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Expeditions-Logbuch

23.09.2015: Bijagos-Inseln


Guinea-Bissau


Wir haben am Ende der vergangenen Woche Guinea-Bissau erreicht. Nach dem Einklarieren auf der Insel Bubaque kamen Arved und Brigitte in der Nacht zu Samstag ebenfalls an und wurden herzlichst an Bord empfangen.
Der Hintergrund unserer Fahrt zu den Bijagos-Inseln ist eine Reisebeschreibung aus den 30er-Jahren von dem Deutschen Hugo Bernatzki. Das Buch "Im Reich der Bidjogo" berichtet von seiner Expedition zu den Inseln und schildert auf sehr einfühlsame Weise die Kultur der Insulaner, aber auch die Unterjochung, die die Menschen durch die Kolonialmacht Portugal erfuhren. Wir wollen den Spuren dieser heute weitgehend unbekannten Expedition nachgehen und an die Originalschauplätze zurückkehren.


Von Bubaque aus sind wir zur Insel Orango gesegelt, wo die legendäre Königin Pampa in dem Dorf Etikoka einst geherrscht hat. Bei den Bijogs hatten die Frauen das Sagen. Sie bestimmten den Ehepartner, nur die Frauen konnten die Scheidung vom Partner veranlassen und die Königin Pampa war die schlaue Chefdiplomatin, die sich sogar großen Respekt vor den portugiesischen Kolonialherren verschaffte. Als sie 1927 starb, ging die Regentschaft auf ein weiteres Familienmitglied über. Den Letzten dieser Dynastie haben wir getroffen. Sein Name ist Augusto Fernandez, ein über 90 Jahre alter Mann, der sich an die "legendäre Königin" noch erinnern kann.



An Bord ist es wie in einer Sauna



Vieles hat sich seit Bernatzkis Expedition geändert. Das Joch der Kolonialzeit ist zum Glück verschwunden. Das Dorf, die alten Häuser - alles ist noch wie früher im Betrieb. Daneben gibt es eine Schule, eine kleine Krankenstation, für die sich keine Pfleger oder gar ein Arzt finden lässt - und natürlich gibt es noch das alte Haus der Königin, das bis heute nicht betreten werden darf.
Mit dem regierenden König dürfen wir das Bestattungshaus besuchen, in dem alle Regenten einschließlich der Königin Pampa bestattet worden sind. Überall im Dorf und auf den Wegen hängen Fetische, um Unheil abzuwenden. Das ist ein unglaublich spannender Exkurs in die Kulturgeschichte dieses Volkes, bzw. des kleinen Staates Guinea-Bissau, der etwa so groß wie Niedersachsen ist. Derzeit herrscht noch Regenzeit - die Temperatur liegt bei 35 °C und die Luftfeuchtigkeit bei 85 Prozent.


Täglich gibt es kräftige Regenschauer. An Bord ist es wie in einer Sauna. Ansonsten ist es wunderschön. Fotos unserer Erlebnisse folgen später - derzeit ist die Übertragung schwierig. Heute geht es weiter zu anderen Inseln im Archipel...
 


Expeditions-Logbuch

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