Expeditions-Logbuch
25. April 2022
07.08.2015: Holländische Küste
Deutsche Bucht
Völlig neue Erfahrungen für die meisten Crewmitglieder: Die Sonne brennt vom Himmel. An Deck kreist die Magnum-Flasche Sonnenmilch. Die schattigen Plätzchen auf dem Schiff sind begehrt. Gutes Wetter haben wir an Bord der "Dagmar Aaen" in der Arktis schon oft erlebt, aber 30 °C in der Deutschen Bucht - das ist neu. Mehrfach wird das Deck gewässert, damit die Planken nicht zu sehr austrocknen. Kurze Hosen und T-Shirts sind angesagt.
Auf dem Schiff ist Bordroutine eingekehrt. Wir fahren im Drei-Wachen-System. Von 0:00 Uhr bis 04:00 Uhr sind Volker, Andreas und Ruben für das Schiff zuständig. Die 04:00 - 08:00 Uhr-Wache gehen Arved, Achim und Justus. Von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr sind dann Brigitte, Matze, Michael und Jan an der Reihe. Danach beginnt der Rhythmus wieder von vorn. Jeweils ein Crewmitglied hat "Backschaft" - dazu gehört das Abwaschen, die Reinigung der "gekachelten Anlagen" (die auf der "Dagmar Aaen" natürlich holzverkleidet sind) und das feuchte Durchwischen von Messe und Vorschiff.
Holländische Küste
Die meiste Arbeit hat Justus. Er fährt als Smutje. In der Hitze unter Deck zaubert er ein leckeres Menü nach dem anderen. Wer wachfrei hat, sonnt sich an Deck, liest oder schläft.
Über allem steht aber immer das Thema Sicherheit. Da kann es noch so karibisch sein. Ab Sonnenuntergang wird grundsätzlich Schwimmweste getragen. Schon in der Elbe hatte Arved viel Zeit darauf verwendet, der gesamten Crew eine Sicherheitseinweisung zu geben. Wie funktionieren die Schwimmwesten, die Notsender und die Rettungsinsel, was tun bei Mann über Bord, wo befindet sich die medizinische Notfall-Ausrüstung. Und vor allem: Wie werden die unzähligen Feuerlöscher gehandhabt. Feuer an Bord gilt als die größte Gefahr auf einem Holzschiff.
Derzeit laufen wir mit Südwestkurs entlang der holländischen Küste. Unser erster Zielhafen ist Falmouth an der englischen Südwestküste.
Matthias Steiner


