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Expeditions-Logbuch

08.02.2016: Melchior Inseln


Kajak-Expedition


In der vergangenen Woche fand das lange geplante Zusammentreffen mit dem Kreuzfahrtschiff "Fram" der Reederei Hurtigruten vor der Cuverville Insel (Foto) statt. Fünf Freunde von uns - darunter Henryk Wolski, mit dem ich in den letzten 25 Jahren viele gemeinsame Abenteuer bestanden habe, u. a. die Nordwest-Passage, die Nordost-Passage, die Shackleton-Tour und andere Expeditionen mehr - waren an Bord. Hinzu kamen Tomek, Karin, Tessa und Wilfried. Die fünf wollen mit Kajaks eine Expedition durchführen und wir hatten vereinbart, dass die "Dagmar Aaen" sie zu ihrem Ausgangspunkt zu den Melchior Inseln transportiert.


Außerdem werden wir sie auf einigen Etappen als Sicherungsschiff begleiten. Vier Kajaks - drei Einer und ein Zweier, müssen auf der "Dagmar Aaen" Platz finden, sowie Berge an Proviant und Ausrüstung. Es ist ein tolles Wiedersehen. Neben heißen Duschen und üppigen Abendbrotessen auf der "Fram" gab es auch jede Menge frisches Obst und Gemüse von der Bordküche. Außerdem haben die Kajaker eine Grillparty an Bord der "Dagmar Aaen" geplant. Dazu gibt es reichlich Filet und jede Menge frischer Sachen.



Eduard Dallmann


Am Morgen des 4. Februar sind wir von der Cuverville Inseln abgefahren und 25 Meilen später mittags auf den Melchior Inseln eingetroffen. Die Inseln bestehen eigentlich nur aus eindrucksvollen Eisformationen. Nur an einigen Stellen ist ein wenig Fels zu sehen. Der deutsche Kapitän Eduard Dallmann hatte die Inseln mit seinem Expeditionsschiff "Grönland" 1874 entdeckt. Es ist wirklich eine eindrucksvolle Leistung, die Dallmann mit den Mitteln der damaligen Zeit realisiert hatte. Daher ist es umso erstaunlicher, dass sich heute kaum noch jemand an den großen Entdecker erinnert. Auch in der Arktis und im Südpazifik ist Dallmann sehr erfolgreich gewesen.



Henryk und Tomek wiederum haben vor einigen Jahren entdeckt, dass zwei Inseln dieses Archipels durch einen bis dahin unbekannten Sund voneinander getrennt sind und es sich nicht wie bislang angenommen wurde um eine einzige Insel handelt. Wir haben das Schiff in einer kleinen Bucht mit fünf Landleinen und zusätzlich Anker gesichert, denn die Wetterprognosen standen mal wieder auf Sturm. Und tatsächlich begann es in der Nacht zu wehen. Zum Glück hatten die Kajakfahrer zuvor ihr Zeltlager an Land einrichten können, so dass wir einfach nur auf eine Wetterbesserung warten mussten.



Am 6.2. war der Sturm weiter gezogen und es entwickelte sich ein herrlicher, sonniger Tag. Um die Mittagszeit sind die Kajakfahrer dann aufgebrochen und wir haben sie auf ihrer ersten Etappe bis zur Gand Insel begleitet, wo sie ihr Lager aufgeschlagen haben. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist günstig. Wenig Wind, aber dafür reichlich Schneefall - obwohl wir  immer noch Sommer haben. Heute am 7.2. ist die "Dagmar Aaen" unter einer dicken Schneedecke eingepackt und es heißt "Klar bei Schaufel". Heute geht es weiter!


 


Arved Fuchs


 


Expeditions-Logbuch

(07.01.2016: Sturmtief)
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