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12.07.2016: Brest


Brest


Das Finale der Fußball-Europameisterschaft ist das eine -  an Bord der "Dagmar Aaen" allerdings zählte in den letzten Tagen nur die Watch - Battle:
Welche Wache macht auf der Reise von den Azoren nach Brest die meisten Meilen ? Gewonnen hat die 08-12 Wache mit Jeremias, Steffen und Arved mit 391 sm, gefolgt von den  Wachen 0-4 und 4-8 gleichauf mit jeweils 386 sm. Als Sieger der Herzen fühlt sich allerdings die 4-8 Wache mit Achim und Matze, weil es dieser Wache gelungen ist, nach verregneten Nachtwachen fast immer morgens die Sonne an den Himmel zu zaubern. Der Vollständigkeit halber: die EM-Wette hat Lauren gewonnen, vor Mauro und Matze. Aber Steffen war der einzige, der das Finale richtig getippt hat.


Insgesamt war der Törn von den Azoren nach Brest geprägt von Wetterglück. Wir segelten lange Zeit in einem Hochdruckkeil südlich eines beeindruckenden Tiefdruckgebietes. Bei uns war es trocken und sonnig, nur der teils drei Meter hohe Schwell aus dem Tief lies die "Dagmar Aaen" kräftig rollen. Nach 10 Seetagen und rund 1200 sm ist das nächste Etappenzeil auf dem Weg zurück nach Deutschland mit der bretonischen Hafenstadt Brest erreicht. Hier findet alle vier Jahe ein gigantisches Seglertreffen statt. Erwartet werden mehr als 3000 Schiffe. Da darf die "Dagmar Aaen" natürlich nicht fehlen. Nach ein paar Tagen Erholung geht es weiter Richtung Nordsee. Anfang August soll die "Ocean Change" Expedition mit der Ankunft in Hamburg abgeschlossen werden.


Matze Steiner


 

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17.07.2016: Brest


Brest


Am 11. Juli erreichen wir Brest und schließen damit unsere Atlantiküberquerung in Nord-Südrichtung ab. Es war ein weiter Weg vom winterlichen Ushuaia bis hin zum hochsommerlichen Brest. Zeit um inne zu halten und ein paar Tage zu pausieren. Das Festival von Brest, das am 13. Juli beginnt bietet dazu jede Menge an Abwechslung. Für die "Dagmar Aaen" ist es bereits das dritte Mal, dass sie daran teilnimmt. Alle vier Jahre findet das
Festival statt und es ist wohl das größte maritme Festival weltweit. Bei hochsommerlichen Temperaturen kommt so Richtung Südseeatmosphäre auf.


Das liegt wohl auch daran, dass wir unmittelbar neben dem "Polynesischen Dorf" liegen, in dem von morgens bis abends Musik gemacht und getanzt.wird. Zudem entern plötzlich 20 Tahitianerinnen die "Dagmar Aaen", gewandet in gelben Kleidern, um uns einen  Besuch abzustatten. So ähnlich muss es früher den Segelschiffen vor Tahiti ergangen sein wenn sie dort vor Anker gingen. Im ganzen Hafengebiet spielen Musikgruppen, die die bisweilen auch auf die Schiffe gehen. Uns besucht ein Blasorchester, und spielt  für eine knappe Stunde auf.  Es ist eine tolle Party, hier die irgendwie gar nicht endet.


Heute ist Sonntag und gefeiert wird hier bis Dienstag. Wir weden allerdings schon am Montag nach Douarnenez fahren, einen kleinen Fischerort ca. 35 Seemeilen von Brest entfernt. Dort geht die Party noch bis zum Wochenende weiter. Mal sehen ob wir so lange durchalten.
 
