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01.07.2016: Azoren


Azoren



Nach 2955 Seemeilen hat die "Dagmar Aaen" die Inselgruppe der Azoren erreicht. Die 27 Tage auf See waren geprägt von Wind aus nördlichen Richtungen. Aber die Strapazen der langen Seereise waren quasi mit dem Festmachen in Horta vergessen. Der kleine Ort auf der Insel Faial ist bei Atlantik - Seglern ein willkommener Zwischenstopp. In der großen Marina gibt es von der Tankstelle bis zur Waschmaschine alles, was das Seglerherz begehrt. Außerdem liegt direkt am Hafen die wohl bekannteste Seglerkneipe auf dem Globus: "Peter Café Sport". Eine Institution. Seit mehr als 100 Jahren gibt es das Café, unzählige Schiffswimpel an den Wänden des rustikalen Schankraumes zeugen von den segelnden Besuchern aus aller Welt.



Schiffsmalereien


Wir treffen dort zum Beispiel die Crew der niederländischen Bark "Europa", die wir auch schon in Puerto Williams auf Feuerland gesehen hatten. Oder Mareike Guhr aus Hamburg. Die professionelle Seglerin ist seit mehr als vier Jahren mit dem Katamaran "La Medianoche" auf Weltreise. Über 45.000 Seemeilen hat die 47-Jährige schon im Kielwasser. Ende September wird sie nach Hamburg zurückkehren. Ein regelmäßiger Gast in Horta ist auch die Kieler Topsegelschoner "Thor Heyerdahl". Jeweils auf der Rückreise von dem jährlich stattfindenden Schulprojekt "Klassenzimmer unter Segeln" macht der Dreimaster auf den Azoren fest. Und in jedem Jahr ziert dann ein weiteres, handgemaltes Bild des Schiffes die Hafenpier von Horta.



Crewwechsel


Auch das ist ein Markenzeichen des Ortes. Tausende von Schiffsmalereien findet man auch auf dem letzten Fleckchen im Hafen. Von der Mole über die Pier bis zu den Sitzbänken, jeder Segler will sich in Horta verewigen. Auch ein altes Bild der "Dagmar Aaen" gibt es, bei einem Besuch im Jahr 2000 von Brigitte Ellerbrock gemalt. Die Tage auf den Azoren nutzt die Crew, um die Spuren des Atlantiks am Schiff zu beseitigen. Überall wird geschliffen und gemalt. Die Hauptmaschine wird gewartet und im Rigg gibt es Kleinigkeiten zu reparieren. Wer Zeit hat, macht eine Wanderung in die grüne Umgebung von Horta. Blühende Hecken aus Hortensien bieten immer neue Foto - Motive. Auf den Azoren gibt es einen weiteren Crewwechsel. Babett, Friedrich, Krischan, Leszek und Fabian haben die Heimreise angetreten, Michael, Achim, Matze, Jeremias und Steffen sind an Bord gekommen. Das nächste Ziel der "Dagmar Aaen" ist der französische Hafen Brest.


Matze Steiner
 


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05.04.2016: Ushuaia


An interim look back on the journey


Since the „Dagmar Aaen“ left the harbor in Hamburg on August 5th, 2015 she has covered 12.000 sea miles - an equivilent to 22.000 kilometers. For a traditional sailing vessel built in 1931 this is no trivial achievement. Especially when one considers that a great part of this journey has been in the extreme southern latitudes, accompanied by the unusually violent storms which occurred this summer. Cape Horn, the Antarctic - time for a personal interim look back.


The “Dagmar Aaen” is now in Ushuaia (photo) in Club Nautico. The ship has obviously taken a lot during this long journey: tropical sun, storms and glacial ice have left their marks on the ship. The paint is cracked, the white quarter deck appears dull and the anchor chain, after countless anchor maneuvers, has left rusty tears on the hull. This in not dramatic, but eight months of continuous use has taken their toll and a small overhaul is necessary.


The good news – nothing is broken. We are controlling all of the rigging, some of the ratlines need repair, the stays and the shrouds must be tarred down. The cordage will be checked for wear and replaced where necessary. The deck will be sanded and painted and below deck the whole sanitary area, the machinery and the generators will be thoroughly overhauled and serviced.



CO2-assessments


A sailing ship, especially when made of wood, is a living organism - it demands care. We gladly grant this attention to the “Dagmar Aaen”. When one considers the adventures and the storms the ship has been through, one has a deep feeling of gratitude and closeness. We are familiar with each shackle, each rope’s end and each piece of wood on the ship. The “Dagmar Aaen” is our home and our life insurance.


And the tasks we set for ourselves?


We were not able to carry out all of the things we had planned to. Despite the total commitment of all those involved, we were unable to land on the stormy islands Diego Ramirez, Ildefonso or Isla Noir in order to attach small  transmitters to Rockhopper penguins. But above all the wishes and the planned projects in these latitudes there is always the weather to consider. Landing on these islands was simply impossible – in spite of all our efforts.


