Expeditions-Logbuch
07.07.2016: Kurs Biscaya
Schönheitskur auf See
Seit dem Auslaufen Azoren haben wir Glück mit dem Wetter. Es ist trocken und die Sonne scheint bei ruhiger See. Luft - und Wassertemperatur liegen bei 20 Grad. Immer weiter schiebt uns der Callesen Diesel Richtung Nordosten. Gute Bedingungen, um am Schiff zu arbeiten. Nach dem Frühstück wird geschliffen, was das Zeug hält. Der Maschinenaufbau und das Schanzkleid erstrahlen schon in neuem Glanz. Auch die Niedergänge haben einen neuen Anstrich. Sonne und Salzwasser hinterlassen auf jedem Holzschiff ihre Spuren. Entsprechend gibt es eigentlich immer was zu malen. Anschleifen, streichen und wieder anschleifen und streichen. Das ist der Arbeitsablauf. Erst nach der dritten Lackschicht ist das Holz wieder für eine Weile geschützt. Langsam aber sicher geht der Lack zur Neige...
König der Messingputzer
Aber nicht nur der Holzschutz gehört zum Aufgabenbereich der Crew. Auch im Rigg und in der Maschine gibt es Wartungsarbeiten. Einen glänzenden Job macht Mauro. Unser Argentinier an Bord hat sich zum Ziel gesetzt, alles Messing an Bord zum Strahlen zu bringen. In jeder freien Minute sieht man ihn mit Lappen und Reinigungsmilch unterwegs an Deck. Die Schiffsglocke sieht aus wie neu, das Steuerrad und andere Kleinteile auch. Achim und Lauren schwitzen. Achim zaubert eine leckeres Chili con Carne und Lauren backt Brot. Dafür muß der Ofen eingeschaltet werden. 34 Grad in der Messe sind die Folge . Eine anderes Aufgabenfeld haben sich Michael und Matze gesucht. Sie sind in der Fischereiforschung tätig. Aus einem Frühstücksbrett ist ein Scherbrett entstanden, das nach Tests im "Strömungskanal" an der Bordwand immer weiter entwickelt wird. In Kombination mit einem Bleigewicht zieht es den Haken an der Langleine hinter der "Dagmar Aaen" perfekt in die Tiefe zu den Makrelen-Schwärmen. Meinen zumindest die beiden Nachwuchs-Wissennschaftler. Das einzige, was bisher fehlt, ist allerdings ein Fisch am Haken..
Bis Brest sind es noch rund 650 Meilen.
Matze Steiner