Arved Fuchs

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07.08.2015: Holländische Küste


Deutsche Bucht


Völlig neue Erfahrungen für die meisten Crewmitglieder: Die Sonne brennt vom Himmel. An Deck kreist die Magnum-Flasche Sonnenmilch. Die schattigen Plätzchen auf dem Schiff sind begehrt. Gutes Wetter haben wir an Bord der "Dagmar Aaen" in der Arktis schon oft erlebt, aber 30 °C in der Deutschen Bucht - das ist neu. Mehrfach wird das Deck gewässert, damit die Planken nicht zu sehr austrocknen. Kurze Hosen und T-Shirts sind angesagt.


Auf dem Schiff ist Bordroutine eingekehrt. Wir fahren im Drei-Wachen-System. Von 0:00 Uhr bis 04:00 Uhr sind Volker, Andreas und Ruben für das Schiff zuständig. Die 04:00 - 08:00 Uhr-Wache gehen Arved, Achim und Justus. Von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr sind dann Brigitte, Matze, Michael und Jan an der Reihe. Danach beginnt der Rhythmus wieder von vorn. Jeweils ein Crewmitglied hat "Backschaft" - dazu gehört das Abwaschen, die Reinigung der "gekachelten Anlagen" (die auf der "Dagmar Aaen" natürlich holzverkleidet sind) und das feuchte Durchwischen von Messe und Vorschiff.



Holländische Küste


Die meiste Arbeit hat Justus. Er fährt als Smutje. In der Hitze unter Deck zaubert er ein leckeres Menü nach dem anderen. Wer wachfrei hat, sonnt sich an Deck, liest oder schläft.


Über allem steht aber immer das Thema Sicherheit. Da kann es noch so karibisch sein. Ab Sonnenuntergang wird grundsätzlich Schwimmweste getragen. Schon in der Elbe hatte Arved viel Zeit darauf verwendet, der gesamten Crew eine Sicherheitseinweisung zu geben. Wie funktionieren die Schwimmwesten, die Notsender und die Rettungsinsel, was tun bei Mann über Bord, wo befindet sich die medizinische Notfall-Ausrüstung. Und vor allem: Wie werden die unzähligen Feuerlöscher gehandhabt. Feuer an Bord gilt als die größte Gefahr auf einem Holzschiff.


Derzeit laufen wir mit Südwestkurs entlang der holländischen Küste. Unser erster Zielhafen ist Falmouth an der englischen Südwestküste.


Matthias Steiner

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11.08.2015: Isle of Wight


Englische Südküste


Die englische Südküste empfängt uns mit wolkenverhangenem Himmel, Regen und Wind gegenan. Die "Dagmar Aaen" stampft auf ihrem Weg nach Westen. Im Vorschiff hat das "beliebte" Achterbahnfahren begonnen - am Bug des Schiffes sind die Auf- und Ab-Bewegungen am stärksten ausgeprägt.


Die letzten Tage waren dagegen eher eine karibische Kreuzfahrt. T-Shirt-Wetter und Wind von achtern. Das gab uns die Chance, die neuen Spieren zu testen. In der Tischlerei von Bernhard Naber waren kurz vor der Abreise noch zwei hohle Bäume entstanden, mit denen die Vorsegel ausgebaumt werden können. Bei achterlicher Brise erhöht sich dadurch die Wind-Angriffsfläche, das Schiff wird schneller. Hauptsächlich sollen die Spieren auf der Atlantiküberquerung im Passatwind zum Einsatz kommen. Aber schon vor der niederländischen Küste zeigte sich, dass Bernhard mal wieder ganze Arbeit geleistet hat. Ballonklüver und Fock stehen ausgebaumt perfekt!



Nach der Passage von Dover rauscht die MSC Zoe vorbei



Bei der Einfahrt in den englischen Kanal konnten wir dann live erleben, was modernste Yachtbautechnik bedeutet: Der Wind war eingeschlafen, die "Dagmar Aaen" lief unter Vollzeug gerade noch 2,8 kn. Da erschien am Horizont hinter uns ein riesiges Ballon-Vorsegel. Die "SCA" kam herangeflogen. Der hypermoderne Volvo Ocean Racer war im gerade zu Ende gegangenen Rennen von einer reinen Frauencrew um die Welt gesteuert worden. Und nun preschte diese Rennziege heran und überholte uns unter Code Zero, Fock und Groß mit unglaublichen 11,5 kn - und das quasi ohne Wind. Ein beeindruckendes Erlebnis.


