wir z. B. Näheres über den Streik, der seit Ende Februar das kulturelle Leben fast lahmlegt. Es streiken fast alle staatlichen Angestellten und die Lehrer, weil sich ihre Arbeitsbedingungen drastisch verschlechtern sollen. Die ihnen zugesagten Gehaltserhöhungen reichen bei weitem nicht aus, um die Inflation auszugleichen. Außerdem können sich die Lehrer in Zukunft erst mit 50 Jahren pensionieren lassen statt wie bisher mit 45 Jahren. Die für Feuerland geltenden Sonderregelungen werden damit aufgehoben. Durch den Streik sind viele öffentliche Einrichtungen geschlossen (Schwimmbäder, Sporthallen etc.), und an den staatlichen Schulen findet seit Ende Februar kein Unterricht statt.


Hier im Hafen von Ushuaia ist es sehr laut, umso mehr genießen wir unsere Ausflüge. Wir sehen wilde Pferde an der Playa Larga und Pinguine auf der Isla Martillo. Besonders beeindruckend ist die Wanderung zur Laguna Esmeralda, keine zehn Kilometer vom Meer entfernt befinden wir uns mitten im Hochgebirge.



Nationalpark Tierra del Fuego


Der Weg dorthin führt durch ein Hochtal mit zahlreichen Biberdämmen (Foto, l.). Im letzten Jahrhundert hat man in Feuerland versucht, eine Biberzucht zu betreiben. Da die Winter bedingt durch die Nähe des Meeres aber viel milder sind als z. B. in Nordamerika, war ihr Fell nicht so dicht wie erhofft, das Projekt musste scheitern. Die Biber haben keine natürlichen Feinde, deshalb sind sie jetzt eine Plage und man wird sie nicht mehr los.


Bei unserer Tour in den Nationalpark Tierra del Fuego erleben wir eine sehr liebliche Landschaft und eine sehr vielfältige Vogelwelt. Hoch über uns zieht ein Kondor seine Kreise. Am Fluss treffen wir viele Caranchos an, das sind große Greifvögel mit farbenfrohem Kopf und mit einem Balzverhalten ähnlich wie bei Störchen (der Hals wird beim Begrüßen weit nach hinten gebogen).



In den Bäumen kreischen unzählige Cachañas (grüne Papageien mit rotem Schwanz). Außerdem treffen wir auf Hochlandgänse (Foto) und Schwarzhalsschwäne. Letztere gibt es nur hier unten im Süden von Südamerika.


Wir sind uns schnell einig - wenn Arved und die neue Crew eingetroffen sind und uns ablösen, wollen wir noch ein paar Tage mit dem Zelt im Nationalpark unterwegs sein.


Elise Fleer & Frank Mertens


 


 


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