The planned CO2-assessments in the ocean waters could not be carried out. The financial means for the purchase of the expensive measuring instruments were not available. Still, we hope that the necessary equipment can be provided for the measurements which began two years ago. The expedition “Ocean Change” and the journey of the “Dagmar Aaen” will continue.



Topics: Fishing Industry and Plastic Waste


On the plus side there are many positive things to report. Two documentaries for ZDF were completed as well as three further documentaries for “National Geographic Germany”. And finally we succeeded in reaching the Antarctic – a goal which is distant and difficult to reach.


We are still very concerned with the complex topic of the fishing industry as well as the assessment of plastic waste. In the further course of the journey with the “Dagmar Aaen” there is still a lot to undergo. Ushuaia is the turning point of the journey. From here we head north. In the middle of April the new crew and an overhauled ship will sail to the Le Maire Strait in the South Pacific and then head for the mouth of the Rio de la Plata – a distance of about 1.300 sea miles from Ushuaia. Autumn has set in here in the southern hemisphere. We are still sailing in the notorious “Roaring Forties”. It remains a sailing challenge.
Arved Fuchs


 


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20.06.2016: Mindelo


Mindelo


Die Zeit in den Kalmen hat mächtig Sprit gekostet, da an ein Vorwärtskommen unter Segel nicht zu denken war. Arved hatte sich daher entschieden, einen Zwischenstopp auf den Kap Verden einzulegen. In der kleinen Hafenstadt Mindelo auf der Insel São Vicente nutzte die Crew die Zeit, nach 15 Tagen auf See einen freien Tag an Land zu verbringen. Wäsche waschen, neu verproviantieren, duschen und vor allem Diesel bunkern standen auf der Tagesordnung.


Zeitlich war das Timing zudem perfekt - stand doch am Abend das EM-Spiel zwischen Polen und Deutschland auf dem Programm. Zwar gab es keinen Sieger, aber Crewmitglied Leszek musste sich als einziger Pole tapfer behaupten und ist sich sicher, dass der Weg seines Teams noch nicht beendet ist. Zufrieden zeigte sich auch unser Schweizer Bootsmann mit dem gestrigen 0:0 gegen den Gastgeber: "Der Titel rückt näher", war seine Reaktion auf das torlose Unentschieden.


Am Abend waren es noch 1060 Meilen bis zu den Azoren. Mal wieder hat der Haikutter Gegenwind - mit einer Ankunft in Horta ist daher nicht vor dem 28. Juni zu rechnen...


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13.06.2016: Kalmen


Kalmen


Der Callesen-Motor kann sich derzeit über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Die "Dagmar Aaen" fährt in den Kalmen weiter nordwärts und hofft, dass demnächst zumindest ein bisschen Wind wehen wird. Die Kalmen sind die nahezu windstillen Gebiete im Bereich des Äquators, insbesondere im Bereich zwischen dem zehnten südlichen und dem zehnten nördlichen Breitengrad. Daher ist an eine Fahrt unter Segeln momentan nicht zu denken, zudem regnete es in den letzten Tagen teilweise ununterbrochen.


Nach einer kleinen Wetterbesserung gelang der Crew dann aber zumindest ein großer Fang - eine Goldmakrele ließ die Laune steigen und sorgte für eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Ansonsten vertreibt sich die Mannschaft um Arved Fuchs die windstille Zeit mit diversen Arbeiten an Bord und wartet auf die Ergebnisse der EM. Fabian freute sich über den Auftaktsieg der Schweizer und ist nun voller Optimismus für die nächsten Spiele: "Da ist jetzt alles drin", frohlockte der Bootsmann aus der Schweiz. Sehnsüchtig wartete auf Leszek auf das Ergebnis der Polen - und wird nach dem Duell gegen Deutschland am Donnerstag eventuell tagelang den Spott der Crew ertragen müssen - oder aber er übernimmt komplett das Kommando an Bord...


  


 


 


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08.06.2016: Äquatortaufe


Äquatortaufe


Heute am 7. Juni um 01:51 Uhr haben wir den Äquator überquert. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen, gegen 23 Uhr stellte sich Neptun mit seinem Gefolge ein, um die Äquatortaufe bei den unbefahrenen Seeleuten durchzuführen.



Traditionsgemäß mussten die Täuflingen dabei einige Prozeduren erleiden, bevor sie schließlich die Taufurkunde in den Händen hielten. Bei herrlichstem Wetter und unter Vollzeug segeln wir jetzt weiter mit Nordkurs.



Nachts können wir am Himmel jetzt zeitgleich das Kreuz des Südens und den großen Wagen sehen. Das Kreuz des Südens, das uns die letzten Monate begleitet hat, sinkt langsam Richtung Horizont. Noch ein paar Tage wir werden wieder den Polarstern sehen. Es ist großartig, die Veränderungen in der Natur zu beobachten.


 


Arved Fuchs