 


Noch viel schneller war allerdings ein weiterer Überholer: Nach der Passage der Straße von Dover rauschte die nagelneue "MSC Zoe" vorbei. Der derzeit größte Containerfrachter der Welt war erst vor wenigen Tagen in Hamburg getauft worden. Das knapp 400 Meter lange Schiff kam nun aus Rotterdam und lief mit satten 22 kn auf Westkurs.


Vor der berühmten Isle of Wight (dort wurde erstmals der America's Cup ausgetragen) gab es ein Treffen mit der Hautevolee der Tourismus Industrie: In der Ansteuerung von Southampton tummelten sich gleich vier gigantische Kreuzfahrtschiffe, darunter die "Queen Elizabeth" auf ihrem Weg nach Hamburg. Bei einer Spontan-Umfrage an Bord der "Dagmar Aaen" wollte allerdings niemand tauschen...


Wir sind weiter auf dem Weg zu unserem ersten Stop im Hafen von Falmouth am Südwestzipfel von England.


Matthias Steiner

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16.08.2015: Biskaya


Falmouth


Mitten in der Biskaya. Der Atlantik lässt die "Dagmar Aaen" im Rhythmus der Wellen rollen und stampfen. Die Crew hat sich an den Seegang gewöhnt. Seit Tagen laufen wir mit Kurs SSW Richtung Nordwestecke Spanien. Der vorausgesagte Starkwind aus Süd hat uns bisher verschont. Das Thermometer ist langsam von 16 auf 18 °C geklettert.


An Bord bestimmt der ständig wiederkehrende Wechsel zwischen Wache und Schlafen das Leben. Für Abwechslung sorgen immer öfter Delphine, die um das Schiff spielen. Kulinarisches Highlight: der Geburtstagskuchen für Bootsmann Fabian (Foto). Schon zum Wachwechsel hatte es ein Ständchen für den jungen Schweizer gegeben. Am Nachmittag hatte Volker dann einen leckeren Birne-Schokolade-Kuchen gezaubert.


Superyacht "Mariette"


Bei unserem Zwischenstopp in Falmouth konnten wir echte englische Gastfreundschaft erleben. In dem Küstenstädtchen lief die Falmouth-Week, ein einwöchiges Regattaspektakel mit hunderten von teilnehmenden Booten. Entsprechend voll war der Hafen. Wir bekamen trotzdem einen perfekten Liegeplatz am Schwimmsteg der Pendennis Marina.


Das offizielle Startschiff der Regatten, die "Spirit of Falmouth", räumte ihren Platz am Steg und ging Abends bei uns längsseits. Eine wirklich nette Geste. Unsere Nachbarn in der Marina konnten exclusiver kaum sein - ein großes Schiff neben dem anderen. Am beeindruckendsten war die "Mariette" - eine genau 100 Jahre alte Superyacht, die ein komplettes Refit bekommen hatte und mit ihrem über 40 Meter hohen Holzmast alle überragte.


Konrad, der Bootsmann der dunkelblauen Schönheit war es, der zuerst zu uns kam, er wollte die ihm bekannte "Dagmar Aaen" endlich mal aus der Nähe sehen. Beim obligatorischen Gegenbesuch kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine in Mahagoni eingefasste Badewanne in der Eignerkabine, der Salon mit Kaminofen und an Deck die Blöcke mit Leder umkleidet... schon vor 100 Jahren wussten die Eigner offenbar, wie Luxus zur See aussehen kann.


Die "Mariette" hatte gerade bei der Transatlantikregatta für historische Yachten Rang drei belegt und war nun auf dem Weg nach Menorca ins Mittelmeer. Unser nächster Stopp wird in Vigo an der Nordwestküste Spaniens sein.


Matthias Steiner